WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Versorgungslücke droht Rohstoffe: Die neue Krise

Seite 2/2

Dabei hat die drohende Rohstoffkrise keineswegs nur mit China und mit Seltenen Erden zu tun, wohl aber fast immer mit dem durch die technologische Revolution der Gegenwart dramatisch veränderten Rohstoffbedarf der Welt. Tantal und Niob, nötig für die Herstellung der Kondensatoren in Handys und Laptops, bezieht die Welt vor allem aus Bürgerkriegsregionen in Afrika. Gallium, wichtiger Rohstoff für Solarzellen, Leuchtdioden und Supraleiter, wird in langsam unzureichenden Mengen vor allem in den USA und in Namibia gefördert. Lithium, die große Hoffnung für den Bau batteriebetriebener Autos, findet sich in Chile, Argentinien und den USA, auch in China. Wenige große Bergbaukonzerne konkurrieren um den Erwerb kleinerer Minen – ebenso wie der chinesische Staat.

Abnehmer in aller Welt haben dieses Jahr Preissteigerungen zwischen 10 und 50 Prozent hinnehmen müssen. Und müssen sie mit Lieferengpässen rechnen,  weil die technologische Entwicklung fortschreitet und das Auftrumpfen der Rohstoffbesitzer auch.

Nach den Ölkrisen des 20. Jahrhunderts drohen also neue Rohstoffkrise – mit dem Unterschied, dass die meisten Menschen die knappen Rohstoffe bisher noch nicht einmal mit Namen kennen. Richtig also, wenn die deutsche Industrie Alarm schlägt. “Die Lage hat sich verschlechtert, die Existenz einiger Unternehmen ist gefährdet“, sagt der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel. Und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle will faire Mindeststandards im Rohstoffhandel zur Angelegenheit der Welthandelsorganisation WTO machen.

Fragt sich nur, wie viel das bringt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der deutschen Wirtschaft Unterstützung für einen ungehinderten Zugang zu internationalen Rohstoffquellen zugesagt. Das war allerdings auf einem schon etwas zurück liegenden Rohstoffkongress des BDI, im März 2007. Die Zahl der weltwieten Exportbeschränkungen für Rohstoffe ist seitdem gewaltig gewachsen – von 450 im Jahr 2008 auf fast 1000.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%