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USA Jobmarkt überrascht positiv

Es ist ein Lichtschimmer im Dunkel, wenn auch nur ein ganz, ganz schmaler. Im Juli sind insgesamt 117.000 neue Jobs in den USA geschaffen worden. Ein Ende der Zitterpartie an den Börsen ist dennoch nicht in Sicht.

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In this June 23, 2010 photo, Quelle: AP

Unerwartet positive Daten vom US-Arbeitsmarkt haben für Erleichterung an den globalen Finanzmärkten gesorgt.

Der Jobaufbau in den USA beschleunigte sich im Juli stärker als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft wurden insgesamt 117.000 neue Jobs geschaffen, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag mit. Analysten hatten nur mit 85.000 gerechnet. Die Daten vom Arbeitsmarkt seien ermutigend, sagte Austan Goolsbee, der oberste Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama. Das Land habe aber noch immer einen weiten Weg vor sich.

Finanzmärkte atmeten erleichtert auf

Der schwache Arbeitsmarkt ist derzeit die größte Bremse für ein stärkeres Wachstum Amerikas. Nach einer Faustregel sind monatlich etwa 300.000 neue Stellen nötig, um die Arbeitslosigkeit spürbar zu senken. In der Finanzkrise verdoppelte sich die Arbeitslosenquote auf rund zehn Prozent und sinkt auch im Aufschwung kaum. Im Juli fiel sie leicht auf 9,1 von 9,2 Prozent. Die Privatfirmen - vor allem Dienstleistungsfirmen  - stockten ihre Belegschaften um 154.000 Mitarbeiter auf. Allerdings trennte sich der Staat von 37.000 Angestellten, es war der neunte Rückgang in Folge.

Der Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pimco, Mohamed El-Erian, sprach von einem „Seufzer der Erleichterung“ an den Märkten nach Vorlage der Daten. Es seien „relativ gute“ Zahlen, aber keine großartigen, sagte er dem US-Wirtschaftssender CNBC. Es sei gut, dass die positiven Arbeitsmarktzahlen den Reigen der schlechten Nachrichten für die größte Volkswirtschaft unterbrochen hätten. Nun sei es aber wichtig, den Trend umzukehren, sagte der Experte.

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    Neue Konjunkturprogramme der US-Notenbank?

    Die Angst vor dem Jobverlust hat die amerikanischen Konsumenten knauserig gemacht. Im zweiten Quartal erhöhten sie ihre Ausgaben fast nicht mehr. Dies fällt stark ins Gewicht, da die Verbraucher für gut zwei Drittel der Wirtschafskraft in den USA aufkommen.

    Die gesamte US-Wirtschaft wuchs deshalb mit 1,3 Prozent aufs Jahr hochgerechnet deutlich weniger als erwartet. Zudem hatten Umfragen signalisiert, dass die Industrie deutlich schwächer ins zweite Halbjahr gestartet war.

    Wegen der zuletzt schwachen Konjunkturdaten schrillen auch bei der US-Notenbank die Alarmglocken. Kommenden Dienstag entscheidet die amerikanische Notenbank Fed über ihr weiteres Vorgehen. An der Zinsschraube können sie kaum noch drehen - der Leitzins liegt längst bei fast null Prozent. Doch zuletzt wurden die Rufe nach einer dritten Runde von Staatsanleihenkäufen immer lauter. Das 600 Milliarden Dollar schwere Vorläuferprogramm ist erst Ende Juni ausgelaufen.

    Fed-Chef Ben Bernanke selbst hatte weitere geldpolitische Lockerungen – im Finanzmarktjargon „Quantitative Easing“ (QE) genannt – jüngst nicht ausgeschlossen. US-Ökonomen rechnen aber angesichts der angespannten Haushaltslage nicht mit weiteren milliardenschweren Konjunkturprogrammen für die US-Wirtschaft.

    Bürgermeister Bloomberg spendet 30 Millionen

    Eine ungewöhnliche Aktion startet New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. Er will insgesamt 130 Millionen Dollar in ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für arbeitslose junge schwarze und Latino-Männer in New York stecken. Bloomberg selbst will 30 Millionen Dollar seines Privatvermögens für das Programm zur Verfügung stellen. Ebenfalls 30 Millionen Dollar spendiert der Hedgefonds-Manager und Milliardär George Soros, den Rest zahlt die Stadt.

    Die Furcht vor einer starken Konjunkturabkühlung vor allem wegen der Schuldenkrise in der Eurozone, ist an den Märkten aber nicht vom Tisch. Am Freitag gab es überraschend schwache Zahlen zur Industrieproduktion in Italien, Spanien und auch in Deutschland.

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      Schwerster Verlusttag seit März 2009

      Nach der weltweiten Börsen-Talfahrt, der Donnerstag war an den Weltbörsen der schwerste Verlusttag seit März 2009,  ist der US-Aktienmarkt am Freitag mit einem minimalen Plus in den Handel gestartet. Der Dow Jones Industrial legte zum Auftakt 0,3 Punkte auf 11383,98 Zähler zu. An der Technologiebörse Nasdaq startete der Composite-Index mit einem Plus von 23,91 Punkten auf 2580,30 Zähler. Der Dax schaffte es kurzzeitig sogar ins Plus, notierte zuletzt aber wieder um 0,43 Prozent tiefer bei 6387 Punkten.

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