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Werner knallhart

Boykottiert Baden-Württemberg!

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Lieber vor Ort ein Zeichen setzen

Die gefährlichsten Länder der Welt
Zwei Jahren nach dem Aufstand ist Ägypten noch immer nicht zur Ruhe gekommen. Die Bewegung 6. April hatte 2011 maßgeblich zum Sturz des damaligen Präsidenten Husni Mubarak beigetragen. Im Wahlkampf 2012 unterstützte sie den Muslimbruder und heutigen Präsidenten Mohammed Mursi. Inzwischen gehört die Jugendbewegung jedoch zu den erbittertsten Gegnern der regierenden Islamisten. Die Terrorgefahr in dem nordafrikanischen Land ist weiterhin auf der höchsten Stufe. Dementsprechend weit oben steht das Land auf der Liste des Versicherungsmaklers Aon, der Risiken für Firmen und ihre Mitarbeiter weltweit versichert. Entstanden ist daraus eine "Weltkarte des Terrors"."Die Nachwirkungen des Arabischen Frühlings sind enorm", sagt Luisa Sprafke, Terrorexpertin von Aon in Deutschland. Bürgerkriege in Libyen und Syrien hätten in den angrenzenden Ländern zu hohen Risiken beigetragen. "Ägypten wurde in diesem Jahr aufgrund der anhaltenden öffentlichen Tumulte, der politischen Instabilität und des Terrorismus' wieder in den Kreis der Länder mit den höchsten Risikobewertungen aufgenommen", so Sprafke. Quelle: dapd
Im westafrikanischen Staat Mali besteht ein kontinuierliches Risiko politischer Instabilität. Weltweit ist 2013 die Bedrohung durch Terroranschläge oder politische Gewalt hoch. Mali gehört laut der "Weltkarte des Terrors" zu den gefährlichsten Staaten der Welt. Quelle: REUTERS
Mit dem Niger gehört ein weiterer westafrikanischer Staat zu den gefährlichsten der Welt. Hier ist die Terrorgefahr sogar noch angestiegen. Die gefährlichsten Regionen sind im Nahen Osten und Nordafrika. In 85 Prozent der Länder in diesen Regionen stellen Terrorismus und Sabotage die größten Bedrohungen dar. Quelle: REUTERS
Die Lage in Pakistan bleibt "äußerst instabil". Terroristen inszenieren beinahe täglich Anschläge in verschiedenen Provinzen. Hinzukommt eine schwierige Wirtschaftslage, wie auch ein hohes Maß an Gewalt und Korruption. In 44 Prozent der untersuchten Länder besteht eine latente Gefahr durch Terroranschläge. Quelle: dpa
Auch einige latein-und südamerikanische Länder, wie Honduras, finden sich unter den gefährlichsten Ländern der Welt. Nach der Absetzung von Präsident José Manuel Zelaya 2009 ist das Land instabil, vor allem, weil die Institutionen schwach sind. Die Gefahr von Streiks, Aufständen und Aufruhr wird durch die hohe Arbeitslosigkeit, politische Polarisierung und eine anhaltende Wirtschaftskrise verschärft. Quelle: REUTERS
Haiti ist nicht nur das ärmste Land der Karibik, sondern auch das gefährlichste. Das geht aus der Weltkarte für politische Risiken 2013 hervor, die der Versicherungsmakler Aon veröffentlicht hat. Dafür werden nach Angaben von Aon das politische Risiko in 163 Ländern und Territorien gemessen. Die aus den Daten erstellte Weltkarte dokumentiert das Risiko für Gewalt und Terrorismus, aber auch für Zahlungsausfälle und politische Einflussnahme. In jeder einzelnen Risikokategorie und in der Gesamtbewertung werden die Länder in sechs Stufen von niedrig bis sehr hoch bewertet. Haiti ist eines von 14 Ländern mit der Gesamtwertung sechs - sehr hohes Risiko. "Sowohl rechtliche und regulatorische Risiken als auch andauernde politische Gewalt sind besonders besorgniserregend", heißt es in der Länderbeschreibung der Risiko-Weltkarte. Mit Unruhen und kriegerischen Auseinandersetzungen beschäftigt sich dagegen das Heidelberger Institut für Konfliktforschung, das jedes Jahr das "Conflict Barometer" vorstellt. Quelle: REUTERS
Politische Instabilität und ein Umfeld der Unsicherheit attestieren die Risikoforscher dem südamerikanischen Venezuela. Nach dem Tod von Präsident Hugo Chávez - das Bild zeigt den Leichenzug zu seinen Ehren - steht das Land zwar möglicherweise vor einem Umbruch, dennoch hat das Land große finanzielle Probleme. "Die Haushaltslage hat sich deutlich verschlechtert", steht in der Beschreibung der Karte. Immerhin: Die Anfälligkeit des Bankensektor wird nur mit Stufe zwei Bewertet - mittel-niedrig. Diese Kategorie, genau wie Risiken im Zusammenhang mit Konjunkturpaketen und Geschäftsrisiken, ist in der Erhebung für 2013 neu dabei. Die Untersuchung konzentriert sich vor allem auf Afrika, Südamerika sowie Nah- und Fernost. Mitgliedsländer der Europäischen Union und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden in der Weltkarte für politische Risiken 2013 nicht bewertet. Quelle: REUTERS

