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Weltraum Indien löst mit Satelliten-Abschuss Rüstungsdebatte aus

Mit dem Abschuss des Satelliten wolle sich Indien als Weltraum-Macht behaupten. Pakistan und China reagieren allerdings mit Kritik an dem Vorgehen.

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Indien: Satelliten-Abschuss löst Rüstungsdebatte aus Quelle: Reuters

Neu Delhi Indien hat mit dem Abschuss eines Satelliten eine Debatte über Weltraum-Aufrüstung ausgelöst. Es handele sich um einen Durchbruch bei der Verteidigung im Weltall, sagte Indiens Regierungschef Narendra Modi am Mittwoch in einer TV-Rede. Indien wäre damit das vierte Land nach den USA, Russland und China das über die Technologie zum Abschuss von Satelliten verfüge. „Indien hat sich als Weltraum-Macht einen Namen gemacht.“ Das pakistanische Außenministerium erklärte, jede Militarisierung des Weltalls solle unterbleiben. Chinas Außenministerium forderte, im All Frieden zu bewahren.

Zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan hatte es zuletzt bewaffnete Auseinandersetzungen an der Grenze in der umstrittenen Kaschmir-Region im Himalaya gegeben. Sie haben seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 bereits dreimal Krieg gegeneinander geführt. Russland und die USA reagierten zunächst nicht auf die Ankündigung Indiens.

Modi muss sich im kommenden Monat einer Parlamentswahl stellen. Indien verfügt seit Jahren über ein ehrgeiziges Weltraum-Programm, das Satelliten und Startvorrichtungen umfasst. Es hat bereits 2014 eine Mission zum Mars gesandt und peilt einen ersten bemannten Weltraumflug 2022 an. Das Land will sich als günstigere Alternative zu westlichen Programmen positionieren und will sich zudem in eine Linie mit den anderen Atommächten stellen.

Brahma Chellaney, Sicherheitsexperte beim Zentrum für Politikforschung in Neu Delhi, bezeichnete einen erfolgreichen Abschuss eines Satelliten durch Indien als Durchbruch. „Der Weltraum wird zum Kriegs-Schauplatz, damit werden Abwehrwaffen erforderlich.“ Vor allem die USA, Russland und China entwickelten sogenannte Anti-Satelliten-Waffen (ASAT).

Modi sprach davon, dass ein Satellit in Höhe von 300 Kilometer abgeschossen worden sei. China hatte im Jahr 2007 einen Satelliten abgeschossen und dabei für Weltraummüll mit 3000 Teilchen des zerstörten Geräts im Orbit gesorgt. Die Europäische Weltraumagentur ESA hatte vor kurzem gewarnt, dass der zunehmende Weltraummüll wegen der Kollisions-Gefahr auch die kommerzielle Satelliten-Nutzung gefährden könnte.

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