Weltklimagipfel EU geht mit langfristigen Zusagen voran

Bans Aufruf, einen neuen Kurs beim Klimaschutz einzuschlagen, findet Resonanz. Zwar nicht bindend, aber immerhin öffentlich sagen in den ersten Reden Staats- und Regierungschefs einige Milliarden zu.

Der Klimagipfel der Vereinten Nationen soll neuen Schwung in die internationalen Klimaverhandlungen bringen. Quelle: dpa

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Staaten der Welt zum Auftakt des UN-Klimagipfels aufgerufen, einen neuen Kurs im Klimaschutz einzuschlagen. Sein Appell verhallte nicht ungehört, nach ihm sagten in den ersten Stunden des New Yorker Treffens mehrere Staats- und Regierungschefs Milliarden für den Kampf gegen die Klimaerwärmung durch Treibhausgase zu. Mindestens fünf Milliarden Dollar (3,9 Milliarden Euro) kamen so am Vormittag (Ortszeit) zusammen. Die weitreichendste Zusage kam von der EU.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte an, die Europäische Union werde bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen auf 40 Prozent unter dem Stand von 1990 senken. Bisher reichen Klimaziele nur bis 2020. In den nächsten sieben Jahren werde die EU Entwicklungsländern drei Milliarden Euro geben, um ihnen zu helfen, ihre Wirtschaft nachhaltiger zu machen.

Der Klimawandel in Zahlen

„Die Europäische Union ist auf dem Weg, unsere (Klima-) Ziele zu erfüllen, während wir gleichzeitig unsere Wirtschaft wachsen sehen“, erklärte Barroso. „Wir beweisen, dass Klimaschutz und eine starke Wirtschaft Hand in Hand gehen müssen.“ Ban forderte zuvor, die Welt müsse „heute einen neuen Kurs“ einschlagen. „Der Klimawandel ist die bestimmende Frage unserer Zeit. Sie bestimmt unsere Gegenwart - unsere Antwort wird unsere Zukunft bestimmen.“ Der Präsident der Seychellen, James Michel, sagte, kleine Inselnationen würden „Opfer der Verschmutzung“ und es sei die Pflicht der Länder am meisten dagegen zu tun, die die meiste Kohle, das meiste Öl und das meiste Gas verbrennen. „Wenn sie nichts tun, wird die Erde nicht überleben und das wird unser aller Ende sein“, sagte Michel in einem AP-Interview vor Beginn des Weltklimagipfels.

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Der eintägige Gipfel mit mehr als 100 Teilnehmern bildet ein Forum im Kampf gegen den Klimawandel. Er soll die Grundlagen für einen neuen globalen Vertrag legen, der Ende 2015 stehen soll. Zu den ersten Rednern gehörten auch Filmstar Leonardo DiCaprio, der frühere US-Vizepräsident Al Gore und Nobelpreisträger Rajendra Pachauri. Alle sagten, die Zeit werde knapp. Gore erklärte, die Technologie für den Kampf gegen die Klimaerwärmung sei vorhanden. „Alles was wir brauchen ist politischer Wille, und politischer Wille ist eine erneuerbare Quelle“, fügte er hinzu.

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