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Weltwirtschaft Neue Weltwährung Yuan

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Wechselkurse von Yuan, Euro und Dollar Quelle: Morgan Stanley

Die Hoffnung mancher Politiker, die Euro-Rettung werde die europäische Integration vorantreiben und den Euro stärken, dürfte sich als Wunschdenken erweisen. Denn Europa ist nicht Amerika. Werden zwischenstaatliche Transfers von den US-Bürgern als Akt nationaler Solidarität zwischen armen und reichen Bundesstaaten akzeptiert, so lösen sie in der Euro-Zone Absetzbewegungen und Ressentiments aus. Deutsche, Niederländer und Finnen fragen sich, warum sie für die Haushaltssünden der Griechen, Iren und Portugiesen bezahlen sollen. „Je mehr die Euro-Zone zur Transferunion wird, desto größer wird der Widerstand in den Zahlerländern“, urteilt Deutsche-Bank-Chefökonom Mayer.

Aufstieg des Yuan

An den Finanzmärkten sind daher alle Hoffnungen, der Euro könne dem Dollar als Weltleitwährung Paroli bieten, zerstoben. „Niemand weiß, wie es weitergehen wird in der Euro-Zone. Die Schuldenkrise ist ungelöst. Was passiert mit Griechenland? Welche Auswirkungen hätte ein Austritt Griechenlands oder eines anderen Mitglieds aus der Gemeinschaft? Gibt es einen Plan B, wenn die Euro-Zone auseinanderbricht? Nein!“, fasst Investmentbanker Chandler die Skepsis an den Finanzmärkten zusammen.

Ein schwacher Dollar, ein strauchelnder Euro – die Gelegenheit für China, seine Währung als internationales Zahlungsmittel in Stellung zu bringen, könnte nicht besser sein. Noch ist der Wechselkurs des Yuan fest an den Dollar gekoppelt, der Kapitalverkehr mit dem Ausland stark reguliert, der heimische Finanzmarkt erst im Aufbau. Doch die Geschichte des Dollar zeigt, wie schnell eine Währung quasi aus dem Nichts zur globalen Leitwährung aufsteigen kann.

In nur zehn Jahren, von 1914 bis 1924, gelang es dem Dollar, das britische Pfund als dominierende Weltreservewährung abzulösen. Entscheidend war dabei der Federal Reserve Act von 1913, mit dem die USA ihren Bankensektor liberalisierten und die Notenbank Fed schufen. Das Gesetz erlaubte den Geschäftsbanken, Filialen im Ausland zu betreiben und -Geschäfte mit verbrieften Handelskrediten abzuwickeln – zwei entscheidende Voraussetzungen dafür, den Dollar als internationales Zahlungsmittel zu etablieren.

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