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WTO-Abkommen Deutschland zählt zu den Gewinnern

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Kostenersparnis durch Bürokratieabbau

Wie sich die Welt abschottet
US-Präsident Barack Obama Quelle: dpa
Ein Straßenhändler in Indien Quelle: REUTERS
Ein Bauer füttert seine Kühe Quelle: dpa/dpaweb
Abbau von Seltenen Erden in einer Mine in Ganxian Quelle: dpa
Die Christusstatue auf dem Corcovado Quelle: dapd
Mitarbeiter der Volkswagen AG im VW-Werk in Kaluga Quelle: AP
Arbeiter entladen importierten Reis von einem Schiff Quelle: REUTERS

Wenn nun - und das ist ein Ergebnis von Bali - massiv Bürokratie im grenzüberschreitenden Handel Zug um Zug abgebaut wird, dann merken das die deutschen Außenhändler das besonders stark. Weniger Belege, Nachweise, Formblätter, Zertifikate - das ist pures Geld wert. "Jedes Handelsgeschäft beschäftigt im Durchschnitt 25 Personen, erfordert 40 Dokumente und führt zu 200 Datensätzen", umriss Jens Nagel vom Handelsverband BGA den Aufwand kürzlich. Was da gespart werden kann, ist offensichtlich.

Dass mit Bali der Beweis gelungen ist, dass multilaterale Absprachen für Handelserleichterungen möglich sind, freut die Deutschen besonders. "Grundsätzlich ist multilateral immer besser. Der Grund lautet: weil es einfach einfacher ist", sagte der Handelsexperte Nagel. Dabei schien es in den letzten Jahren so, als funktioniere dieser Weg einfach nicht. Daher suchten immer mehr Partner ihr Heil in zweiseitigen Freihandelsabkommen, wie etwa das angepeilte Abkommen zwischen den USA und der EU. Das Problem dabei ist, dass alle anderen bei zweiseitigen Vereinbarungen außen vor bleiben. Und da die wirtschaftlich schwachen Länder als Partner solcher Abkommen relativ uninteressant sind, drohen gerade die Entwicklungsländer an den Rand gedrängt zu werden. Mit der multilateralen Lösung von Bali haben sie Chancen, besser in den Welthandel eingebunden zu werden.

Ausland



Ein ganz großer Gewinner von Bali ist schließlich die WTO selbst. Sie stand in der Gefahr, bei einem Scheitern der Konferenz einen wesentlichen Teil ihrer Reputation als internationalen Schlichter in Handelsstreits und als Architekt und Wächter eines freieren Welthandels zu verspielen. Das wurde nun abgewendet - mit dem besonderen Beitrag eines weiteren Gewinners: des neuen Generalsekretärs Azevedo. Für den Brasilianer bot Bali die einmalige Möglichkeit, die lange Serie der Misserfolge in den zwölf Jahren seit dem Beginn der umfassenden Doha-Runde für mehr Freihandel endlich zu beenden.

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