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Weltwirtschaftsforum Die Weltretter von Davos

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Nur wenige Frauen unter den »worldLeadern«

Über Stunden empfing Wolfgang Schäuble Journalisten. Quelle: dpa

Seit Stunden empfängt er im 30-Minutentakt Journalisten und Finanzmanager, und in dem engen fensterlosen Kabuff herrscht seit zwei Tage Mangel genau an dem, wofür der Lungen-Kurort berühmt wurde: Sauerstoff. Davos, seine gedrängte Enge und notorische Überfüllung, das WEF von innen ist weit weniger glamourös als von außen. Klar gibt es am Abend rauschende Partys, bei denen sich nüchterne Unternehmensberater für ein paar Stunden psychedelisch geben mit blinkenden Anhängern und Neonbrillen. Und klar, tags wird in Interviews beklagt, dass nur 15 Prozent Frauen unter den »worldLeadern« sind, was die indische Feministin Kavita Ramdas die Frage nach der Definition von Leadership
Fragen stellen lässt: Wie definiert und selektiert den WEF-Organisator Klaus Schwab die Mächtigen und die Klugen? Wenn lädt der moderne König Arthur an seine Tafelrunde, wie viel Männer und Frauen? Am Abend jedenfalls ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen zugunsten ungewöhnlich schöner, junger und kluger Frauen die von irgendwoher auftauchen; irgendwie funktioniert das mit Frauen und Macht weiterhin nach einem uralten Muster. Was natürlich Moira Forbes, die junge Erbin des alten Verlagsimperiums auf ihrem jährlichen Davos-Treffen mit den mächtigsten 100 Frauen zurückweist. Frauen müssten sich eben klare Ziele setzen, fordert sie. Aber bessert sich so die Welt?

Vermutlich am wenigsten da, wo die Weltverbesserer sitzen. Matt Damon möchte über für den Zugang zu sauberem Wasser in der Dritten Welt sprechen. Der Andrang zu seinen Veranstaltungen ist groß – doch den meisten geht es nicht darum, über Hygiene, Brunnen und Klärwerke zu sprechen, sondern ein Schnappschuss mit dem iPad oder iPhone von dem Hollywoodstar zu machen. Die vermeintliche Elite wird zu Groupies. Auch Bill Gates ist da, der seine Microsoft-Milliarden jetzt für Entwicklungshilfe ausgibt; es sind viele und die Wirkung vor Ort ist messbar, seine Projekte effizienter als die staatlicher Entwicklungshelfer. Aber neben ihm sitzt der Spekulant George Soros, und an ihm wird die Fragwürdigkeit deutlich: An vielen Runden von Davos nehmen Abgesandte der vielen von Soros finanzierten Thinktanks Teil.

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