Zwei Festnahmen Offenbar IS-Anschlag in Australien vereitelt

Die australische Polizei hat in Sydney zwei Terrorverdächtige festgenommen. Die beiden Männer im Alter von 24 und 25 Jahren sollen einen Anschlag im Namen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geplant haben.

Verdächtige seien am Dienstag in Sydney festgenommen worden. Quelle: dpa

Die australische Polizei hat in Sydney nach eigenen Angaben einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag vereitelt. Wie die stellvertretende Polizeichefin des Bundesstaates New South Wales, Catherine Burn, am Mittwoch sagte, wurden am Dienstag bei erneuten Antiterrorrazzien zwei Männer festgenommen - am selben Tag, an dem sie mutmaßlich eine Attacke in der australischen Metropole verüben wollten.

Bei den 24 und 25 Jahre alten Männern sei eine selbst hergestellte Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat gefunden worden, sagte Burn auf einer Pressekonferenz. Sie hätten einen Angriff mit einem Jagdmesser und einer Machete geplant gehabt, doch die Razzia in dem westlichen Vorort Fairfield habe diese gerade noch rechtzeitig verhindert. „Wir glauben, dass die Männer möglicherweise jemanden verletzen, vielleicht sogar töten wollten, und dabei möglicherweise einen der Gegenstände gebrauchen wollten, die wir gestern entdeckt und eingezogen haben, vermutlich ein Messer“, sagte Burn. Die Polizei prüfe nun, ob die beiden jungen Männer in Kontakt mit Mitgliedern des IS gestanden haben.

Die Terrorverdächtigen sollten am Mittwoch vor Gericht erscheinen. Ihnen wird die Vorbereitung oder Planung einer terroristischen Tat vorgeworfen. Bei einer Verurteilung könnten sie nach australischem Gesetz lebenslang ins Gefängnis kommen. Bereits im September hatte die Polizei bei Antiterrorrazzien in Sydney und weiteren Städten zugeschlagen und einen Mann festgenommen. Diesem wird vorgeworfen, sich mit einem IS-Anführer in Syrien zusammengeschlossen zu haben, um eine zufällig ausgewählte Person in Sydney zu enthaupten. An eine Verbindung zu den nun Festgenommenen glaubt die Polizei aber nicht.

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In Dezember hatte ein radikaler und vorbestrafter Iraner in der australischen Metropole 16 Stunden lang insgesamt 18 Geiseln genommen und sich mit ihnen in einem Lindt-Café am Martin Place mitten im Stadtzentrum verschanzt. Das Drama endete damit, dass die Polizei das Lokal stürmte. Der Täter, der sich als Vertreter des IS sah, und zwei Geiseln starben.

Die starke Vermehrung von geplanten Taten im IS-Stil in Ländern wie Australien kommt nicht überraschend, weil sie allgemein relativ simpel durchführbar und damit schwerer zu stoppen sind, sagte der frühere Geheimdienstmitarbeiter und Terrorexperte der Australian National University, Clive Williams. „Ein Auto in eine Gruppe Polizisten zu fahren braucht keinerlei Planung“, sagte Williams. Dies unterscheide diese Taten von dem, was das Terrornetzwerk Al-Kaida jahrelang versucht habe: viele Opfer mit Hilfe von Bomben zu töten, was größere Vorbereitung und Organisation notwendig gemacht habe.

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