Nächster Aspekt: Ist es zu opportunistisch, nur das zu boykottieren, was einem selber schadet? Sollten auch Männer einen großen Bogen um Indien machen, selbst wenn dort vornehmlich Frauen von Horden notgeiler Männer belästigt, gar vergewaltigt und im schlimmsten Fall sogar zur Befriedigung des Sexualtriebs ermordet werden? Oder reicht es, wenn Frauen wegbleiben?

Einerseits könnten die Frauen die Solidarität der Männer ja gut gebrauchen. Andererseits könnte hier der Kniff aller Boykott-Muffel greifen: Lieber vor Ort ein Zeichen setzen.

Das haben die vielen Superschlauen unserem Bundespräsidenten ja auch vorgehalten: Wäre er doch lieber nach Sotschi gefahren und hätte vor Ort ein Zeichen gesetzt. Er hätte doch den ganzen Tag so schön mit Homosexuellen zubringen können. Weil das ja unzweifelhaft viel, viel mehr bringt, als aus Protest wegzubleiben.

Also: Auf nach Indien! Und hier und da mal fallenlassen, dass Massenvergewaltigungen außerhalb von Indien als unüblich gelten.

Was ist eigentlich, wenn wunderschöne Flecken unseres Planeten ausgerechnet in Unrechtsstaaten liegen? Sollen wir uns etwa von Regimen, die weder die Rechte von Frauen noch von Andersgläubigen achten, etwa die schönsten Tauchgründe madig machen lassen? Ich sage: nein.

