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Verteidigungsausgaben steigen Die Welt rüstet auf

Die Nationalstaaten geben wieder deutlich mehr Geld für ihre Verteidigung aus. Während Europa seine Wehretats kürzt, rüsten vor allem Asien und die USA auf.

Deutschlands wichtigste Rüstungsgüter
U-Boot U212/214Hersteller: Thyssen-Krupp. Die Tauchungetüme gelten dank des Elektroantriebs als leiseste Unterwasserschiffe Foto: Pedro Vilela Quelle: Creative Commons
Lenkwaffe Iris-THersteller: Diehl Die Rakete des Nürnberger Konzerns gilt als weltweit präziseste Waffe für Kampfflugzeuge Foto: HaraF Quelle: Creative Commons
Panzer Leopard 2Hersteller: KMW/Rheinmetall Mehrere Überarbeitungen machen den Boliden zum sichersten aller Panzer Foto: Bundeswehr-Fotos Quelle: Creative Commons
Sturmgewehr G36Hersteller: Heckler & Koch Weltweit begehrt wegen des geringen Gewichts – auch von nicht opportunen Ländern. Quelle: dpa

Europa kürzt, Asien, der Nahe Osten und Amerika prassen: Die Ausgaben für Militär und Verteidigung sind im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Insgesamt erhöhten die 171 untersuchten Länder im Jahresbericht des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London ihre Wehretats um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In Westeuropa sind die Militärbudgets im Vergleich zu 2010 um über acht Prozent zurückgegangen. Die Kürzungen aber machen die Asiaten alleine wett. Im vergangenen Jahr hat China dem Bericht zufolge seine Militärausgaben um 12,2 Prozent hochgefahren. Der Verteidigungshaushalt des Riesenreichs mache inzwischen 38 Prozent der gesamten asiatischen Verteidigungsausgaben aus; im Jahr 2010 habe der Anteil noch bei 28 Prozent gelegen. Der regionale Kontrahent Japan habe 2014 nach langer Stagnation seine Verteidigungsausgaben um 2,2 Prozent erhöht. 

China hat inzwischen den zweithöchsten Verteidigungsetat der Welt. Peking gab zuletzt knapp 130 Milliarden US-Dollar für die Finanzierung von Armee und Rüstungsprojekten aus. Unangefochtene Nummer eins bleiben die USA. Ihr Budget betrug im vergangenen Jahr 581 Milliarden US-Dollar – und lag damit 13 Mal höher als der deutsche Wehretat.

Die Rüstungsweltmeister

Trotz der enormen Ausgaben der USA ist das westliche Verteidigungsbündnis NATO nach Ansicht des IISS nur unzureichend auf Konflikte wie in der Ukraine vorbereitet. Es sei noch nicht gelungen, Antworten auf die „hybride Kriegsführung“ zu finden, wie sie etwa von den pro-russischen Kräften in der Ostukraine praktiziert werde, so die Studienautoren.

Als hybride Kriegsführung bezeichnen Militärexperten die Kombination von konventionellen Angriffen und verdeckten, kriminellen oder auch terroristischen Aktionen. Derartige Bedrohungen hätten das Potenzial, westliche Staaten „schnell zu destabilisieren“ und müssten „dringend“ gelöst werden.

China holt im weltweiten Waffenhandel auf
Ein Panzer bei einer Militär-Parade in Venezuela Quelle: dapd
Menschen hängen eine algerische Flagge auf Quelle: REUTERS
Die deutsche Fregatte "Hessen" Quelle: dpa/dpaweb
 Die griechische Fregatte Salamis und zwei kleinere Marine-Schnellboote Quelle: dpa/dpaweb
Drei F/A-18 Kampfflugzeuge Quelle: REUTERS
Ein Soldat schaut durch das Zielkreuz eines Maschinengwehrs Quelle: dpa/dpaweb
Ein chinesisches U-Boot taucht ab Quelle: dapd

Auch der militärische Erfolg im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nach Einschätzung des Londoner Instituts für Strategische Studien keineswegs gesichert. Die US-geführten Luftschläge und die regionalen Bodentruppen hätten bisher nur etwa ein Prozent der Fläche zurückgewinnen können, die zuvor von IS-Kämpfern eingenommen wurde, sagte der Generalsekretär der weltweit beachteten Denkfabrik, John Chipman. „Es ist klar, dass die kurdischen Peschmerga, die irakische Armee und die Freie Syrische Armee (FSA) trotz der US-Unterstützung mit Waffen, Ausbildung und Luftschlägen noch nicht stark genug sind, um nachhaltige Erfolge gegen den IS zu erzielen.“

Die Konzentration auf militärische Gewinne reiche nicht aus, um die Taktik des IS zu durchbrechen. Es brauche eine Strategie, um das Vertrauen der sunnitischen Minderheit im Irak zurückzugewinnen.

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Der Konflikt mit dem IS in Verbindung mit den Folgen des Arabischen Frühlings habe auch dazu beigetragen, dass die Verteidigungsausgaben in den Ländern des Nahen Ostens sprunghaft nach oben geschossen sind. Die Militärbudgets in der Region seien bis zum Jahr 2011 jährlich um 3,5 Prozent gestiegen.

Nun rechnen die Londoner Militärexperten mit einer Steigerung um zehn Prozent pro Jahr. Mit 80,8 Milliarden US-Dollar (71,5 Milliarden Euro) war Saudi-Arabien im vergangenen Jahr das Land mit dem drittgrößten Verteidigungsetat weltweit, hinter den USA und China. (mit Material von dpa)

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