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Wirkungslose Geldpolitik Japan steckt weiter in Rezession fest

Trotz der Geldschwemme schrumpft die Wirtschaft in Japan. Die japanische Notenbank muss sich deshalb harsche Kritik gefallen lassen. Dennoch verteidigt sie ihre Geldpolitik, sie sieht die Talsohle erreicht.

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Bei dem G20-Treffen am Freitag in Moskau wird sich die japanische Notenbank für ihre lockere Geldpolitik rechtfertigen müssen. Quelle: dpa

Japan ist trotz der extrem lockeren Geldpolitik seiner Notenbank noch nicht aus der Rezession herausgekommen. Das Bruttoinlandsprodukt sank im vierten Quartal 2012 überraschend um 0,1 Prozent, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Wegen des deutlich abgewerteten Yen - eine Folge der umstrittenen Geldschwemme - wird aber bald mit Besserung gerechnet. Notenbankchef Masaaki Shirakawa verteidigte seinen Kurs: Die getroffenen Maßnahmen seien bestimmt, die hartnäckige Deflation zu bekämpfen, nicht die Währung zu schwächen. "Wir werden das fortsetzen." Bei dem ab Freitag anstehenden Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Moskau wird er sich dafür aber trotzdem scharfe Kritik anhören müssen.

Japans Lage

Von Reuters befragte Experten hatten Japan zum Jahresende ein Wachstum von 0,1 Prozent zugetraut. Wirtschaftsminister Akira Amari geht allerdings davon aus, dass sich dank Konjunkturprogrammen und der schneller rotierenden Notenpresse eine baldige Erholung einstellen wird. Angesichts der jüngsten Talfahrt des Yen - knapp 20 Prozent gegenüber dem Dollar seit November - und der damit verbundenen verbesserten Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure sieht auch die Notenbank Licht am Ende des Tunnels: "Die japanische Wirtschaft hat offenbar die Talsohle erreicht."

Die Währungshüter beschlossen zudem, den Leitzins zwischen null und 0,1 Prozent zu belassen und ihr Programm zum Ankauf von Wertpapieren nicht auszudehnen. Der neue Ministerpräsident Shinzo Abe hat Ende 2012 sein Amt mit dem Versprechen angetreten, das Land aus der Deflationsfalle - einer Spirale aus sinkenden Preisen und schrumpfender Wirtschaft - herauszuführen. Unter dem Druck der Regierung hat die Notenbank ihr Inflationsziel schon auf zwei von einem Prozent nach oben gesetzt und will die Notenpresse noch stärker rotieren lassen - ab nächstem Jahr will sie sogar unbegrenzt Anleihen aufkaufen.

