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Wikileaks-Informant Manning im Hauptanklagepunkt nicht schuldig

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning ist am Dienstag vom US-Militärgericht in Fort Meade in 19 von 21 Anklagepunkten schuldig gesprochen worden.

Cyber-Attacken
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Virenattacke auf das iranische Atomkraftwerk Bushehr. Der mit hohem Aufwand entwickelte Cyber-Schädling Stuxnet sabotiert die Steuerung von Industrieanlagen. Das Virus ist so raffiniert, dass es sogar ein bereits desinfiziertes System erneut befallen und danach unentdeckt bleiben kann. dpa

Der WikiLeaks-Informant Bradley Manning ist am Dienstag wegen Geheimnisverrats und anderer Vergehen schuldig gesprochen worden, kann aber überraschend im am schwersten wiegenden Anklagepunkt einen Freispruch verbuchen. Ein US-Militärgericht in Fort Meade bei Washington urteilte, der 25-jährige Soldat sei nicht der Unterstützung des Feindes schuldig. Eine Verurteilung in diesem Punkt hätte eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Bewährung zur Folge gehabt.

Mit dem Richterspruch droht Manning eine Höchststrafe von 144 Jahren Gefängnis. Das Strafmaß soll jedoch erst im August verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits vor dem Prozess darauf verzichtet, bei einem Schuldspruch im Punkt „Unterstützung des Feindes“ (aiding the enemy) für Manning die Todesstrafe zu fordern. Manning hatte zuvor gestanden, als im Irak stationierter Soldat 2010 Hunderttausende geheime Dokumente aus Armeedatenbanken an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergereicht zu haben. Er beteuerte, dabei keine bösen Absichten gehabt zu haben.

Manning hatte 700.000 geheime Dokumente an die Internet-Enthüllungsplattform WikiLeaks übergeben und damit das größte Datenleck der US-Geschichte aufgerissen. Eines der weitergegebenen Videos zeigt einen Hubschrauberangriff auf eine Menschenmenge 2007 in Bagdad. Unter den Opfern waren auch zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Manning wurde im Mai 2010 verhaftet. Das Verfahren in Fort Meade bei Washington ist der erste große Prozess gegen einen sogenannten Whistleblower in den USA und könnte als Präzedenzfall für weitere bekannte Enthüller dienen.

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