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Währungen Yuan ist bereit zum Wachwechsel

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Yuan: Von der Nebenrolle zum Hauptdarsteller

Dollar Yuan Quelle: REUTERS

Eine allerdings gewaltige Herausforderung: Solange Peking seine Kapitalverkehrskontrollen nicht lockert, kann der Yuan keine glaubwürdige Währung auf dem Weltmarkt werden. Eine zu rasche Aufwertung der Währung würde die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Exportindustrie gefährden. Langfristig liegt eine Internationalisierung des Yuan aber im Einklang mit den chinesischen Entwicklungsplänen.

Lösung für Chinas Inflation

Eine Liberalisierung und Aufwertung des Yuan würde der chinesischen Regierung helfen, eines ihrer drängendsten Probleme zu lösen: die Inflation. „Die vergangenen drei Jahre haben die Chinesen überzeugt, dass ein nur auf westlichen Konsum basiertes Wachstumsmodell nicht nachhaltig ist“, sagt Stephen Roach, Volkswirt von Morgan Stanley. „Daraus ergibt sich aber zwingend, dass der Yuan langsam aufwerten muss.“ Seit 2005, seit China den Yuan in einem festgelegten Rahmen schwanken lässt, hat er gegenüber dem Dollar um 30 Prozent zugelegt. Laut mehrheitlicher Expertenmeinung ist er aber noch immer zu 30 Prozent unterbewertet.

China ist mit 1,34 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde; es erzeugt das zweitgrößte Handelsvolumen. Die chinesischen Devisenreserven erreichten im Sommer 3,2 Billionen Dollar. Bis 2015 könnte ein Drittel aller US-Anleihen in chinesischer Hand sein. Schätzungen zufolge wird das chinesische Bruttoinlandsprodukt das amerikanische bis 2028 überholen. Trotzdem spielt die chinesische Währung auf der internationalen Bühne eine Nebenrolle.

Chinas Regierung wird selbstbewusster

Doch das wird sich ändern. China zeigt sich zunehmend besorgt über die Verschuldung der USA, ganz zu schweigen von den absurden Debatten um Ausgabenkürzungen und die Anhebung der Schuldenobergrenze. Der Dollar konnte seinen Status als globale Reservewährung in den vergangenen Jahren „weniger dank seiner Qualität als wegen seiner Liquidität retten“, meint Axel Merk vom Devisenfonds Merk Funds.

Anleger, Banken und Regierungen zeigen eine höhere Bereitschaft, in Währungen und Anleihen zu investieren, die liquide sind. Außerdem können Staaten mit international stark gehandelter Währung Geld drucken und sich so eine Vielzahl von Investitionen mit Schuldpapieren finanzieren. Und wer den Außenhandel in der eigenen Währung abwickeln kann, umgeht nicht nur die mit Währungsschwankungen verbundenen Risiken, sondern schafft auch eine stärkere Verhandlungsposition für die eigenen Unternehmen.

Gute Beziehungen zu China empfohlen

Im Gegensatz zu Japan, der Schweiz und Großbritannien ist China ein großes wirtschaftliches und finanzielles Gegengewicht zu Euro-Land und den USA. Die Handelstätigkeit Chinas konzentriert sich zunehmend auf die anderen Schwellenländer, aber die Geschäfte werden weder in Yuan noch in den Währungen der Länder abgewickelt, sondern in Dollar. Das ändert sich aber schon. Kleinere Länder haben allen Grund, sich mit dem dominanten Handelspartner gut zu stellen und einen Teil ihrer Reserven in Yuan anzulegen.

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