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Wichtige Wirtschaftsberaterin Christina Romer sagt Barack Obama Lebewohl

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 Ihre Berechnungen zu den Wachstumswirkungen staatlicher  Ausgabenprogramme wurden von anderen Wissenschaftlern jedoch angezweifelt. So war Romer zu dem Ergebnis gekommen, dass jeder Dollar an zusätzlichen Staatsausgaben das Bruttoinlandsprodukt um bis zu 1,5 Dollar wachsen lässt. Angebotsorientierte Ökonomen wie der Harvard-Professor Robert Barro hatten Romers Berechnungsmethoden dagegen als fragwürdig kritisiert und ihr vorgeworfen, damit ihren wissenschaftlichen Ruf zu ruinieren.

In eigenen Studien kam Barro zu dem Ergebnis, dass der Staat mit seinen Ausgaben private Investitionen verdrängt. Jeder Dollar an Staatsausgaben steigere das Bruttoinlandsprodukt im Schnitt daher nur um 60 Cents. Staatliche Konjunkturprogramme, so Barro, kosten mehr als sie nutzen. Die bisherigen Erfahrungen scheinen Barro Recht zu geben.

Ob Romer ihr Amt wegen der enttäuschenden Entwicklung der Wirtschaft aufgegeben hat, ist unklar. Offiziell heißt es, Romer gehe aus privaten Gründen nach Kalifornien zurück, wo ihr Mann David – ebenfalls ein renommierter Ökonom – an der Uni Berkeley lehrt. Allerdings gibt es auch Stimmen, die von Spannungen zwischen  Romer und dem Vorsitzenden des nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus, Larry Summers, berichten. Summers gilt im menschlichen Umgang als äußerst schwierig.

Romers Demission muss aber nicht den endgültigen Abschied aus der Wirtschaftspolitik bedeuten. Romer, so heißt es, habe Interesse an dem Präsidentenjob der regionalen Notenbank in San Francisco.  Dort könnte sie Janet Yellen nachfolgen, die nach dem Placet durch den US-Senat in die Fed-Zentrale nach Washington wechselt, um dort Stellvertreterin von Fed-Chef Ben Bernanke zu werden.

Als Präsidentin der regionalen Fed-Niederlassung in San Francisco hätte Romer die Möglichkeit, aktiv auf die geldpolitische Diskussion Einfluss zu nehmen. Alle drei Jahre könnte sie zudem nach dem geltenden Rotationsmodell direkt an den Zinsentscheidungen der Fed mitwirken. Nach Lage der Dinge wäre das 2012 der Fall.

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