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Zinssenkung Russische Notenbank stemmt sich gegen die Krise

Russlands Notenbank hat auf den Konjunktureinbruch mit einer Zinssenkung reagiert. Sie kappte den Leitsatz am Montag um einen vollen Punkt auf 11,5 Prozent.

Wo deutsche Unternehmen in Russland aktiv sind
E.On-Fahnen Quelle: REUTERS
Dimitri Medwedew und Peter Löscher Quelle: dpa
Dem Autobauer bröckelt in Russland die Nachfrage weg. Noch geht es ihm besser als der Konkurrenz. Martin Winterkorn hat einige Klimmzüge machen müssen - aber theoretisch ist das Ziel erreicht: Volkswagen könnte in Russland 300.000 Autos lokal fertigen lassen. Den Großteil stellen die Wolfsburger in ihrem eigenen Werk her, das 170 Kilometer südwestlich von Moskau in Kaluga liegt. Vor gut einem Jahr startete zudem die Lohnfertigung in Nischni Nowgorod östlich Moskau, wo der einstige Wolga-Hersteller GAZ dem deutschen Autoriesen als Lohnfertiger zu Diensten steht. Somit erfüllt Volkswagen alle Forderungen der russischen Regierung: Die zwingt den Autobauer per Dekret dazu, im Inland Kapazitäten aufzubauen und einen Großteil der Zulieferteile aus russischen Werken zu beziehen. Andernfalls könnten die Behörden Zollvorteile auf jene teuren Teile streichen, die weiterhin importiert werden. Der Kreml will damit ausländische Hersteller zur Wertschöpfung vor Ort zwingen und nimmt sich so China zum Vorbild, das mit dieser Politik schon in den Achtzigerjahren begonnen hat. Die Sache hat nur einen Haken: Die Nachfrage in Russland bricht gerade weg - nicht im Traum kann Volkswagen die opulenten Kapazitäten auslasten. 2013 gingen die Verkäufe der Marke VW um etwa fünf Prozent auf 156.000 Fahrzeuge zurück. Wobei die Konkurrenz stärker im Minus war. Hinzu kommt jetzt die Sorge um die Entwicklungen auf der Krim. VW-Chef Martin Winterkorn sagte der WirtschaftsWoche: "Als großer Handelspartner blicekn wir mit Sorge in die Ukraine und nach Russland." Er verwies dabei nicht nur auf das VW-Werk in Kaluga, sondern auch auf die Nutzfahrzeugtochter MAN, die in St. Petersburg derzeit ein eigenes Werk hochfährt. Der Lkw-Markt ist von der Rezession betroffen, da die Baukonjunktur schwächelt. Quelle: dpa

Russlands Notenbank stemmt sich mit niedrigeren Zinsen gegen die schwere Wirtschaftskrise. Sie kappte den Leitsatz am Montag um einen vollen Punkt auf 11,5 Prozent. Experten hatten mit diesem Schritt gerechnet. Die Währungshüter um Notenbankchefin Elvira Nabiullina äußerten Sorge darüber, dass sich das Konjunkturbild beträchtlich eingetrübt habe. Angesichts der westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise und dem Preisverfall des wichtigsten Exportguts Öl droht dem Land eine tiefe Rezession. Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew kritisierte den Zinsschritt als nicht aggressiv genug.

Die Sanktionen der EU und USA gegen Russland

Im ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach revidierten Daten um 2,2 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistikamt mitteilte. Es war in einer ersten Schätzung von 1,9 Prozent ausgegangen. Die Notenbank geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im gesamten Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen wird. Sie signalisierte zugleich, dass sie bei sinkenden Inflationsgefahren zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik zur Stützung der Konjunktur bereit sei. Doch der Spielraum für weitere Senkungen werde durch die Risiken bei der Preisentwicklung in den nächsten Monaten begrenzt.

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Zuletzt hatte sich die Inflationsrate im Mai auf 15,8 Prozent verringert, nachdem die Jahresteuerung im März noch bei 16,9 Prozent gelegen hatte. Zugleich war die Wirtschaftsleistung im April zum Vorjahr um 4,2 Prozent eingebrochen - der größte monatliche Rückgang seit 2009. Der Rubel legte nach dem Zinsentscheid kurzzeitig zu, bevor der Kurs wieder nachgab. Analysten erwarten, dass künftige Zinssenkungen eher moderat ausfallen werden. "Es könnte bei den nächsten Sitzungen insgesamt einen halben Prozentpunkt nach unten gehen", meint Ökonom William Jackson vom Finanzhaus Capital Economics in London.

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