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Wirtschaftssanktionen EU verlängert Russland-Sanktionen und koppelt sie an Friedensplan

Grund für die weiteren Sanktionen ist die unklare Lage bei den Fortschritten im Friedensprozess für die Ostukraine. Dadurch übt die EU Druck auf Wladimir Putin aus.

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Experten gehen nach Angaben von Diplomaten davon aus, dass die Sanktionen seitens der EU Russland bereits einen dreistelligen Milliardenbetrag gekostet haben. Quelle: dpa

Die EU hat die Wirtschaftssanktionen gegen Russland offiziell verlängert. Der Ministerrat setzte am Donnerstag die in der vergangenen Woche vom EU-Gipfel gegebene Vorgabe um, wie eine Sprecherin mitteilte. Die EU hatte die Handels- und Investitionsbeschränkungen trotz Milliardenverlusten für heimische Unternehmen zuletzt im Juni bis zum 31. Januar 2020 verlängert. Sie gelten nun weitere sechs Monate bis zum 31. Juli.

Grund für den Beschluss ist, dass es bislang unklar ist, ob es im Zuge der aktuellen Wiederbelebung des Friedensprozesses für die Ostukraine wirklich zu Fortschritten kommt.

Nach der aktuellen EU-Beschlusslage kann Russland erst auf eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen hoffen, wenn die Vereinbarungen des Minsker Friedensplanes komplett erfüllt sind. Mit der Koppelung der Sanktionen an den Friedensplan wollen die EU-Staaten den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu bewegen, seinen Einfluss auf die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine stärker für eine Beilegung des Konfliktes zu nutzen.

Experten gehen nach Angaben von Diplomaten davon aus, dass die Sanktionen Russland bereits einen dreistelligen Milliardenbetrag gekostet haben. Doch auch die europäische Konjunktur wird in Mitleidenschaft gezogen, da die Strafmaßnahmen den Handel vieler EU-Unternehmen mit Russland erschweren und Moskau im Gegenzug Einfuhrverbote für westliche Agrarprodukte wie Obst und Fleisch verhängt hat.

Eingeführt wurden die EU-Strafmaßnahmen nach dem Absturz eines malaysischen Flugzeugs mit 298 Menschen an Bord über der Ostukraine im Juli 2014. Es soll nach Angaben von westlichen Ermittlern von prorussischen Separatisten abgeschossen worden sein.

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