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Vietnam Das Zentrum der Zukunft

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Wichtigste Handelspartner sind Japan und Südkorea

Ein anderer Megatrend ist der Gesundheitsmarkt: Mit steigenden Wohlstand sinkt die Geburtenrate, gleichzeitig werden die Menschen älter. Während Japans Gesellschaft bereits seit Jahren an der Überalterung leidet, steht China das demografische Problem erst noch bevor, das hier noch durch die 1980 eingeführte Ein-Kind-Politik verschärft wird. Die Gesellschaft wird älter und reicher: Zivilisationskrankheiten wie Diabetes nehmen zu. 2011 lagen die Gesamtausgaben in dem Sektor bei 357 Milliarden Dollar, 2020 sollen es eine Billion sein.

"Wir können es uns nicht leisten, diese Chancen in Asien zu verpassen", sagt Voith-Chef Hubert Lienhard. "Die deutsche Wirtschaft muss sich an die politische und ökonomische Machtverschiebung in Richtung Asien anpassen." Bisher nämlich haben deutsche Unternehmen die Region eher vernachlässigt. Auf den Straßen Ho Chi Minhs sieht man vor allem Autos der Marken Toyota und Kia fahren - deutsche Autos haben Seltenheitswert. Im Zentrum der Stadt reihen sich japanische Sushi-Restaurants and koreanische Grills.
Zwar liefert Siemens Gasturbinen für das Kraftwerk Nhon Tranch 2, und Automobilzulieferer Bosch, einer der größten deutschen Investoren in Vietnam, möchte seinen Umsatz von fünf Milliarden im nächsten Jahr um 20 Prozent steigern. Doch die wichtigsten Handelspartner Vietnams sind Japan und Südkorea. Deutschland ist nicht einmal unter den Top Ten der ausländischen Direktinvestoren vertreten. In den Nachbarländern wie Philippinen, Kambodscha und Thailand ist die Situation ähnlich. Noch schreckt viele Unternehmen die Diversität der Märkte ab. "Man muss sich gut überlegen, in welchem Land man was produzieren will", sagt Peter Tyroller, Geschäftsführer der Bosch GmbH. Der Automobilzulieferer fertigt in Vietnam Getriebe für hauptsächliche japanische Autobauer. Der gigantische Markt China ist für viele verlockender.

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Doch die Region integriert sich zunehmend ökonomisch. Es laufen Verhandlungen über mehrere Freihandelsabkommen. Die zwei bedeutendsten sind die Transpazifische Partnerschaft (TPP), bestehend aus den USA und elf weiteren Staaten, und eine Regionale Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) mit China und 15 Ländern der Region. So entstehen gigantische Wirtschaftsräume, in denen 60 Prozent der Weltbevölkerung leben. Sorge bereitet viele der kleinen südostasiatischen Staaten der stetig wachsende Einfluss China. Die Volksrepublik ist mit Japan, Vietnam und den Philippinen in Grenzstreitigkeiten verwickelt und tritt zunehmend aggressiver auf. Erst am Sonntag wurde bekannt, dass China auf den umstrittenen Spratly-Inseln eine Flugzeuglandebahn baut. Mit seinen 90 Millionen Einwohnern ist Vietnam nicht viel größer als eine chinesische Provinz.

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