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WTO-Beitritt Putins Ordnungspolitik ist in Gefahr

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Russland lohnt sich nicht für alle

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn steht zusammen mit dem Werksleiter des neuen Volkswagenwerks, Friedrich-Wilhelm Jung in kaluga Quelle: dpa

VW-Chef Martin Winterkorn hat aber ein anderes Problem: Wenn sich keine weiteren Lieferanten rund um seine Fabrik im südlich von Moskau gelegenen Kaluga niederlassen, schafft VW die Quote für lokale Komponenten nicht – und muss Zölle zahlen, womöglich gar rückwirkend. In Russland fehlt es an guten Zulieferern.

Und für die deutschen gilt: Wenn die Zölle sowieso bald sinken, lohnt sich das Russland-Abenteuer nicht. Zumal die Kosten für Bau und Betrieb der Werke wegen des Mangels an Personal, hoher Bürokratie, rechtlicher Risiken und geringer Stückzahlen höher sind als in anderen Schwellenländern.

Der WTO-Beitritt deckt einen Widerspruch in Putins Wirtschaftspolitik auf: Der Kreml will Investoren dazu bringen, in Russland Wertschöpfung, also auch Arbeitsplätze zu schaffen. Freihandel bedeutet aber, dass Unternehmen frei entscheiden können, ob sie am Markt mit einem Werk präsent sein oder dorthin exportieren wollen.

Russland nur als Dienstleistungsmarkt, nicht Produktionsstätte

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    „Mit dem WTO-Beitritt steigt die Notwendigkeit für Russland, das Investitionsklima zu verbessern“, erzählt Michael Schwartz von der Londoner Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, die Investoren in Russland berät.

    Das zeigt das Beispiel des Dax-Konzerns Fresenius Medical Care (FMC). Just diesen Donnerstag, da in Genf Russlands WTO-Beitritt besiegelt wird, nimmt der hessische Konzern in Krasnodar die größte Dialyseklinik Europas in Betrieb. Russland ist für FMC bislang vor allem ein Dienstleistungsmarkt, Dialyselösungen und Geräte kommen überwiegend aus Deutschland.

    Dabei will die russische Regierung bei Pharma- und Medizintechnik den Anteil lokal produzierter Waren von heute 21 auf 40 Prozent erhöhen. Nur wie? Fast alle Produkte für die Gesundheitsbranche werden zollfrei importiert, da russische Hersteller den Bedarf nie allein decken konnten.

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