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Zukunft des Euro "Die Euro-Krise ist ein Weckruf"

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Das soll helfen?

Wenn all die Elemente, die derzeit auf der EU-Agenda verstreut sind, zu einer konsistenten Wachstumsstrategie zusammengefasst würden, wären die Märkte beeindruckt. Denn dann wäre die EU nicht mehr nur der Koordinator von nationaler Politik, sondern selbst handelnder Akteur.

Ist es nicht auch wichtig, dass alle Länder ihre Hausaufgaben machen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit steigern?

Das ist ein schwierigeres Kapitel als Haushalt und Defizit. Lohnverhandlungen zum Beispiel laufen national. Wenn die Gewerkschaften der Länder im direkten Wettbewerb stehen, gibt es immer Gewinner und Verlierer. Es ist unmöglich, dass alle gleichzeitig wettbewerbsfähiger werden. Entweder brauchen wir also ein umverteilendes Element – oder die Solidarität der Arbeitnehmer muss nationale Grenzen überschreiten.

Wie soll das funktionieren?

Die Arbeiterbewegung hat historisch einen starken internationalen Geist. Gewerkschaften basieren auf Solidarität, warum soll die an Landesgrenzen Halt machen?

Weil die Solidarität im 21. Jahrhundert vielleicht nicht mehr so ausgeprägt ist. Viele Deutsche sehen nicht ein, warum sie für Griechenland ein Opfer bringen sollen.

Leider ist in Deutschland die Ansicht verbreitet, dass der Euro etwas sei, von dem vor allem andere profitiert haben. Dass manche Länder ihren Verlust an Wettbewerbsfähigkeit nicht durch Abwertungen wieder gutmachen konnten, war aber ein großer Vorteil für Deutschland. Es war und ist ein großer Vorteil für Ihr Land, von Staaten mit einer stabilen Währung umgeben zu sein. Das sollte den deutschen Wählern deutlicher erklärt werden.

Muss die Politik die Arbeit der EU generell anders kommunizieren?

Leider verbuchen Politiker positive Entscheidungen gerne auf das eigene Konto und machen Brüssel für unangenehme Entscheidungen verantwortlich. Da entsteht der Eindruck, nationale Politiker könnten Brüssel nicht leiden.

Was ist Ihre Prognose für den Euro 2011?

Padoa-Schioppa: Die EU wird sich durchwursteln. Allmählich dürfte sich an den Märkten die Erkenntnis durchsetzen,dass die Politik ein Ende des Euro nicht zulässt. 

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