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Weltwirtschaftsgipfel 2008 Al Gore warnt vor Zuspitzung der Klimakrise

Friedensnobelpreisträger Al Gore und der Rockmusiker Bono reden den Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums in Davos ins Gewissen: Gore forderte einen stärkeren Einsatz gegen den globalen Klimawandel, U2-Sänger Bono verlangte von den führenden Industriestaaten mehr Engagement im Kampf gegen die Armut in der Welt.

Friedensnobelpreisträger Al Quelle: dpa

Der zweite Tag des Treffens von rund 2.500 Vertretern aus Regierung, Wirtschaft und Forschung in Davos war den Themen des Klimawandels und der Bekämpfung der Armut gewidmet. Die globale Erwärmung habe sich nach jüngsten Erkenntnissen weiter zugespitzt und beschleunigt, sagte der ehemalige US-Vizepräsident Gore. „Wir könnten die ganze Sitzung damit verbringen, nur über die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Wochen und Monate zu reden“, sagte Gore. Die gesamte menschliche Zivilisation sei in Gefahr, warnte Gore. Daher bedürfe es einer weltweiten Anstrengung im Kampf gegen die globale Erwärmung.

Bono, der die Bühne mit Gore teilte, forderte die Industriestaaten der G-8 auf, ihre Zusagen für Hilfszahlungen an die ärmsten Länder einzuhalten. Auf dem Gipfeltreffen im schottischen Gleneagle hätten die Staatschefs jährlich 50 Milliarden Dollar (34 Milliarden Euro) zugesagt, aber nur die Hälfte davon sei gezahlt worden, sagte Bono. „Das ist ein Skandal.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihm allerdings versprochen, Druck bei den übrigen G-8 Staaten zu machen. Das sei couragiert, besonders angesichts der Tatsache, dass Deutschland vier Prozent seiner Wirtschaftsleistung für die Folgen der Wiedervereinigung aufwende, sagte Bono.

Der Musiker lobte aber auch die bislang erzielten Fortschritte im Kampf gegen die weltweite Armut: „Es gibt jetzt zwei Millionen Afrikaner, die Aids-Medikamente bekommen und das ist ziemlich erstaunlich. 46 Millionen Moskitonetze, das ist ein toller Anfang“. Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy habe ihm für den Kampf gegen die Armut weitere Unterstützung zugesagt, erklärt Bono. Auf einer weiteren Veranstaltung erklärte der pakistanische Präsident Pervez Musharraf unterdessen, dass er sein Land in drei Schritten stabilisieren wolle. Als erstes soll es Mitte Februar eine freie und faire Wahl geben, dann soll das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden und schließlich der Kampf gegen Terroristen und Extremisten fortgesetzt werden. „Das wird sogar Auswirkungen auf Europas Straßen haben“, sagte Musharraf. Seine Regierung habe bereits große Fortschritte erzielt, er bitte aber darum, nicht an „westlichen und unrealistischen Vorstellungen von Demokratie und Menschenrechten“ gemessen zu werden, sagte Musharraf.

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