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Weltwirtschaftsforum in Davos François Hollande kämpft um die Gunst der Bosse

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Von Aufbruchsstimmung keine Spur

Seit Jahren wird beim WEF über Frankreich diskutiert. Bislang immer negativ. Von einer „verheerenden Wirtschaftspolitik“ sprach ein deutscher Spitzenmanager vor zwei Jahren in Davos in einem Hintergrundgespräch mit WirtschaftsWoche Online.

Seine Prognose (die sich inzwischen bewahrheitet hat): Das Land werde zu einem der größten Sorgenkinder in Europa. Auch im vergangenen Jahr sorgte die „grande nation“ einzig für kritische Kommentare – von französischen wie internationalen Konzernlenkern gleichermaßen.

Woran Frankreich krankt

„In der Wirtschaft ist Hollandes Ruf ramponiert. Ich glaube, dass viele Manager den Ankündigungen Hollandes skeptisch gegenüberstehen“, sagt auch Cavalier. Die Regierung habe sich bewegt und sich für eine wirtschaftliche Öffnung ausgesprochen. Aber: „In allen Studien und Umfragen können wir noch keine Trendwende erkennen. Der Geschäftsklimaindex etwa stagniert auf niedrigem Niveau.“

Von Aufbruchsstimmung ist in Frankreich keine Spur. Im Gegenteil. Vor einem Monat stritten sich die Regierung und der Unternehmerverband Medef. Der Streit dreht sich um den von Staatschef François Hollande vorgeschlagenen sogenannten Verantwortungspakt. Dieser sieht über drei Jahre Entlastungen von 40 Milliarden Euro für Unternehmen vor, die im Gegenzug neue Jobs schaffen sollen.

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    Bislang wurden aber nur vereinzelt Branchenvereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften beschlossen, um dies umzusetzen. Premierminister Manuel Valls hatte daraufhin von „Provokationen“ einiger Firmenchefs gesprochen. Angesichts der Entlastungen von 40 Milliarden Euro würden einige „ihrer Verantwortung nicht gerecht“. Frankreichs Unternehmerverbände konterten, die Firmen hätten „die Nase voll von den nicht gehaltenen Versprechen der Regierung.“

    In Davos wird spannend zu beobachten sein, ob François Hollande die Wogen glätten kann. Dass er die Diskussion sucht, ist ein starkes Signal. Und: Möglicherweise führen die Terroranschläge von Paris zu einem neuen Verständnis füreinander und zu einem Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft.

    Darauf verlassen aber sollte sich Hollande nicht. Er muss in Davos überzeugen. Mit einer starken, öffentlichen Rede - und in zahlreichen inoffiziellen Gesprächen in den Luxushotels.

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