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Vor US-Präsidentenwahl Neue Umfrage sieht Biden deutlich in Führung

Der designierte demokratische Herausforderer von Amtsinhaber Donald Trump kann vor allem bei jüngeren Wählern, Schwarzen und Latinos punkten, zeigt eine Umfrage der „New York Times“.

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Bei vielen Wählergruppen uneinholbar in Führung. Quelle: AP

Der designierte Kandidat der US-Demokraten, Joe Biden, liegt einer Umfrage der „New York Times“ zufolge im Rennen um das Präsidentenamt deutlich vor dem republikanischen Amtsinhaber Donald Trump. Biden wäre die Unterstützung von 50 Prozent der Wähler sicher, Trump hingegen käme nur auf 36 Prozent der Stimmen, wie die Zeitung am Mittwoch berichtete.

Es handelt sich um die erste Umfrage der „New York Times“ vor der Präsidentenwahl am 3. November. Zusammen mit dem Siena College wurden dafür gut 1300 Wähler befragt.

Bei schwarzen Wählern und Latinos liegt Biden demnach mit 74 beziehungsweise 39 Prozentpunkten uneinholbar in Führung vor Trump. Biden hat vor allem auch bei den Wählergruppen im Alter von bis zu 49 Jahren die Nase vorn.

Bei älteren Wählern liegt er etwa gleichauf mit Trump. Die Umfrage zeigt allerdings auch, dass der Präsident weiter auf die Unterstützung der bekennenden Republikaner zählen kann, auch wenn prominente Konservative auf Abstand gingen. Bei ihnen liegt er mit einem Abstand von 85 Prozentpunkten vor Biden.

Die Webseite FiveThirtyEight, die zahlreiche Umfragen auswertet und daraus einen Durchschnitt bildet, sieht Biden derzeit landesweit bei 51,5 Prozent der Stimmen, Trump bei 41,1 Prozent. Bis zur Wahl in gut vier Monaten kann allerdings noch viel passieren.

Und Umfragen können auch falsch liegen: 2016 etwa lag bei den meisten Erhebungen die Demokratin Hillary Clinton in Führung, die bei der Wahl dann aber Trump unterlag.

Ex-Präsident Obama greift Trump in scharfer Form an

In einer Videoschalte anlässlich eines Wahlkampfauftritts von Biden hat der frühere US-Präsident Barack Obama die Regierung seines Nachfolgers Trump scharf kritisiert. Das Weiße Haus der vergangenen Jahre sei an „die Grundfesten dessen gegangen, wer wir sind und wer wir sein sollten“, zitierten US-Medien ihn übereinstimmend. Es war seine erste Wahlkampfveranstaltung mit Biden in diesem Jahr.

Die Trump-Regierung suggeriere, dass „Fakten keine Rolle spielen, Wissenschaft keine Rolle spielt“ und dass es sich bei einer tödlichen Krankheit um „Fake News“ handele, sagte Obama über den Umgang mit der Coronapandemie.

Das Weiße Haus fördere zudem aktiv die gesellschaftliche Spaltung und betrachte manche als „echtere“ Amerikaner, so Obama. Trump und andere Regierungsvertreter nannte er nicht beim Namen. Seit Wochen kommt es in vielen US-Städten zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Auslöser der Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis.

Unter den Menschen, vor allem den jüngeren, gebe es nun jedoch ein großes Erwachen, sagte Obama. Sie hätten nicht nur genug „von der chaotischen, unorganisierten und böswilligen Herangehensweise an die Regierungsführung, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, sondern stellen sich nun Herausforderungen, mit denen dieses Land seit Jahrhunderten konfrontiert ist“.

Obama nahm auch indirekt Justizminister William Barr ins Visier. Das Weiße Haus sehe das Justizministerium lediglich als „einen Arm für die persönlichen Anliegen des Präsidenten“, sagte der 58-Jährige. Barr hatte zuletzt im Zusammenhang mit dem erzwungenen Rücktritt des prominenten Staatsanwalts Geoffrey Berman für Schlagzeilen gesorgt. Die Demokraten hatten den Republikanern Trump und Barr vorgeworfen, Ermittlungen gegen den Präsidenten behindern zu wollen.

Zum Abschluss der Videoschalte verabschiedete sich Obama von seinem früheren Vizepräsidenten Biden mit den Worten: „Hab' dich lieb, Joe“. Daraufhin antwortete dieser: „Hab' dich auch lieb, Kumpel.“ Um sich die Veranstaltung anzusehen, musste man einen beliebigen Betrag spenden. Mehr als 7,6 Millionen US-Dollar (rund 6,7 Millionen Euro) von rund 176.000 Spendern kamen den Angaben nach zusammen.

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