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+++ Corona-News aktuell +++ Corona-Genesenenstatus nur noch drei Monaten gültig

Man gilt von nun an als genesen, wenn die nachweisbare Infektion nicht mehr als drei Monate zurückliegt. Quelle: dpa

Die Omikron-Fälle steigen rasant. Aufgrund des Risikos selbst ein Übertrager zu sein, verändert sich nun die Dauer des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate in Deutschland. Alle Corona-News im Überblick.

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Montag, 17. Januar

Ministerium: Kürzerer Genesenenstatus wegen Omikron

Der Corona-Genesenenstatus ist auf drei Monaten verkürzt worden - das Bundesgesundheitsministerium begründet dies mit der neuen Virusvariante Omikron. Diese Festlegung des Robert Koch-Instituts (RKI) sei aus wissenschaftlicher Sicht erfolgt, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Hintergrund sei, dass aufgrund der vorherrschenden Omikron-Variante ein sehr viel größeres Risiko bestehe, nach dieser Zeit zu erkranken oder Überträger zu sein. Die vorherige Zeitspanne von sechs Monaten habe gegolten, so lange man mit der vorherrschenden Delta-Variante umgehen musste.

Die neue Vorgabe knüpft an eine vom Bundesrat am vergangenen Freitag besiegelte Verordnung an und gilt seit Samstag. Demnach müssen Genesenennachweise Kriterien entsprechen, die das RKI auf einer Internetseite bekannt macht. Dazu gehört: „Das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage zurückliegen“. Und: „Das Datum der Abnahme des positiven Tests darf höchstens 90 Tage zurückliegen.“ Das RKI erläutert: „Diese Vorgaben werden regelmäßig überprüft und können sich gemäß Stand der Wissenschaft ändern.“

Zuvor hatte in der Verordnung als generelle Regelung gestanden, dass der Test „mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegt“.

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    Mit In-Kraft-Treten der neuen Vorgaben gelten Genesenennachweise nun nur noch für maximal drei Monate - laut Ministerium formal auch schon bestehende Nachweise. Wie dies jetzt konkret zum Beispiel bei 2G- und 3G-Zugangsregeln zu bestimmten Einrichtungen vor Ort gehandhabt wird, liegt demnach aber bei den Ländern.
    Mehr: Wer hat rechtlichen Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test?

    Debatte über Impfpflicht: Ändert Omikron die Spielregeln?

    Die rasante Ausbreitung der zumeist mit eher milden Krankheitsverläufen verbundenen Omikron-Variante bestärkt Kritiker einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in ihren Bedenken. „Omikron ändert die Spielregeln“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Stephan Thomae, der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). „Es ist jetzt nicht an der Zeit, einfach nur irgendetwas zu tun und möglichst harte Maßnahmen zu beschließen, nur um Handlungsbereitschaft zu beweisen. Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun.“

    Vor einigen Tagen hatte bereits die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, deutlich gemacht, dass das Gremium seine Empfehlung für eine ausgeweitete Impfpflicht unter Umständen überdenken müsse. Die Haltung richte sich auch danach, welche Corona-Variante das Infektionsgeschehen dominiere, sagte sie dem „Spiegel“. Als der Ethikrat im Dezember mehrheitlich eine Ausweitung der Impfpflicht auf wesentliche Teile der Bevölkerung empfohlen habe, sei dies „im Kern unter den Bedingungen der Delta-Variante“ geschehen.

    Die Befürworter halten eine Impfpflicht für nötig, weil die Impfquote in Deutschland laut vieler Experten bislang zu gering ist, um die Pandemie nachhaltig einzudämmen. Nachdem die vorherige Bundesregierung eine solche Pflicht strikt abgelehnt hatte, sprach sich Kanzler Olaf Scholz (SPD) im November noch vor seinem Amtsantritt dafür aus. Zu dem Zeitpunkt bestimmte noch die Delta-Variante, die in vielen Fällen zu schwereren Krankheitsverläufen führt, das Pandemiegeschehen in Deutschland.



    Inzwischen hat sich die Omikron-Variante durchgesetzt, die zwar als hochansteckend gilt, aber milder im Verlauf. Für die Befürworter einer Impfpflicht – inzwischen sind auch alle Ministerpräsidenten dafür – ändert das wenig bis nichts. Der Ungeimpfte, der jetzt eine Omikron-Infektion bekomme, werde im Herbst gegen andere Varianten wenig Schutz haben, schrieb Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Sonntag auf Twitter. „Omikron ersetzt Impfung nicht.“

    Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte am Abend in der Bild-Sendung „Die richtigen Fragen“: „Ich glaube, wir werden aus dieser Pandemie nur rauskommen, wenn wir jetzt diese Impfpflicht – egal in welcher Variante – einführen.“ Er hoffe, dass die Bundesregierung rasch einen Entwurf vorlege.

