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Wikileaks-Ermittlungen Vertrauter von Trump-Berater will offenbar aussagen

Verschwörungstheoretiker Jerome Corsi und Trump-Vertrauter Roger Stone sollen als Mittelsleute zwischen Trumps Team und Wikileaks fungiert zu haben. Corsi scheint bereit zu reden.

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Der Verschwörungstheoretiker und Trump-Unterstützer (r.), hier in einer Archivaufnahme aus 2008, ist in Verhandlungen mit dem Team von Sonderermittler Robert Mueller. Quelle: AP

Jefferson City Bei der vielschichtigen Untersuchung von US-Sonderermittler Robert Mueller zur Beeinflussung der US-Wahl durch Russland und möglichen Absprachen mit dem Wahlkampfteam von Donald Trump könnte es bald neue Erkenntnisse geben. Jerome Corsi, rechter Verschwörungstheoretiker und Vertrauter des früheren Trump-Beraters Roger Stone, sagte am Freitag, er verhandle mit Muellers Team über ein Schuldeingeständnis. Unklar war, ob er sich im Gegenzug für Milde auch bereit erklären will, andere in der Affäre zu belasten.

Muellers Team geht aktuell der Frage nach, ob Stone und Corsi - und möglicherweise sogar Trump selbst - vorab von Plänen der Enthüllungsplattform WikiLeaks wussten, gestohlene E-Mails von Hillary Clintons Wahlkampfchef John Podesta zu veröffentlichen. US-Geheimdienste gehen davon aus, dass sich russische Hacker die E-Mails verschafften und dann an WikiLeaks weitergaben. Sie wurden während des Wahlkampfs 2016 veröffentlicht und schadeten der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton, die die Wahl gegen Trump verlor.

Corsi hatte vergangene Woche selbst gesagt, er rechne damit, dass er wegen Falschaussage angeklagt werde. Sei zwei Monaten kooperiert der Autor und frühere Washington-Korrespondent des Verschwörungstheorie-Organs „InfoWars“ nach eigenen Angaben mit dem Mueller-Team und hat dem FBI zwei Computer und ein Handy übergeben, um seine Mails und Tweets zu überprüfen. Dass er nun mit dem Mueller-Team verhandelt, hatte zuerst die „Washington Post“ berichtet. Corsi bestätigte die Angaben auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP.

Weitere Details nannte Corsi nicht. Auch der Sprecher von Mueller wollte sich nicht weiter dazu äußern. Stone erklärte am Freitag, es sei offensichtlich, dass Corsi unter Druck gesetzt werde. „Er hat öffentlich immer wieder gesagt, dass er gedrängt wird, Sachen zu sagen, von denen er einfach nicht glaubt, dass sie passiert sind.“

Trump hatte Muellers Ermittlungen und parallele Russland-Untersuchungen im Kongress immer wieder als „Hexenjagd“ bezeichnet. Er selbst wurde nicht persönlich befragt, beantwortete aber letzte Woche schriftlich Fragen von Mueller.

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