Der Duft von Freiheit und Sushi-Pizza
Kapstadt, SüdafrikaKapstadt findet sich unter den Reisetipps der New York Times wieder. Die Autorin Sarah Khan beschreibt die Stadt als äußerst vielfältig. Mode, Architektur, Galerien und Design haben einen Tourismus-Boom ausgelöst. Zusätzlich beschreibt sie Kapstadt als den Ort, an dem man über die Freiheit nachdenkt: Nelson Mandela fand seine Inspiration in Kapstadt und besuchte sie als erstes, nachdem er aus seiner jahrelangen Haft entlassen wurde. Quelle: dpa
Christchurch, NeuseelandChristchurch ist eine Stadt an der Ostküste Neuseelands. Sie gilt noch heute als die „englischste Stadt“ Neuseelands, was an der Architektur erkennbar ist. Autor Justin Bergman meint, die Stadt gewinne mittlerweile neue Kreativität – drei Jahre nachdem sie von zwei schweren Erdbeben getroffen wurde – und würde Touristen wieder zahlreich begrüßen. Quelle: rtr
Albanische KüsteAuch die albanische Küste hat touristische Vorzüge. Hier entstanden seit dem Jahr 2000 viele Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants. Außerhalb des Hauptorts Himara ist die Landschaft frei von solchen Bauten. Autor Tim Neville beschreibt Albanien als raue und authentische Schönheit zwischen Griechenland und Montenegro. Quelle: dpa
Downtown Los AngelesDowntown Los Angeles ist die Innenstadt von L.A. Das politische Zentrum der Stadt ist über eine Vielzahl von Stadtautobahnen mit anderen Teilen der Metropole verbunden. Für Touristen ist besonders der Grand Central Market interessant. Diese Arkaden wurden bereits 1917 gebaut. Hier gibt es ein reichliches Angebot von bestem Essen der ganzen Stadt. Und natürlich lässt es sich dort ebenso gut shoppen. Quelle: REUTERS
NamibiaNamibia eignet sich als Reiseziel für Touristen, die unberührte Natur und unendliche Weite suchen. Auch kann man hier Tiere bestaunen, wie beispielsweise Nashörner. Der Schutz der Nashörner spielt in Namibia eine große Rolle. Organisationen setzen sich seit langem für die Tiere ein, denen man auf Safaris in der Wüste begegnen kann. Quelle: dpa
Perth, AustralienDie Hauptstadt des Bundesstaates Western Australia ist die Heimat der Aborigines und bekannt für ihre langen Strandabschnitte. Zahlreiche Cafés, Geschäfte und teure Restaurants laden dazu ein, die Stadt zu besuchen. Übrigens wurde die Stadt 1856 auf Wunsch des britischen Kriegs- und Kolonialministers Sir George Murray nach der schottischen Stadt Perth benannt, in der er geboren und gestorben war. Quelle: dpa
Rotterdam, NiederlandeEine moderne Skyline, würfelförmige Architektur und einer der größten Seehäfen der Welt machen diese Stadt sehenswert. Auch der Bahnhof ist wichtiger Knotenpunkt internationaler Eisenbahnverbindungen. Darin befinden sich von Geschäften gesäumte Fußwege, die zum Shoppen einladen. Viele Kunstmuseen bereichern kulturell einen Aufenthalt in Rotterdam. Quelle: dpa

Soweit kommt es noch, dass die fiesen Despoten nun auch noch unsere Mutter Natur für sich alleine haben. Die gehört doch uns allen. Also, wenn Sie mich fragen: Man darf zwischen politischer und geographischer Weltkarte unterscheiden. Sie lieben die raue Einsamkeit der Tundra? Fahren Sie doch mal nach Russland.

Was anderes: Darf man vom Boykott ablassen, um Staaten für ihre Fortschritte in unserem Sinne zu belohnen? Myanmar ist formell eine "parlamentarische Demokratie mit Militäreinfluss". Was soll das denn sein? Nun, ein Viertel der Parlamentssitze muss an Militärangehörige gehen. Das ist undemokratisch, aber besser als vorher. Bis 2010 war das Volk einer Militärdiktatur unterworfen. Kann man nun also guten Gewissens seine Devisen ins Land pumpen?

Myanmar ist weiter eines der korruptesten Länder auf der Erde. Was der Staat einnimmt, fließt zu einem Großteil in die Finanzierung der Geheimdienste und der Polizei. Gewiefte Boykott-Strategen raten in solchen Fällen: Boykottieren Sie punktuell. Strafen Sie den Staat und fördern Sie die private Wirtschaft. Reisen Sie nicht mit der Staatsbahn, sondern fahren Sie mit einem privaten Taxi (was aus deutscher Sicht beides zum Schnäppchenpreis möglich ist). Fliegen Sie nicht mit der staatlichen Fluggesellschaft, sondern mit der privaten Asian Wings Airways oder mit der privaten malaiischen Air Asia (wobei in Malaysia auf homosexuelle Handlungen wiederum zwanzig Jahre Knast stehen. Ich sag's ja nur). Und vergessen Sie nicht den Kniff. Lächeln Sie und sagen Sie beizeiten Dinge wie "Korruption ist nicht schön" oder "Polizeistaaten sind nicht gerade das Gelbe vom Ei."  Das kann nichts schaden.

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