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Wirtschaftsforum Berlin China verspricht weitere Marktöffnung

China ist seit zwei Jahren der wichtigste deutsche Handelspartner in der Welt mit einem bilateralen Warenaustausch von fast 190 Milliarden Euro. Doch wie zuverlässig ist die Partnerschaft? Quelle: AP

Deutschland und China streben eine engere Zusammenarbeit an. In diesem Zuge will die Volksrepublik ihre Märkte für ausländische Unternehmen weiter öffnen. Die deutsche Wirtschaft profitiert von zahlreichen Projekten.

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Deutschland und China haben zu Beginn eines gemeinsamen Wirtschaftsforums in Berlin ihren Willen zu einer engeren Zusammenarbeit unterstrichen. Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiß sagte am Montag: „Wir wollen unsere beiden Länder stärken und wir wollen schauen, dass wir unsere Möglichkeiten noch einmal intensiveren.“ Sein chinesischer Kollege Lin Nianxiu, der Vize-Chef der nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, erklärte, die Volksrepublik werde ihren Markt weiter öffnen. „Die ausländischen Unternehmen werden mehr Chancen in China haben.“

Die Volksrepublik hat mehrfach eine weitere Liberalisierung der Märkte zugesagt, Kritikern zufolge hapert es aber an der Umsetzung. Auch die deutsche Wirtschaft fordert seit längerem von China eine raschere und weitgehendere Öffnung seiner Märkte für ausländische Waren und Investitionen.

China ist seit zwei Jahren der wichtigste deutsche Handelspartner in der Welt mit einem bilateralen Warenaustausch von fast 190 Milliarden Euro.
Mehrere Konzerne unterzeichneten am Montag anlässlich der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin entsprechende Vereinbarungen. Zugleich plant ein Hersteller aus China in Thüringen eine Batteriezellen-Fabrik für Elektroautos. Deutsches Geflügel soll laut dem Bundesagrarministerium nach einer längeren Handelssperre wegen der Vogelgrippe künftig wieder nach China exportiert werden dürfen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lobte leichtere Investitionsbedingungen für deutsche Firmen. Es zeige sich, dass bei der Marktöffnung den Worten auch Taten folgten. Sie verwies auf gelockerte Voraussetzungen für Beteiligungen in China, die zum Beispiel auch nicht mehr als Gemeinschaftsunternehmen angelegt sein müssten. In der Autobranche gebe es Möglichkeiten, höhere Anteile als 50 Prozent zu erlangen.
Der Chemiekonzern BASF prüft die Errichtung eines Verbundstandorts in Südchina. Das mögliche Projekt mit geschätzter Investitionssumme von rund 8,5 Milliarden Euro würde in Alleinverantwortung betrieben, wie das Unternehmen mitteilte. Der Elektrokonzern Siemens schloss unter anderem eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung von Turbinen. Daneben planen auch die Autobauer Daimler, Volkswagen und BMW sowie SAP, Bosch, Voith und Nokia weitere Projekte.

In Thüringen will der chinesische Hersteller CATL (Contemporary Amperex Technology Ltd.) eine Batteriezellen-Fabrik für Elektroautos bauen. In das Werk im Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ will CATL bis 2022 rund 240 Millionen Euro investieren und 600 neue Arbeitsplätze schaffen. Als erster Kunde des neuen Werkes vergab BMW am selben Tag einen Milliarden-Auftrag an die Chinesen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, wieder mögliche Geflügel-Exporte nach China seien eine gute Nachricht für die deutsche Branche. Nach Untersuchungen sei die chinesische Seite nun zu dem Ergebnis gekommen, dass für deutsches Geflügel kein Grund zur Sorge wegen eines früheren Auftretens der Vogelgrippe mehr bestehe.

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