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Volksversammlung Nordkoreas neue Volksversammlung mit 100 Prozent Zustimmung gewählt

Bei der Wahl in Nordkorea am Sonntag haben alle Kandidaten die volle Zustimmung erhalten. Im Westen wird die Abstimmung als Farce gewertet.

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Nordkoreaner stehen im Rahmen der Wahl der Obersten Volksversammlung, des nordkoreanischen Parlaments, vor einem Wahllokal an, um ihre Stimme abgeben zu können. Quelle: dpa

Seoul Bei der Wahl zur Obersten Volksversammlung in Nordkorea haben alle 687 Kandidaten nach offiziellen Angaben eine Zustimmung von 100 Prozent erhalten. Zwei Tage nach der im Westen als Farce gewerteten Wahl des nordkoreanischen Parlaments vermeldeten die staatlichen Medien am Dienstag den Ausgang. Während sich Machthaber Kim Jong Un nach Berichten südkoreanischer Medien nicht in die Volksversammlung wiederwählen ließ, habe er seiner einflussreichen jüngeren Schwester Kim Yo Jong einen Abgeordnetensitz verschafft.

Die Wahl im streng autoritär geführten Nordkorea gilt als Formsache. In jedem Wahlkreis gibt es nur einen Kandidaten, der zuvor von der herrschenden Arbeiterpartei nominiert wurde. Die Wähler können in ihrem Wahlkreis nur mit „Ja“ oder „Nein“ stimmen. Die Wahlbeteiligung lag diesmal den offiziellen Angaben zufolge bei 99,99 Prozent.

Obwohl das Parlament als machtlos gilt, erhoffen sich Nordkorea-Experten von der Wahl einen Blick auf mögliche Machtverschiebungen innerhalb der Elite. Bisher bedeutet der Sprung in die Volksversammlung für Gefolgsleute Kim Jong Uns häufig, dass ihre Stellung gestärkt wird. Kims Schwester gilt als wichtige Beraterin des Machthabers, die ihn regelmäßig bei offiziellen Terminen begleitet.

Kim Jong Un erschien im Gegensatz zum Namen seiner Schwester nicht auf der Liste mit neuen Abgeordneten, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Der Grund dafür ist dem Bericht zufolge nicht klar. Kim wurde vor fünf Jahren bei der ersten Wahl unter seiner Herrschaft in die Volksversammlung gewählt. Nordkoreas Parlament ist nominell das höchste Staatsorgan, tritt aber normalerweise nur ein- oder zweimal jährlich zusammen. Die Sitzung dient weitgehend dazu, Beschlüsse der Staatsführung zu ratifizieren.

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