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Xi Jinping Schritt für Schritt zur Macht über China

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Alle Mitglieder der KP gehören zu den Allerreichsten

Chinesen machen im deutschen Mittelstand fette Beute
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Proteste gegen Umweltverschmutzung zum Beispiel finden hier ein landesweites Echo. „Schau auf Weibo, und du denkst, China ist nicht weit entfernt von Demokratie. Schau auf die Straße, und du denkst, die Kulturrevolution ist noch immer nicht zu Ende“, schrieb im September ein User. Das wird sich aber ändern, meint ein anderer: „Sobald das Wachstum sich ein wenig abkühlt, werden Leute auf die Straße gehen.“

Die Parteispitze in Peking reagiert darauf bislang eher hilflos.

Sie versucht sich als Kämpferin gegen die Korruption in den Provinzstädten zu stilisieren, aber das klappt nicht. Zuletzt hat der Skandal um den prominenten Spitzenpolitiker Bo Xilai, dessen Frau wegen Mordes verurteilt wurde und der selber kurz vor seinem Aufstieg in den innersten Führungszirkel alle Ämter verlor, die gesamte Elite der KP belastet. Es heißt, sämtliche Mitglieder des Politbüros gehörten zu den 500 reichsten Chinesen.

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Sie sind damit Teil einer ökonomischen Elite, die mit der Lebenssituation der meisten Chinesen nichts mehr zu tun hat. Ein durchschnittlicher Fabrikarbeiter verdient etwas mehr als umgerechnet 300 Euro im Monat. Trotzdem spart er einen viel größeren Teil seines Einkommens als Europäer oder Amerikaner: Eine chinesische Familie spart 25 Prozent ihres Einkommens, in Deutschland sind es etwa elf Prozent.

Viele haben kaum eine Alternative – wegen der mangelnden sozialen Absicherung. Die Leute bangen um die Finanzierung von Krankheitskosten genauso wie um das Geld für die Ausbildung ihrer Kinder und für das eigene Alter.

Ausland



Trotz einer wachsenden Mittelschicht ist darum die Konsumquote im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt stark geschrumpft: von 1997 bis heute von 45 auf 36 Prozent.

„Damit die Nachfrage nach Konsumgütern weiter steigt, muss mehr Geld bei den einfachen Leuten ankommen“, sagt der Analyst Miller. Die staatlichen Banken transferieren systematisch Geld von Sparern zu Investoren, indem sie Spar- und Kreditzinsen entsprechend festlegen. Die Zinssätze für Guthaben, so Miller, „sind immer noch viel zu niedrig, sodass Sparer de facto einen Negativzins bekamen.“ Weil der Binnenkonsum nicht anspringt, bleibt China abhängig vom Export und damit vom volatilen Weltmarkt. Derzeit bringt die bröckelnde Nachfrage aus Europa viele chinesische Unternehmen in Schwierigkeiten.

Aber noch viel größer wären umgekehrt die Probleme der Weltwirtschaft, wenn die riesige chinesische Volksrepublik in eine lang andauernde Krise taumeln würde. Um das zu verhindern, müssten die neuen Führer Chinas das System umstoßen, dem sie ihren eigenen Aufstieg verdanken.

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