    Das ist allerdings nicht geplant. Über eine Impfpflicht soll der Bundestag nach Plänen von SPD, FDP und Grünen in freier Abstimmung ohne Fraktionsvorgaben entscheiden. Erwartet wird, dass sich Parlamentarier über Parteigrenzen hinweg zusammentun und sogenannte Gruppenanträge vorlegen. Hintergrund sind auch offen sichtbare unterschiedliche Positionen in den Ampel-Reihen – vor allem aus der FDP sind schon verbreitete Vorbehalte laut geworden.

    Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Johannes Vogel verteidigte die Haltung seiner Partei. Im Sommer seien noch alle Parteien gegen die Impfpflicht gewesen, sagte er am Sonntagabend im ZDF. Durch die ansteckendere Delta-Variante habe sich die Lage verändert, und durch Omikron verändere sie sich möglicherweise erneut. Er halte es für angemessen, über eine medizinethische Frage über Fraktionsgrenzen hinweg zu entscheiden. Deshalb sei es richtig, dass es im Bundestag Gruppenanträge geben werde statt eines Regierungsantrags.

    Die Abgeordnete Dagmar Schmidt, die in der SPD-Fraktion an entsprechenden Anträgen mitarbeitet, konkretisierte erste Überlegungen: „Eine Impfpflicht – wenn sie kommt – wird befristet“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“. „Es geht darum, eine Grundimmunität in der Bevölkerung zu erreichen. Im Moment gehen wir davon aus, dass drei Impfungen relativ gut schützen. Dann wäre es das dann auch.“

    Auch Lauterbach hatte am Wochenende erklärt, aus seiner Sicht sollte eine Impfpflicht drei Impfdosen umfassen. Der CSU-Gesundheitsexperte Stephan Pilsinger nannte eine solche Festlegung voreilig. Es sei leider nicht sicher absehbar, ob gefährliche Varianten zusätzliche Impfungen erforderlich machen könnten, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag).

    Der Virologe Klaus Stöhr erwartet erst eine rasche Durchseuchung, dann eine natürliche Immunisierung der Bevölkerung – und schließlich ein Auslaufen der Pandemie. „In den nächsten zwei bis drei Wochen wird es eine Unsicherheit geben, wie hoch die Inzidenz steigen wird“, sagte er im TV-Sender Bild. Danach bekämen durch die starke Durchseuchung sehr viele Menschen eine natürliche Immunität, die „oben draufgepflanzt“ werde auf die Immunisierung durch Impfungen. Beides zusammen werde zu einem anhaltenden Immunschutz führen, so dass man auch nicht immer wieder boostern müsse. Im Herbst müsse man sehen, ob man den über 60-Jährigen noch einmal ein Impfangebot mache.
    Mehr: „Omikron wird wohl jeden erwischen“, erklärt die Virologin Isabella Eckerle im Interview.

    Nach Abreise aus Australien: Tennisstar Djokovic in Belgrad gelandet

    Der serbische Tennisstar Novak Djokovic ist nach seiner erzwungenen Ausreise aus Australien in Belgrad angekommen. Das Flugzeug mit dem 34-Jährigen sei am Montagmittag um 12.10 Uhr in der Hauptstadt seines Heimatlandes ankommen, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Djokovic war am Montagmorgen zunächst in Dubai gelandet. Der Weltranglisten-Erste war am Sonntagabend aus Melbourne abgereist, nachdem das Bundesgericht Australiens seinen Einspruch gegen die Annullierung des Visums abgelehnt hatte. Seine Hoffnungen auf den zehnten Titel bei den Australian Open waren damit einen Tag vor dem Turnierauftakt zu Ende gegangen.

    Der nicht gegen das Coronavirus geimpfte Djokovic wollte mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung am Grand-Slam-Turnier teilnehmen, die Behörden hatten ihm aber die Einreise verweigert.

    RKI registriert 34.145 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 528,2

    Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit einen neuen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 528,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 515,7 gelegen, vor einer Woche bei 375,7 (Vormonat: 413,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 34.145 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.57 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 25.255 Ansteckungen.

    Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 30 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 52 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.000.122 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

    Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,23 an (Donnerstag 3,09, Mittwoch 3,13). Sie war damit erstmals seit einigen Tagen wieder gestiegen. Am Wochenende wird sie nicht veröffentlicht.

    Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 7.000.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115.649.

    Sonntag, 16. Januar

    Lauterbach: Uns drohen sehr schwere Wochen

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor einer hohen Zahl an Toten und massiven Einschränkungen bei Krankenhausbehandlungen in der aktuellen Corona-Welle mit der hoch ansteckenden Omikron-Variante. „Uns drohen in Deutschland sehr schwere Wochen“, sagte der SPD-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Wir dürfen uns mit Blick auf die aktuell sinkenden Krankenhauszahlen insbesondere auf den Intensivstationen nicht in Sicherheit wiegen.“

    Die Situation in den Kliniken werde sich wieder verschärfen, sagte er. Momentan erkrankten vor allem die Jüngeren, die viele Kontakte hätten. Wenn sich die Älteren infizierten, werde die Zahl der Klinikeinweisungen wieder steigen. „Da kann es, je nach Entwicklung, nicht nur bei den Intensivstationen knapp werden, sondern auch auf den normalen Stationen. Es droht die Schließung ganzer Abteilungen“, sagte Lauterbach. „Eine Durchseuchung bedeutet, dass Hunderttausende schwer krank werden und wir wieder viele Tausend Corona-Tote beklagen müssen.“

    Die Krankenhäuser spüren der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zufolge bereits erste Auswirkungen der Omikron-Welle durch mehr Patientenaufnahmen mit Covid-Erkrankungen. „Wir sehen diesen Anstieg auf den Normalstationen bereits in manchen Regionen, so zum Beispiel in Bremen, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein“, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagausgabe). „Im Unterschied zu vorangegangenen Wellen werden Patienten in den kommenden Wochen aber wohl vermehrt in den Normalstationen ankommen, da die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Verlauf zu haben, bei Omikron geringer ist“, erklärte er.



    Ob die derzeit geltenden Maßnahmen ausreichen, wird sich Lauterbach zufolge bei der nächsten Konferenz der Ministerpräsidenten am 24. Januar entscheiden. Schulschließungen oder einen Lockdown lehnt er jedoch ab. Er bevorzugt einen anderen Weg: „Ich halte aus medizinischen Gründen viel davon, bei den Booster-Anreizen nachzulegen. Also, dass es einen noch größeren Unterschied macht, ob ich die dritte Impfung habe oder nicht.“

    Der Virologe Christian Drosten sieht in der milder verlaufenden Omikron-Variante des Coronavirus eine „Chance“, in den endemischen Zustand zu kommen. Auf die entsprechende Frage sagte der Virologe dem „Tagesspiegel am Sonntag“: „Es wäre eine Chance jetzt, breite Immunität vorausgesetzt.“ Drosten sagte, alle Menschen müssten sich früher oder später mit Sars-Cov-2 infizieren. „Ja, wir müssen in dieses Fahrwasser rein, es gibt keine Alternative“, sagte er. „Wir können nicht auf Dauer alle paar Monate über eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bevölkerung erhalten.“ Das müsse das Virus machen. „Das Virus muss sich verbreiten, aber eben auf Basis eines in der breiten Bevölkerung verankerten Impfschutzes“ – sonst würden „zu viele Menschen sterben“.

    Drosten machte in dem Interview auch Hoffnung auf ein Leben wie vor der Pandemie. Auf die Frage, ob „wir jemals wieder so leben werden wie vor der Pandemie“, sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité: „Ja, absolut. Da bin ich mir komplett sicher.“ Zwar müssten noch ein paar Jahre lang Masken in bestimmten Situationen getragen werden, was nerven werde. Es werde aber auch „ein paar Benefits“ geben: Das Virus habe die Medizin vorangebracht. „Die mRNA-Technologie ist ein Riesen-Durchbruch, auch für Krebs und für andere Infektionskrankheiten, denken wir allein mal an Influenza.“

    Die Mehrheit der Menschen in Deutschland vermisst derzeit einer Umfrage zufolge Führungsstärke beim Bundeskanzler und einen klaren Kurs in der Corona-Politik. 71 Prozent glauben, dass die Bundesregierung keine klare Richtung in der Corona-Politik vorgibt, wie eine Umfrage des Instituts Insa für die „Bild am Sonntag“ ergab. 23 Prozent empfinden das Gegenteil, 6 Prozent machten keine Angaben. 61 Prozent der Befragten sagen außerdem, dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu wenig Führungsstärke zeigt. 26 Prozent sehen das anders, 13 Prozent der Befragten machten keine Angaben. Eine allgemeine Impfpflicht befürworten 60 Prozent der Befragten, 33 Prozent sind dagegen. Keine Angabe dazu machten sieben Prozent.

