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Volkstrauertag Macron fordert mehr Eigenständigkeit für Europa

Frankreichs Präsident ist anlässlich einer Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Berlin. In einer Rede fordert er ein krisenfesteres Europa.

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Der französische Staatspräsident bei seiner Rede im Bundestag. Quelle: Reuters

Berlin Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Europa auf mehr Eigenständigkeit eingeschworen, um sich in der Welt künftig behaupten zu können. „Europa und darin das deutsch-französische Paar hat die Pflicht, die Welt nicht ins Chaos abgleiten zu lassen“, sagte er am Sonntag in einer Rede zum Volkstrauertag im Deutschen Bundestag. „Deswegen muss Europa stärker werden, deswegen muss es eigenständiger werden.“

In Zeiten des wachsenden Nationalismus müsse der Kontinent krisenfester werden. „Heute müssen wir ein neues Kapitel aufschlagen. Das schulden wir Europa“, sagte Macron weiter. Europa müsse zudem mehr Verantwortung für seine Verteidigung und seine Sicherheit übernehmen, es brauche eine größere europäische Souveränität. „Dieser Kampf ist nicht gewonnen, dieser Kampf wird nie gewonnen sein“, sagte Macron.

Frankreichs Präsident will die Europäische Union vor allem unabhängiger von der langjährigen Schutzmacht USA machen, Macron ist ein Verfechter einer europäischen Armee. Im letzten Punkt erhielt er zuletzt Rückendeckung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Auch der Klimawandel, Handelskonflikte und andere Herausforderungen müssten gemeistert werden. „Wir wünschen uns alle eine faire Weltordnung.“ Macron bedankte sich, dass er an diesem Tag im Bundestag reden dürfe; das sei ein großes Signal der Versöhnung. „Unsere Gemeinsamkeiten sind stärker als unsere Unterschiede.“

Der Volkstrauertag wurde vor 100 Jahren 1919 eingeführt, um Solidarität mit den Hinterbliebenen der Opfer des Ersten Weltkriegs zu zeigen. Inzwischen gedenkt man aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Deutschland habe die „blutrünstigen Dämonen des Nationalismus“ überwunden.

„Ich bin stolz, dass Frankreich eine Rolle bei dieser Wiederauferstehung gespielt hat“, sagte Macron. Man habe daran gearbeitet, ein europäisches Projekt aufzubauen und sich die Hand zu reichen. Er zitierte in dem Kontext Goethe: „Und so, über Gräber vorwärts“.

Zuvor lasen Nachwuchsfußballer unter anderem von Schalke 04, Hertha BSC, dem FC Liverpool und dem FC Brügge Briefe und Lebensschicksale von ehemaligen Fußballern ihrer Vereine vor, die als Soldaten gestorben waren. „Tränen haben keine Farbe“, meinte ein Fußballer des FC Brügge mit Blick auf die völkerverbindende Kraft des Fußballs. Die Sportler besuchten zudem im Rahmen des Projekts „Football remembers“ („Fußball erinnert“) Soldatenfriedhöfe, um die Schrecken des Kriegs zu begreifen.

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