USA nach der Wahl Die Hardliner in Donald Trumps Kabinett

Donald Trump wird 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Bis 20. Januar wird er Minister und Behördenchefs benennen und die ersten Tage seiner Amtszeit vorbereiten. Worauf sich die Welt einstellen muss.

Donald Trump und Mike Pence schütteln sich die Hände, nachdem Trumps Wahlsieg bekannt wurde. Quelle: AP

Chris Christie ist der Mann der nächsten Tage. Der Gouverneur von New Jersey hat in den letzten Wochen das „transition team“, also das Übergangsteam von Donald Trump geleitet. Er hat im Hintergrund Listen aufgestellt, wer Minister werden könnte, wer die wichtigsten Behörden leiten soll und wie Trump die Amtsgeschäfte am 20. Januar übernehmen wird.

Doch ausgerechnet Christie, der übergewichtige Republikaner, steht derzeit wegen eines Politik-Skandals in seinem Staat unter Druck. Enge Mitarbeiter von ihm hatten 2013 eine Brücke sperren lassen, um einen Verkehrsstau zu verursachen, der den demokratischen Bürgermeister der Stadt Fort Lee schaden sollte. War Christie involviert? Derzeit laufen staatsanwaltliche Untersuchungen.

Christie geht angeschlagen in die wichtige Vorbereitungszeit, bis Donald Trump am 20. Januar 2017 die Amtsgeschäfte von Barack Obama offiziell übernehmen wird. Der Zeitdruck ist groß. Denn Trump hatte sich im Wahlkampf kaum mit der personellen Zukunft seiner Regierung beschäftigt - schon allein deshalb, weil ein Sieg des Republikaners als unwahrscheinlich galt.

Darum hat Trump gewonnen

Doch nun muss Trump mit potenziellen Kandidaten Gespräche führen. Trump wird bis zu 4000 Top-Beamte ernennen müssen. Ein Viertel davon muss der Senat bestätigen. Doch Widerstand ist nicht zu erwarten. Die erste Kammer des Kongresses ist weiter in Republikaner-Hand. Gleichzeitig wird Trump den Großteil seines Kabinetts bis zum Erntedankfest am 24. November präsentieren.

Über die Namen seines Regierungsteams wird derzeit heftig spekuliert. Klar ist: Mike Pence wird Vize-Präsident der Vereinigten Staaten. Der Gouverneur des Bundesstaates Indiana war die gemäßigte Stimme im aufgeheizten Wahlkampf. Viele hielten ihn gar für den besseren Präsidenten. Er wird jetzt einer der wichtigsten Berater von Trump, selbst wenn der Vize-Präsident nach außen vor allem repräsentative Aufgaben übernimmt.

Auch Chris Christie werden Chancen auf einen wichtigen Posten eingeräumt. Er gilt als Anwärter auf den Job des Justizministers - vorausgesetzt, die Vorwürfe des Machtmissbrauchs bestätigen sich nicht.

Das ist der Trump-Clan
Familie Trump bei der SiegeskundgebungDer 45. Präsident der USA heißt Donald Trump, die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm die Meinung sagen und Ratschläge geben. Die neue Familie im Weißen Haus im Überblick. Quelle: REUTERS
Ivanka Trump Quelle: AP
Donald Trump Jr Quelle: AP
Tiffany Trump Quelle: REUTERS
Tiffany Trump Quelle: REUTERS
Eric Trump Quelle: AP
Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump Imperium und ist Gründer. Quelle: REUTERS
Melania Trump Quelle: AP
Als First Lady wolle sie sich besonders für bedürftige Frauen und Kinder einsetzen, sagte die 46-Jährige. Melania Trump stammt aus Slowenien. Dort brach sie ihr Studium (Architektur und Design) ab, um als Model zu arbeiten. 1996 wanderte sie in die USA aus. Zwei Jahre später lernte sie auf einer Party während der Fashion Week in New York Donald Trump kennen. Das Paar heiratete 2005. Quelle: dpa
Donald Trump zeigte sich stolz über die Rede seiner Frau. Die Freude war aber verfrüht: Ihr Auftritt sorgte später für negative Schlagzeilen. Teile der Rede stammten aus einer Ansprache von Michelle Obama aus dem 2008. Eine Redenschreiberin übernahm später die Verantwortung dafür. Quelle: REUTERS
Barron Trump Quelle: dpa
Die Trump-Kinder versuchten im Wahlkampf, ihren schroffen und provokant auftretenden Vater weich zu zeichnen und den Rechtspopulisten so auch für moderatere Wähler akzeptabel erscheinen zu lassen. Quelle: REUTERS
Donald Trump und Mike Pence Quelle: AP
Donald Trump, Melania Trump, Ivanka Trump und Jared Kushner Quelle: AP
Jared Kushner, Ivanka Trump Quelle: AP
Donald Trump, Tiffany Trump, Jared Kushner Quelle: AP
Donald Trump Quelle: AP

Als Finanzminister wird Steve Mnuchin gehandelt, der bereits die Finanzen und Sponsorenaktivitäten der Trump-Kampagne im Blick hatte. Mnuchin hatte vor vier Jahren den Republikaner Matt Romney unterstützt – ein Zeichen, dass er eher dem moderaten Flügel der Partei angehört. Auch Milliardär und Großinvestor Carl Icahn gilt als Option für den Posten des Finanzministers.

Trump wird aber auch konservative Hardliner in sein Kabinett berufen. Rudi Giuliani, der frühere Bürgermeister von New York, gilt aus aussichtsreicher Kandidat. Er hat Trump früh die Treue geschworen und hat im Wahlkampf für eine Politik der harten Hand geworben. Giuliani könnte Innenminister werden.

Auf der Hardliner-Liste stehen auch skurrile Persönlichkeiten wie Joe Arpaio, der sich selbst als „Amerikas härtesten Sheriff“ bezeichnet. Arpaio hat wiederholt behauptet, dass Obamas Geburtsurkunde gefälscht sei. Auch er ist als Innenminister im Gespräch.

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