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Weltwirtschaftsforum Experten warnen vor Armut und Überschuldung

Die Kluft zwischen Arm und Reich, die Überschuldung der Staaten, der Klimawandel und die Gefahren aus dem Internet sind Risiken, mit denen die Welt in Zukunft zunehmend konfrontiert sein wird.

Probleme des globalen Wirtschaftssystems bräuchten in nächster Zukunft die volle Aufmerksamkeit von Politik und Wirtschaft, während gleichzeitig das Ökosystem der Erde unter Druck gerate Quelle: dpa

Vor allem die wachsende Kluft bei der Entwicklung der Einkommen wird nach Ansicht von Experten 2013 immer mehr auch zu einer Gefahr für die Weltwirtschaft: Die chronische Ungleichgewichte der Haushalte vieler Staaten und das Auseinandergehen der Einkommensschere zu den „beiden vorherrschenden globalen Risiken“ der nächsten Jahr, so die Studie des Weltwirtschaftsforums.

Einen völligen Ausfall des internationalen Finanzsystems wie auch eine große Trinkwasserknappheit als Resultat des Klimawandels wird es nach Angaben des Berichts „Globale Risiken 2013“, der am Dienstag in London vorgestellt wurde, allerdings nach Expertenmeinung nicht geben. „Die Welt steht wachsenden Risiken gegenüber, während die anhaltende Finanzkrise die öffentliche Aufmerksamkeit vom Klimawandel ablenkt“, warnen die Autoren der Studie.

Widerstandsfähige Dynamiken lautet das Motto in Davos

Der Welt-Risiko-Report soll in zwei Wochen beim WEF-Jahrestreffen in Davos (Schweiz) diskutiert werden. Dazu werden wieder einflussreiche Wirtschaftslenker, Wissenschaftler und Politiker erwartet - unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew. Dort sollen Möglichkeiten erörtert werden, wie die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaftssysteme gegenüber globalen Risiken gestärkt werden können. Gleichzeitig müsse die Gefahr von Umweltkatastrophen eingedämmt werden. „Widerstandsfähige Dynamiken“ ist das Motto des diesjährigen Treffens.

Die skurrilsten Zahlen und Fakten über Davos
Mittlerweile zum 43. Mal lädt Klaus Schwab, der Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums, zum Treffen in Davos. Das Thema diesen Jahres lautet "Resilient Dynamism" (zu deutsch: "Widerstandsfähige Dynamik"). Der Schweizer Nobelort hat 11.131 Einwohner - und wird im Tagungszeitraum von...
Iglu Quelle: dapd
Davos Quelle: AP
Viele Wirtschaftsbosse laden am Essen gerne Geschäftspartner zu einem Essen ein. Das Posthotel berechnet dabei nach NY-Times-Angaben pro Person mindestens 210 US-Dollar. Eine Cocktail-Party für 60 bis 80 Leute kostet pro Stunde 8000 US-Dollar.
Die meisten Gäste des Weltwirtschaftsforums reisen über den Flughafen in Zürich an. Die Schweizer Metropole liegt rund 150 Kilometer von Davos entfernt. Von Zürich-Kloten geht es mit einer Limousine nach Davos - oder per Helikopter. Eine Strecke kostet 3.400 US-Dollar.
Weltwirtschaftsforum Quelle: dpa
Wein Quelle: Fotolia

„Die nationale Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Risiken muss Priorität erhalten, damit kritische Systeme auch im Falle einer massiven Störung funktionsfähig bleiben“, sagte der geschäftsführende WEF-Direktor und Herausgeber der Studie, Lee Howell. Eine weitere Zunahme von Treibhausgasemissionen bewerteten die Teilnehmer der weltweiten Befragung als das drittwahrscheinlichste globale Risiko nach den Folgen der wachsenden Kluft bei den Einkommen sowie der Haushaltsungleichgewichte.

Weder das Wirtschaftssystem noch das Ökosystem dürfe vergessen werden

Probleme des globalen Wirtschaftssystems bräuchten in nächster Zukunft die volle Aufmerksamkeit von Politik und Wirtschaft, während gleichzeitig das Ökosystem der Erde unter Druck gerate. „Sind beide Systeme parallel Verwerfungen ausgesetzt, könnte dies den "perfekten globalen Sturm" auslösen mit potenziell verheerenden Folgen.“

Weitere Gefahren sind etwa Pandemien, die weltweit zunehmende Antibiotikaresistenz wie auch die Gefahren aus dem Internet-Missbrauch. Es sei an die Verbreitung eines islamfeindlichen Films erinnert, der gewalttätige Proteste nach sich zog. „Digitale Flächenbrände“ entstünden so, können aber auch inszeniert werden. Die traditionelle Wächterfunktion der Medien erodiere dagegen weiter.

Der Bericht wird jährlich auf Basis einer Befragung von mehr als 1000 Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erstellt. Im Mittelpunkt stehen die 50 weltweiten Risikopotenziale in den Kategorien Wirtschaft, Umwelt, Geopolitik, Gesellschaft und Technologie.

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