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Weltwirtschaft „Die USA werden alle Macht einsetzen, um amerikanischen Firmen Vorteile zu verschaffen“

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„Weder wirtschaftlich noch geopolitisch sind die Argumente der USA haltbar“

Welchen Weg schlagen Sie vor?
Den Kampfjet mit den Franzosen zu entwickeln. 

Aber das dauert. Mindestens bis 2040...
Ein Land, das sich kein Militär geleistet hat und die Bundeswehr in den letzten Jahrzehnten kaputt gespart hat, muss vermutlich die gleiche Zeit investieren, um wieder einsatzfähiges Material zu haben. Wenn wir heute anfingen, uns darauf einzustellen, könnten wir uns in zwei, drei Jahrzehnten selbst verteidigen. 

Ein weiteres Thema, bei dem die USA Druck ausüben, ist die Pipeline Nordstream 2. Die USA drohen den beteiligten Firmen mit Sanktionen und wollen uns ihr eigenes Gas verkaufen. 
Wir werden dazu genötigt. Weder wirtschaftlich noch geopolitisch sind die Argumente der USA haltbar. Wirtschaftlich deswegen nicht, weil Pipeline-Gas billiger ist als LNG. Und das geo-ökonomische Argument - wir leben nicht mehr im Kalten Krieg. Amerika wird Russland künftig brauchen, um China einzudämmen. Aber erst wenn Washington Russland gegen China in Stellung bringt, dürfen wir als gute Transatlantiker auch russisches Pipeline-Gas ohne schlechtes Gewissen kaufen. Nochmal: Wer sich kein eigenes Militär leistet, ist erpressbar. 

Geht es bei all dem vorwiegend um die Förderung der US-Wirtschaft? Oder sind Trumps Ziele viel weitreichender?
Da geht es um etwas Größeres. Trump hat nicht weniger vor, und wir sollten ihn bitte nicht weiter unterschätzen, als  die regelbasierte Ordnung zu zerstören. Diese rule of law ermöglicht militärischen Liliputanern wie uns das gleiche Sagen wie den mächtigen USA. Amerika hat diese Ordnung zwar geschaffen. Sie hilft aus Sicht Trumps aber nur Amerikas Rivalen, ja Feinden. Das sind China und Europa. Also will er sie zerstören: die WTO, die Nato, die Uno. Anschließend gilt das Recht des Stärkeren. Und das ist in Trumps Sicht das Recht des militärisch Stärkeren. 

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    Meint Trump, auf Partner völlig verzichten zu können?
    In seiner Welt haben Staaten keine Freunde, sondern nur Interessen. Bei Trump kommt verschärfend hinzu, dass er keine gemeinsamen Interessen kennt. Er denkt in Nullsummen: Ich gewinne nur, wenn alle anderen verlieren. In dieser Welt lebt Trump, in dieser Welt handeln er und seine Sicherheits- und Wirtschaftsberater. Darauf müssen wir uns einstellen, alles andere wäre naiv. 

    Was raten Sie Unternehmen? Wie können sie sich schützen? 
    Da muss man Kontakte herstellen, mit den richtigen Leuten reden. Sie sollten sich an Leute halten, die das schon ein wenig länger beobachten und auch wissen, wer wo was zu sagen hat in den USA. Das ist zur Zeit nicht so leicht. Die bisherigen Kanäle, die bisherigen transatlantischen Beziehungen sind in vielerlei Hinsicht obsolet geworden. Es ist eine neue Führungselite am Werk, die viele lange Jahre ignoriert haben. Mit der gilt es jetzt, sich ins Benehmen zu setzen, auch um Schlimmeres zu verhindern. Für unser Land, für die Unternehmen, für Europa und die Weltordnung.

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