WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

USA US-Geheimdienste widersprechen Trump bei Gefahreneinschätzung

Laut der US-Geheimdienste stellen Russland, China und Cyber-Angriffe die größte Gefahr für die USA dar. Mit dieser Auffassung stellen sie sich gegen den Präsidenten.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Der US-Präsident verneint eine Einmischung Russlands bei der vergangenen Wahl. Quelle: AP

Washington Russland, China und Cyber-Angriffe stellen nach Darstellung der US-Geheimdienste die größte Gefahr für die USA dar. Damit und mit ihrer Einschätzung der Risiken durch Syrien, Nordkorea und den Iran widersprechen die Chefs von CIA, FBI, NSA und anderer Geheimdienste zumindest teilweise der Auffassung von US-Präsident Donald Trump. Während China und Russland ihre Allianzen verstärkten, wendeten sich einige Verbündete von den USA ab, sagte der Direktor der nationalen Geheimdienste, Dan Coats, am Dienstag im Geheimdienstausschuss des Senats in Washington. Das sei eine Reaktion auf die veränderte Sicherheits- und Handelspolitik der US-Regierung.

Coats und seine Kollegen beschreiben in ihrem Bericht eine ganze Reihe von Gefahren, denen die USA ausgesetzt seien. Sie reichen von wirtschaftlichen und militärischen Bedrohungen über Ausspähen und Hacker-Angriffen bis hin zu Anschlägen und Gefährdungen durch international agierende kriminelle Banden. China, Russland, Iran und Nordkorea nutzten zunehmend und auf immer mehr Arten Cyber-Aktivitäten, sagte Coats. Informationen würden gestohlen, US-Bürger beeinflusst und wichtige Infrastruktur zerstört. „Die Bedrohung durch chinesische Gegenspionage ist größer, vielfältiger, herausfordernder, umfangreicher und beunruhigender als jede andere Bedrohung durch Gegenspionage, die mir einfällt“, sagte der Direktor der Bundespolizei FBI, Christopher Wray.

„Die Beziehungen zwischen Moskau und Peking sind enger als in den vergangenen Jahrzehnten“, sagte Coats. So seien bei der Präsidentenwahl 2020 neue und ausgeklügeltere Einmischungen zu befürchten. Hier widersprach Coats Trump, der keine Gefahr durch eine Einmischung Russlands bei der vergangenen und künftigen US-Präsidentenwahl ausgemacht hat. Nordkorea werde wahrscheinlich nicht sein Atomwaffenprogramm aufgeben, sagte Coats. Trump dagegen hatte sich nach seinem historischen Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un überzeugt gezeigt, dass von Nordkorea keine Gefahr mehr ausgehe.

Auch die radikal-islamische IS-Miliz in Syrien ist nach Trumps Darstellung besiegt, weshalb die US-Truppen aus Syrien abgezogen werden sollen. Doch auch hier vertreten die Geheimdienstchefs eine andere Auffassung. Coats sagte, der IS werde weiterhin von Syrien und auch vom Irak aus Angriffe auf regionale und westliche Gegner ausführen – auch auf die USA.

Dem Iran dagegen, den Trump als eine der größten Gefahren ausgemacht hat, attestieren die Geheimdienste Vertragstreue. Die Islamische Republik halte sich an das internationale Atomabkommen von 2015, das Trump einseitig aufgekündigt hat, und entwickle keine Atomwaffen.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%