WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

WTO-Beitritt Putins Ordnungspolitik ist in Gefahr

Seite 4/4

Anreize schaffen

Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Air Berlin startet von einem Flughafen Quelle: dpa

„Viele Medizintechnikunternehmen würden gern lokalisieren“, sagt Julius Krüger, der für FMC neue Märkte erschließt, „aber dann muss die Regierung auch Anreize schaffen.“ Da sich durch den WTO-Beitritt nicht viel ändert, kann das nur über das Investitionsklima und staatliche Nachfrage laufen.

Dagegen ist in Russlands Wirtschaft die Angst größer als die Vorfreude auf den WTO-Beitritt. Am lautesten ruft die Agrarbranche nach Hilfe vom Staat. Stefan Dürr, der als Deutscher einen der größten russischen Milchviehbetriebe leitet, kann das nicht nachvollziehen: „Wir Landwirte werden in Russland mit hohen Preisen verwöhnt.“

Der WTO-Beitritt werde kaum Folgen haben – wohl auch nicht für die Investitionen, die der Wiederaufbau der Agrarbranche anzieht: Auch als WTO-Mitglied dürfe die Regierung diese weiter durch Kreditzins-Zuschüsse fördern – für Dürr der entscheidende Anreiz. Davon profitieren indirekt auch deutsche Landtechnikhersteller wie Claas oder Lemken.

Günstig für Fluglinien

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Geld sparen künftig ausländische Fluglinien: Airlines wie die Lufthansa müssen bisher Gebühren zahlen, wenn sie Russland auf dem Weg nach Asien überfliegen. Die Tarife sind gerade so niedrig, dass sich der Sprit für den Umweg nicht lohnt – aber ausreichend hoch, um der staatlichen Aeroflot Vorteile zu verschaffen, der die Einnahmen zufließen.

    Fluglinien der EU-Länder überwiesen 2010 rund 320 Millionen Dollar, ab Januar soll damit Schluss sein – dank WTO.

    Wer allerdings nun glaubt, Putin werde über Nacht zum Verfechter des Freihandels, wird wohl enttäuscht werden. Geht es um nationale Interessen, wird er auch als WTO-Mitglied kein Pardon kennen. Notfalls lässt er es auf einen Konflikt ankommen – es ist ja der Westen, der Russland unbedingt im Klub haben wollte.

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    Zur Startseite
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%