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USA Das sind Trumps mächtigste Gegner

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Sicherheitsrisiko: Trump

So geballt ist die Macht dieser Geheimniskrämer, dass sie sich vielleicht als Einzige in Washington keinen Moment lang einschüchtern ließen vom neuen Mann im Weißen Haus. Noch bevor der eingezogen war, erstellten die Geheimdienste einen verheerenden Bericht, die Präsidentschaftswahl sei ganz offensichtlich von den Russen gehackt worden, um Trump zum Sieg zu verhelfen. Kurz darauf sagte James Clapper, bis vor Kurzem Nationaler Geheimdienstdirektor, vor dem Senat aus, der neue Präsident verstünde anscheinend überhaupt nicht, wie sensibel Geheimdienstarbeit sein könne.

Die wichtigsten Stationen im Leben des Donald Trump
1946Geboren am 14. Juni als viertes von fünf Kindern von Mary und Frederick C. Trump (links): Donald Trump ist der Sohn deutscher Einwanderer und erfolgreicher Immobilienunternehmer. Quelle: AP
1959-1964Schüler der New York Military Academy. Quelle: AP
1964-1966Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Fordham University in New York. 1966-1968Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Wharton Business School in Philadelphia (im Bild). Quelle: Wharton School
1968Eintritt ins Familienunternehmen "Elizabeth Trump & Son", Bauträger und Immobilien. 1971Übernahme des Unternehmens vom Vater. Quelle: AP
ab 1974Investitionen in Hotels, Casinos und Luxus-Apartment-Gebäude; Rechte an Miss-Wahlen, mehrere Biografien, eigene Möbel- und Modemarken. Quelle: AP
1977Hochzeit mit dem Model Ivana Marie Zelnickova und Geburt von Sohn Donald Jr. (im Bild). Quelle: AP
1981Geburt von Tochter Ivanka. Quelle: AP

Gegen die Dienste kann aber ein noch so mächtiger Präsident schwer regieren. Schon kursieren US-Medienberichte, die Dienste hätten Trump als Sicherheitsrisiko eingestuft und hielten ihm gezielt Informationen vor – aus Furcht, diese könnten den Russen in die Hände fallen.

Stephen Hess, 83, arbeitet bei der Brookings Institution in Washington, er hat schon Eisenhower und Nixon beraten, kaum jemand in der US-Hauptstadt ist so vertraut mit den Anlaufschwierigkeiten einer neuen Regierung. Doch Hess wirkt erschüttert: „Der Konflikt zwischen Trump und den Geheimdiensten hat eine nie da gewesene Dimension angenommen.“ Erklärten die Dienste das Weiße Haus wirklich zu einem Sicherheitsrisiko, „kann ich nicht sehen, wie dessen Parteifreunde im Kongress weiter hinter ihm stehen können“, so der Brookings-Experte. „Da kommt ein Sturm auf uns zu.“

Was das Ausland von Trump erhofft und erwartet

Diesen Sturm will etwa Jerrold Nadler nur zu gerne weiter anfachen. Seit 1992 sitzt der New Yorker im US-Repräsentantenhaus, er ist Mitglied im Justizausschuss, der eher selten im Brennpunkt steht. Doch Demokrat Nadler gilt als kampflustig, er tat sich etwa in den Diskussionen um die Kriege in Afghanistan und Irak hervor. Nun hat Nadler seinen Kleinkrieg gegen Trump begonnen – per offiziellem Gesuch bei Justizminister Jeff Sessions, dieser solle dem Kongress alle Informationen zu möglichen Interessenkonflikten und Kontakten der Trump-Leute zur russischen Regierung in den Wochen und Monaten vor der Präsidentschaftswahl zukommen lassen. „Amerika darf schließlich nicht von Moskau erpressbar sein“, sagt Nadler.

Bislang schweigt Sessions, der von Trump nominiert wurde und erst seit wenigen Wochen im Amt ist. Aber Nadler will weiter nerven. Bekomme er bis Anfang März keine Antwort, sagt er, werde er seine Anfrage vor den Justizausschuss bringen. Nadler will erreichen, dass Trump widerfährt, was Vorgänger Bill Clinton einst beinahe aus dem Amt fegte, allerdings erst nach mehreren Jahren im Amt und einer Affäre mit einer Praktikantin – die Nemesis eines präsidialen Sonderermittlers.

Der dürfte sich dann durch Akten wühlen, Zeugen vorladen, vielleicht gar den Präsidenten. Und wer weiß schon, was es noch zu entdecken gibt? Wie eng waren die Russlandverbindungen von Trump wirklich, was ist mit jener bislang nur kolportierten Recherche eines Geheimdienstexperten über angebliche Orgien von Trump in Moskauer Hotelzimmern? Wie peinlich – und zugleich bedrohlich – kann es noch werden?

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