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Wahl um Likud-Vorsitz Benjamin Netanjahu erklärt sich zum Sieger

Nachwahlbefragungen sehen Netanjahu im Rennen um den Parteivorsitz deutlich vorn. Auf Twitter hat der sich bereits zum Sieger erklärt. Auch sein Kontrahent gratuliert.

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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich im parteiinternen Wettkampf um den Vorsitz von Likud zum Sieger erklärt. Quelle: dpa

Im Rennen um den Vorsitz der rechtskonservativen israelischen Regierungspartei Likud hat sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zum Sieger erklärt. Der 70-Jährige schrieb am Donnerstagabend auf Twitter von einem „großen Sieg“. Sein Rivale Gideon Saar gratulierte ihm am frühen Freitagmorgen zum Erfolg. „Meine Freunde und ich stehen hinter ihm (Netanjahu) in der Kampagne für den Erfolg von Likud in den Wahlen“, twitterte Saar.

Offizielle Zahlen zu der Abstimmung der Parteibasis lagen zunächst nicht vor. Erste Nachwahlbefragungen sahen Netanjahu nach Medienberichten bei knapp 71 Prozent, sein Herausforderer Saar kam danach auf 29 Prozent. Der ehemalige Innen- und Erziehungsminister Gideon Saar war der einzige Gegenkandidat.

Damit dürfte Netanjahu auch wieder Likud-Spitzenkandidat bei der Parlamentswahl am 2. März werden. Rund 116.000 Parteimitglieder waren am Donnerstag zu der Abstimmung aufgerufen.

Netanjahu hatte sich der parteiinternen Wahl gestellt, obwohl er wegen einer Korruptionsanklage und zweifachem Scheitern bei der Regierungsbildung angeschlagen ist. Die Likud-Mitglieder gelten jedoch als extrem loyal und haben noch nie einen amtierenden Parteivorsitzenden abgewählt.

Israel befindet sich wegen einer fortwährenden Pattsituation zwischen dem rechts-religiösen und dem Mitte-Links-Lager in einer politischen Krise. Weil weder Netanjahu noch seinem Herausforderer Benny Gantz vom Mitte-Bündnis Blau-Weiß eine Regierungsbildung gelang, wird im März schon zum dritten Mal binnen eines Jahres ein neues Parlament gewählt.

Experte erwartet bei Wahl keinen Durchbruch

Jonathan Rynhold, Politikprofessor an der Bar-Ilan-Universität nahe Tel Aviv, erwartet auch bei der neuen Wahl keinen Durchbruch. „Es ist unwahrscheinlich, dass eines der beiden Lager die notwendige Mehrheit für eine Regierungsbildung erzielen wird“, sagte Rynhold. „Die Mehrheit der Bevölkerung sieht jedoch Netanjahu als verantwortlich für diese dritte Wahl. Deshalb könnte der Likud vielleicht eher dazu bereit sein, eine große Koalition mit Blau-Weiß ohne Netanjahu zu bilden.“

Netanjahu dominiert die Likud-Partei seit Jahrzehnten. Er war von 1993 bis 1999 Parteivorsitzender, die letzten drei Jahre davon auch Regierungschef. Nach seiner Wahlniederlage 1999 trat Netanjahu als Parteichef zurück, sein Nachfolger wurde damals Ariel Scharon. 2005 schied Scharon dann aus dem Likud aus, um die Kadima-Partei zu gründen. Seitdem ist Netanjahu durchgängig Likud-Parteivorsitzender.

Vor der Likud-Wahl bekräftigte Netanjahu Pläne zur Annektierung von Teilen des Westjordanlands. „Ich will eine US-Anerkennung unserer Souveränität im Jordantal und allen Siedlungen in Judäa und Samaria (Westjordanland) erreichen – nicht nur in den Siedlungsblöcken“, sagte er dem Armeesender. Sein Herausforderer Saar hatte sich noch weiter rechts positioniert und von Netanjahu härtere Schritte gefordert, etwa die Räumung des Beduinendorfes Chan Al-Ahmar im Westjordanland.

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