    Djokovic verlässt Melbourne: Gerichtskrimi verloren, Zukunft ungewiss

    Nach dem folgenschweren Gerichtsurteil verschwand Novak Djokovic noch vor Mitternacht aus seinem geliebten Australien. Als großer Verlierer stieg der serbische Tennisstar am Tag vor dem Auftakt der Australian Open, bei denen er in zwei Wochen einen historischen Erfolg feiern wollte, in den Flieger. Doch weil der ungeimpfte Weltranglisten-Erste am Sonntag vor dem Bundesgericht mit dem Einspruch gegen seine verweigerte Einreise und die Annullierung seines Visums endgültig scheiterte, verpasst er die Chance auf den 21. Grand-Slam-Titel. Als er von Melbourne in Richtung Dubai abhob, war es für Djokovic eine Reise ins Ungewisse. Er steht am Scheideweg: Muss der 34-Jährige sich impfen lassen, wenn seine Karriere nicht enden soll?

    „Ich bin extrem enttäuscht über die Entscheidung“, teilte Djokovic mit, bevor er Richtung Dubai abdüste – und nachdem sich die drei Richter einstimmig gegen seinen Einspruch gestellt hatten. Seinem Sport hat er mit dem Gerichtskrimi enorm geschadet.

    „Ich fühle mich unwohl, dass ich der Fokus der vergangenen Wochen gewesen bin, und ich hoffe, dass wir uns nun alle auf das Spiel und das Turnier, das ich liebe, konzentrieren können“, schrieb Djokovic. Er werde sich nun ein bisschen Zeit nehmen, sich zu erholen, bevor er weitere Kommentare abgebe. Seit knapp zwei Wochen verdrängt der Serbe alle sportlichen Themen und beherrscht die Schlagzeilen: mit seiner umstrittenen medizinischen Ausnahmegenehmigung, mit Ungereimtheiten seiner Corona-Infektion im Dezember, mit den Auftritten mit Kindern und einem Journalisten der französischen Sportzeitung „L'Equipe“ trotz positiven Corona-Tests.

    Wie er inmitten der Pandemie ohne eine Kehrtwende in der Impffrage an den wichtigsten Turnieren teilnehmen will, erscheint fraglich. Bei den Masters-Events in Indian Wells und Miami im März sind ebenso nur geimpfte Spielerinnen und Spieler zugelassen wie nun bei den Australian Open und den US Open. Über die Regeln in Wimbledon ist noch nichts bekannt. Nur bei den French Open in Paris dürfte Djokovic als Ungeimpfter nach aktuellem Stand wieder angreifen. „Wenn er sich weiter auf Tennis konzentrieren will, muss er Veränderungen unternehmen. Deswegen wäre meine Meinung: 'Novak, versuche einzusehen, dass es geimpft leichter für dich sein wird.' Ob er das macht, weiß ich nicht“, sagte Tennis-Ikone Becker, einst für drei Jahre Coach von Djokovic, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

    2008, 2011, 2012, 2013, 2015, 2016, 2019, 2020 und 2021 siegte der Serbe bei den Australian Open. Er ist mit neun Titeln der Rekordchampion. Ganz unabhängig vom Ausgang des Turniers bleibt Djokovic im Anschluss weiter die Nummer eins der Welt.

    Er wollte aber natürlich viel mehr. Djokovic hatte sich vorgenommen, ab Montag den Weg zum zehnten Erfolg bei seinem Lieblings-Grand-Slam zu beginnen. Im Endspiel am 30. Januar wollte Djokovic in der Rod Laver Arena seinen 21. Grand-Slam-Titel bejubeln. Damit hätte er sich zum alleinigen Rekordsieger bei den vier wichtigsten Turnieren gekürt. Diese Bestmarke teilt er sich momentan mit seinen Rivalen Rafael Nadal aus Spanien und Roger Federer aus der Schweiz – mit je 20 Titeln. Als sogenannter Lucky Loser rückt nun der Italiener Salvatore Caruso für ihn ins Feld und spielt in der ersten Runde gegen den Serben Miomir Kecmanovic.

