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Währungen Yuan ist bereit zum Wachwechsel

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Dollar-Krise stärkt Yuan

Hongkong wird derzeit als Yuan-Handelszentrum ausgetetstet. Laut Hongkonger Währungsbehörde stiegen die Yuan-Einlagen im Jahresabstand bis Juni 2011 von 100 Milliarden auf nahezu 600 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 70 Milliarden Euro). Quelle: dpa

Neuerdings gestattet Peking ausländischen Zentralbanken, Yuan-Reserven zu halten. Den Anfang machte die malaysische Zentralbank. China hat auch mit Singapur und Korea, Argentinien, Weißrussland und Island Währungs-Swaps geschlossen, um den Außenhandel und die Investitionen anzukurbeln. Im vergangenen Sommer lockerte das chinesische Handelsministerium die Bestimmungen für ausländische Direktinvestitionen in die chinesische Landeswährung. Ein weiterer Liberalisierungsschritt stärkte das Import- und Exportgeschäft; Importe nach China können nun von allen chinesischen Unternehmen in Yuan bezahlt werden. Zugelassene chinesische Exporteure – über 67 000 nach jüngsten Erhebungen – dürfen Exporte aus China in Yuan fakturieren.

Yuan-Labor Hongkong

In einem kontrollierten Feldversuch wird derzeit Hongkong als Yuan-Handelszentrum außerhalb des chinesischen Festlands etabliert. Laut Angabe der Hongkonger Währungsbehörde stiegen die Yuan-Einlagen im Jahresabstand bis Juni 2011 von 100 Milliarden auf nahezu 600 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 70 Milliarden Euro). Auch als Markt für Offshore-Yuan-Anleihen wird Hongkong von Peking kräftig forciert. Die in Hongkong begebenen Papiere tragen den Spitznamen Dim-Sum-Anleihen – nach den südchinesischen Essenshäppchen.

Die erste derartige Anleihe wurde 2007 von der China Development Bank begeben. Inzwischen haben McDonald’s, Caterpillar, Unilever, Volkswagen, UBS sowie die Weltbank ebenfalls Yuan-Anleihen in Hongkong emittiert. Der Markt ist klein, wächst aber rapide. Er ist allein in den letzten zehn Monaten von 55,8 Milliarden auf 135 Milliarden Yuan beziehungsweise von 18 auf 84 Emittenten angewachsen. Anbieter wie Guggenheim, PowerShares und Van Eck haben die Chancen rasch erkannt und die entsprechenden börsengehandelten Fonds (ETFs) aufgelegt.

Je mehr Dollar-Probleme, desto besser für den Yuan

Was könnte die Liberalisierung der chinesischen Währung beschleunigen? „Weitere Episoden wie das Fiasko um die Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA würden das Vertrauen der Welt in den amerikanischen Staatshaushalt erschüttern und Finanzmarktakteure nach Alternativen suchen lassen“, sagt Barry Eichengreen, Professor für Wirtschafts- und Politikwissenschaften an der University of California, Berkeley.

Auf lange Sicht ist die Richtung klar: Der Anteil des Dollar an den globalen Devisenreserven ist seit 2008 jährlich um rund einen Prozentpunkt gefallen. Der anhaltende Wertverfall wird die bereits reduzierte Kaufkraft des Dollar weiter schwächen. Importe – von deutschen Autos über französischen Käse bis zu koreanischen Computern – werden für US-Konsumenten somit immer teurer.

Harte Zeiten für die USA

Dazu sagt Eichengreen: „Bisher konnte die US-Regierung das Defizit günstig finanzieren, weil wir Unmengen an Staatsanleihen verkaufen konnten. Aber sobald das Ausland diese nicht mehr kauft, wird es vorbei sein mit dem billigen Geld.“ Die USA, meint er, könnten dann gezwungen sein, mehr zu sparen, um ihr Wachstum selbst zu finanzieren: „Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass uns Ausländer Geld zu niedrigen Zinsen leihen.“

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