Nutznießer George Soros

Zehn Vorurteile über Japan - und die Wahrheit
Japan ist nicht Asien!Als Inselreich gehört Japan selbst geografisch nicht hundertprozentig zu Asien. Und kulturell auch nur eingeschränkt. Wer Japan kennt, kann also nicht sagen, dass er Asien kennt. Das liegt vor allem daran, dass sich Japan zwischen dem frühen 17. Jahrhundert und 1854 fast völlig von Asien und dem Rest der Welt abkapselte. Nur über die kleine niederländische Handelsstation Dejima (Bild) im Hafen von Nagasaki wurden Waren und Informationen ausgetauscht. Aber Japan blieb dadurch auch verschont von westlichem Kolonialismus. Nach der Meiji-Restauration 1868 modernisierte sich Japan in atemberaubender Geschwindigkeit und wurde selbst zu einer in Asien expandierenden Großmacht. Quelle: Gemeinfrei
Japaner und Chinesen haben nicht dieselbe SchriftDie japanische Schrift ist eine einzigartige Mischung. Eigennamen werden zum Großteil mit chinesischen Schriftzeichen – Kanji – geschrieben. Die Japaner nutzen etwa 2000 dieser Zeichen.  Einige Wörter und vor allem Endungen und Partikel werden in der Lautschrift Hiragana geschrieben. Für die immer zahlreicher werdenden Fremdwörter nutzen Japaner eine eigene Silbenschrift: Katakana. Quelle: Fotolia
Japaner sprechen nicht von „Samurai“Der Begriff wird eher im Westen verwendet. Japaner sprechen meist von „Bushi“, wenn sie die Krieger des alten Japans meinen. Der Ehrenkodex der Krieger hieß daher „Bushidô“, also „Weg des Kriegers“. Mit einem gewissen Rapper der Gegenwart hat das überhaupt nichts zu tun. Quelle: Fotolia
Geishas sind keine ProstituiertenJapans Kurtisanen sind bewandert in allen schönen Künsten, oft mehrerer Sprachen mächtig und vor allem redegewandt. Sie lachen, scherzen, tanzen, musizieren und bewegen sich äußerst gekonnt, lassen dezent Haut blitzen oder auch nicht und verwöhnen den Gast mit erlesenen Gerichten und Alkoholika. Sie sind ein Stück japanische Tradition aber keinesfalls Prostituierte - das waren sie auch früher nicht. Quelle: dpa
In Japan gibt es ausgezeichnetes BierDas traditionelle japanische alkoholische Nationalgetränk ist "Sake". Ein milder Reiswein, der im Winter heiß, im Sommer kalt genossen wird. Seit der Öffnung des Landes im 19. Jahrhundert und dank der Unterrichtung durch deutsche Braumeister hat sich aber immer mehr das Bier als eigentliches Nationalgetränk im Alltag durchgesetzt. Vor allem zu Sushi passt Bier am besten. Quelle: AP
Anime und Manga sind kein KinderkramAnimationsfilme und japanische Comics haben sich längst auch bei erwachsenen Japanern durchgesetzt. Viele sind thematisch auch ganz und gar nicht für Kinder gedacht. Sie sind der größte Kultur-Export-Schlager Japans, nicht zuletzt in Deutschland. Die Wurzeln des Manga sind in der alten japanischen Holzschnittkunst zu suchen, den ukio-e. Quelle: dpa
Japaner lächeln nicht immerEs stimmt schon, Japan ist ein Land des Lächelns. In Geschäften, in Restaurants wird man als Kunde wohltuend freundlich behandelt, selbst bei unfreundlichen Anlässen. Aber wer mehr als ein paar Touristentage in Japan verbringt, wird schnell auch japanische Härte und sogar Unfreundlichkeit erleben. Japanische Zollbeamte zum Beispiel kennen kein Lächeln. Einen lächelnden Sumo-Ringer wird man auch nur selten finden – zumindest nicht beim Kampf. Quelle: REUTERS

Diese Politik hat dem Land international den Ruf eingebracht, den Außenwert seiner Währung gezielt zu drücken und sich damit Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Die Weltbank warnte bereits vor einem heraufziehenden Währungskrieg und hat damit die EZB auf den Plan gerufen. Wer das Wort Währungskrieg in den Mund nehme, beschwöre damit womöglich noch "etwas Schlimmeres" herauf, mahnte EZB-Vizechef Vitor Constancio in Brüssel: "Der Eurokurs ist Schwankungen unterworfen. Die Situation ist so, wie sie ist."

Japan bringt Milliarden-Konjunkturprogramm auf den Weg

Notenbankchef Shirakawa will seine Geldpolitik nun noch einmal in Ruhe den G20-Ländern erklären. Das asiatische Land hat sich bereits in einer Erklärung der sieben führenden Industrienationen zu freien Wechselkursen bekannt.

Star-Investor wettet gegen Yen

Immer mehr japanische Firmen profitieren unterdessen von der Yen-Abwertung. So wies der Getränke-Hersteller Asahi Rekorde bei Umsatz und Gewinn aus, was die Aktionäre am Donnerstag entzückte. Zuletzt hatten schon die Schwergewichte Sony und Toyota geglänzt. Der Elektronik-Konzern kämpfte sich dank des schwächeren Yen zurück in die Gewinnzone. Der gerade an die Weltspitze zurückgekehrte Auto-Hersteller hob sein Gewinnziel an, weil der Absatz brummt. Beide Konzerne machen den Großteil ihres Geschäfts im Ausland.

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Einer der Nutznießer scheint auch US-Starinvestor George Soros zu sein. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge hat er mit seinen Fonds auf eine Abschwächung des Yen gewettet und damit Erfolg gehabt. Er habe rund eine Milliarde Dollar verdient, hieß es in dem Blatt unter Berufung auf Personen, die mit den Soros-Investments vertraut sind. Soros hatte in den 1990er-Jahren erfolgreich gegen das britische Pfund spekuliert und war damit reich geworden.

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