Zucman/Saez-Analyse Der unglaubliche Vorsprung der Superreichen

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. So weit, so bekannt. Nun fand Piketty-Schüler Gabriel Zucman allerdings heraus: Das liegt vor allem am reichsten Zehntelprozent.

Mark Zuckerberg und seine Ehefrau Priscilla Chan Quelle: REUTERS

Für Bill Gates, Oracle-Gründer Larry Ellison, die Koch-Brüder oder Mark Zuckerberg war 2014 ein gutes Jahr – zumindest finanziell betrachtet. Das "Forbes"-Magazin hat errechnet, dass die 400 reichsten Menschen der USA unglaubliche 2,29 Billionen US-Dollar auf ihren Konten geparkt haben – 270 Milliarden Dollar mehr als noch im Vorjahr.

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg etwa, der reichste Mensch unter 40 Jahren, konnte sein Vermögen innerhalb eines Jahres um 15 Milliarden Dollar vermehren: von 19 auf 34 Milliarden Dollar. An Leuten wie Zuckerberg und Gates – genauer gesagt: an den 160.000 reichsten US-Familien – liegt es auch, dass der Wohlstand in den USA immer ungleicher verteilt ist.

Hier wohnen die meisten Millionäre
Platz 10: OmanDas Öl hat den Oman reich gemacht: 3,7 Prozent der Haushalte haben mehr als eine Million Dollar. Das geht aus der Studie „Global Wealth 2014“ der Unternehmensberatung BCG hervor. Im Oman vertreiben die Reichen sich ihre Zeit unter anderem mit Kamelrennen. Quelle: obs
Platz 9: TaiwanIn Taiwan bevorzugt die Oberschicht Drachenbootrennen. Etwa einer von 25 Haushalten verfügt über mehr als eine Million Dollar. Insgesamt wachsen die Vermögen in Asien am schnellsten. Quelle: AP
Platz 8: IsraelTrotz religiöser Konflikte ist die Reichen-Dichte in Israel recht hoch: 4,6 Prozent aller Familien besitzen eine Million Dollar oder mehr. Gute Zeiten für Goldhändler wie hier in Jerusalem. Quelle: REUTERS
Platz 7: USAInsgesamt wohnen mehr als sieben Millionen Millionäre in den USA. Das entspricht knapp sechs Prozent aller Haushalte. Unter den Reichen gehört es zum guten Ton, das Geld auch für die Allgemeinheit einzusetzen: Hier etwa ein Museum, das die Unternehmerfamilie Getty finanziert hat. Quelle: AP
Platz 6: BahrainIn puncto Millionärsdichte ist der Öl-Staat Bahrain gleichauf mit den USA. Statt Museen bauten die Scheichs unter anderem in eine Formel 1-Rennstrecke mitten in der Wüste (Kosten: 123 Millionen Dollar). Quelle: dpa/dpaweb
Platz 5: KuwaitÖlstaat, der Dritte: Neun von hundert Haushalten in Kuwait haben mehr als eine Million Dollar zur Verfügung. Statt Formel 1 bevorzugt man hier traditionelle Sportarten wie die Falkenjagd. Quelle: REUTERS
Platz 4: Hong KongKaum eine Stadt ist dichter besiedelt als Hong Kong. Und fast jeder zehnte Haushalt hat mehr als eine Million auf dem Konto... Quelle: AP

Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman, der Franzose ist ein Schüler von Thomas Piketty und sorgte mit einem Buch über Steueroasen wie die Schweiz und Luxemburg für Aufsehen, fanden in einer Studie heraus: Der Reichtum in den USA verteilt sich nicht mehr auf die reichsten zehn Prozent – sondern liegt hauptsächlich bei den reichsten 0,1 Prozent.

"Im Grunde genommen ist die gesamte Zunahme (des Vermögens) bei den reichsten zehn Prozent zurückzuführen auf den Anstieg des Reichtums der 0,1 Prozent an der Spitze", schreiben die Wissenschaftler. Ihr Anteil am Vermögen ist seit 1979 von sieben Prozent auf 22 Prozent im Jahr 2012 gestiegen.

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Die 160.000 reichsten US-Familien besitzen inzwischen ein nahezu ähnlich großes Vermögen wie die große Masse der Amerikaner – nämlich die 90 Prozent der Bürger, die nicht zu den oberen zehn Prozent gehören. Das sind bei rund 314 Millionen Einwohnern satte 282,6 Millionen Menschen. Bei ihnen stagnierte das Vermögen laut Saez/Zucman seit Jahren.

Erstaunlich: Die beiden Ökonomen fanden heraus, dass die Superreichen im Durchschnitt deutlich jünger sind, als es die vermögendsten Menschen in den 1960er-Jahren waren. Sprich: In den USA ist es möglich, früher denn je ein Vermögen anzuhäufen.

So, wie es Mark Zuckerberg gelungen ist. Oder auch der gerade einmal 30-jährigen Studienabbrecherin Elizabeth Holmes aus Washington. Sie gründete das Unternehmen Theranos, das einfach anwendbare Bluttests entwickelte. Sie beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und hat mit ihren jungen Jahren bereits ein Vermögen von 4,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Platz 111 in der Liste der Superreichen.

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