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Waffenlieferungen Wahnsinn mit Waffen-System

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Öl-Preis könnte Saudi-Arabien in die Krise stürzen

Neben den Öleinnahmen sind stabile politische Verhältnisse in Ägypten ein wesentliches Element der Sicherheitspolitik Saudi-Arabiens. Am Terminmarkt wird ein Fass Öl der Sorte WTI zur Auslieferung im Dezember 2020 derzeit mit 60 Dollar gehandelt. Verharrt der Ölpreis bis dahin auf dem tiefen Niveau, könnte auch Saudi-Arabien auf eine existenzielle Krise zusteuern. Der IWF rechnet damit, dass Saudi-Arabien in diesem Jahr ein Budgetdefizit von 20 Prozent aufweisen werde.

Die Militärausgaben aber werden die Golfstaaten gewiss nicht kürzen. Mit ihren Milliarden schweren Rüstungsaufträgen kaufen sich die Herrschaftshäuser in Saudi-Arabien und Katar schließlich auch westliche Sicherheitsgarantien. Als besonders loyaler Verbündeter profiliert sich in diesem Zusammenhang Frankreich.

Frankreich rüstet die Golfregion aus

Ende April bestellte Katar 24 Rafale-Kampfflugzeuge beim französischen Rüstungskonzern Dassault Aviation für insgesamt 6,3 Milliarden Euro. Etwas preiswerter kam im Februar Kairo zum Zug. Das ägyptische Militär erhält ebenfalls 24 Rafale für 5,2 Milliarden Euro. Saudi-Arabien, der Hauptfinanzier des ägyptischen Militärhaushalts, will ebenfalls Rüstungsaufträge über Dutzende Milliarden Euro an französische Rüstungsfirmen vergeben. Zum Vergleich: Zwischen 2009 und 2014 bestellten die Herrscher am Golf in den USA Rüstungsgüter für 8,9 Milliarden Dollar. Nach Europa gingen in diesem Zeitraum Aufträge über 7,2 Milliarden Dollar.

Ausland



Binnen weniger Monate ist Frankreich zum größten Rüstungslieferanten der Golfregion aufgestiegen. Mit seinen Waffenlieferungen stabilisiert Frankreich die absolutistischen Regime in der Region und unterstützt den Hegemonialanspruch Saudi-Arabiens gegenüber dem Iran. Besonders weit aus dem Fenster lehnt sich Paris mit seinen Sicherheitsgarantien. 2009 gab der damalige französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy das Versprechen ab, Frankreich werde Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate im Falle einer Aggression von außen militärisch beistehen. Noch im selben Jahr eröffnete Frankreich eine Militärbasis in Abu Dhabi.

Stabiler ist die Region seither nicht geworden. Das weiß man auch in Paris. Aber wegen der heimischen Wirtschaftskrise ist der französischen Regierung das Hemd näher als der Rock. Die Frage ist nur, was die Golfstaaten mit den neuen High-Tech-Waffensystemen so alles anstellen werden und wie diese ihre Außenpolitik beeinflussen. Eine andere Frage ist, was mit den Waffen einmal passieren wird, wenn die absolutistischen Regime stürzen. Im unübersichtlichen Nahen Osten wechseln Waffen traditionell öfters den Besitzer.

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