Vor der Präsidentschaftswahl Rückenwind für Macron: Frankreichs Arbeitslosigkeit sinkt auf 13-Jahres-Tief

Mit 7,4 Prozent sind so wenige Franzosen arbeitslos wie seit 2009 nicht mehr. Das Macron-Lager verbucht das als „großen Sieg gegen Resignation“.

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Die Arbeitslosigkeit ist in Frankreich stärker als erwartet zurückgegangen. Quelle: AP

Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren gefallen und dürfte Staatsoberhaupt Emmanuel Macron zwei Monate vor den Präsidentenwahlen Rückenwind geben. Die Quote sank im Schlussquartal 2021 auf 7,4 Prozent, nach 8,0 Prozent im Sommer-Vierteljahr, wie das nationale Statistikamt Insee am Freitag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 7,8 Prozent gerechnet. Dies ist der niedrigste Stand seit dem dritten Quartal 2008 – mit der Ausnahme eines statistischen Ausreißers zu Anfang der Corona-Pandemie. Denn damals konnten Jobsuchende während des landesweiten Lockdowns keine Arbeit finden.

Finanzminister Bruno Le Maire nannte den Rückgang nun einen „großen Sieg gegen Resignation und Fatalismus“. Mit Macron habe man etwas anderes versucht – den Arbeitsmarkt reformiert, die Ausbildung unterstützt, Steuern gesenkt und das Steuersystem überarbeitet, sagte Le Maire im RTL Radio „Jetzt sind die Ergebnisse da.“ Macron hatte 2017 das Wahlversprechen gegeben, die Arbeitslosigkeit bis Ende seiner Amtszeit auf sieben Prozent zu senken. Es wird allgemein erwartet, dass Macron bei den Wahlen im April eine zweite fünfjährige Amtszeit anstrebt.

Er ginge mit einer der besten Wirtschaftsbilanzen seit Generationen für einen amtierenden Präsidenten in die Wahl. Mit plus sieben Prozent schaffte die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union 2021 das stärkste Wachstum seit mehr als fünf Jahrzehnten. Die sorgte für Schwung am Jobmarkt, da die Unternehmen mit der anziehenden Kundennachfrage kaum Schritt halten konnten.

Derweil ließ die Inflation zum Jahresstart erstmals seit Juli 2021 wieder etwas nach. Die Verbraucherpreise - nach einheitlicher EU-Rechnung - lagen im Januar 3,3 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist.

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