    Auf dem Tennisplatz hat Djokovic oft seine Klasse bewiesen, sich aus kniffligen Situationen zu befreien. Am Sonntag nun verfolgte er aus dem Büro seiner Anwälte, wie der Streit um seine Einreise und sein Visum endgültig verloren ging. Die Nacht vor der Verhandlung beim Bundesgericht hatte er wieder in einem Abschiebehotel verbracht. Dort war er bereits für vier Tage gewesen, nachdem ihm in der vorigen Woche in der Nacht zu Donnerstag die Einreise verweigert worden war.

    Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in Australien, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat. Als prominentes Vorbild könne er für eine „Anti-Impf-Stimmung“ sorgen, begründete die australische Regierung.

    Die Anhörung vor dem Bundesgericht hatte am Sonntagmorgen Ortszeit um 9.30 Uhr begonnen. Rund fünf Stunden später hatten sich die drei Richter für die Urteilsfindung zurückgezogen, ehe sie die Entscheidung am frühen Abend verkündeten. Die Begründung der drei Richter James Allsop, Anthony Besanko und David O'Callaghan solle frühestens am Montag erfolgen, hieß es. Djokovic müsse die Kosten des Verfahrens zahlen. Mehr als 85.000 Menschen schauten zwischenzeitlich die entscheidende Sitzung auf dem YouTube-Kanal des Bundesgerichts.

    Die Entscheidung sei aus Gründen der „Gesundheit, Sicherheit und der Ordnung“ gefallen, schrieb Australiens Premierminister Scott Morrison bei Facebook. Es sei „im öffentlichen Interesse“ geschehen. Das Urteil soll auch seine Landsleute beruhigen, die sich in Umfragen mit großer Mehrheit gegen Djokovic gestellt hatten. Eine erste Gerichtsentscheidung am Montag war zu Gunsten von Djokovic ausgefallen. Am Freitag hatte Einwanderungsminister Alex Hawke das Visum erneut annulliert.

    Die Reaktionen aus Djokovics Heimat Serbien auf die Entscheidung fielen empört aus. „In Melbourne geschah die größte Schande in der Geschichte des Sports! Schäm dich, Australien!“, schrieb das Portal „kurir.rs“. „Das Recht hat verloren, die Politik hat gesiegt.“ Das Portal „informer.rs“ titelte: „Erschüttert wie noch nie!“ Seit seiner Ankunft in Australien habe Djokovic „nichts als Willkür und Schikanen“ erfahren, sagte der serbische Präsident Aleksandar Vucic.

    Die Herren-Tennis-Organisation ATP bedauerte die Ausweisung des Weltranglistenersten. Die Entscheidung des Gerichts sei letzten Endes zu akzeptieren, teilte die ATP mit. „Unabhängig davon, wie dieser Punkt erreicht worden ist, ist Novak einer der größten Champions unseres Sports und sein Fehlen bei den Australian Open ist ein Verlust für das Spiel“, hieß es. Die Situation sei für niemanden gut gewesen, sagte der Schotte Andy Murray, in Melbourne mehrmals Finalgegner von Djokovic, der BBC. „Hoffentlich können wir von allen Seiten, des Turniers und von Novak, sicherstellen, dass dies nicht bei anderen Turnieren passiert.“

    In der Causa Djokovic gab auch der australische Tennisverband ein schlechtes Bild ab. Tennis Australia wird vorgeworfen, Spieler mit der Information in die Irre getrieben zu haben, dass eine kürzliche Corona-Erkrankung für eine medizinische Ausnahme – und damit auch die Einreise – reiche. Der umtriebige Turnierboss Craig Tiley wird von Rücktrittsforderungen begleitet, seit der Fall seinen Lauf nahm. In den vergangenen Tagen war der sonst omnipräsente Turnierdirektor abgetaucht.

    Am Yarra River beginnen nun am Montag nach dem tagelangen Hin und Her endlich die Tennis-Matches. Die Australian Open würden großartige Australian Open werden – mit oder ohne Djokovic, hatte Nadal, der zugab, das Thema ein wenig satt zu haben, am Samstag gesagt. Es sei klar, dass Djokovic einer der Besten der Geschichte sei. „Aber kein Tennisspieler der Geschichte ist wichtiger als das Event.“

    Sieben-Tage-Inzidenz erreicht Höchstwert und steigt über 500

    Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Höchstwert bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Demnach lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen bei 515,7 – und damit erstmals über der Schwelle von 500. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 497,1 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 362,7 (Vormonat: 422,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 52.504 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.32 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 36.552 Ansteckungen.

    Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 47 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 77 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.965.977 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

    Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,23 an (Donnerstag: 3,09, Mittwoch: 3,13). Sie war damit erstmals seit einigen Tagen wieder gestiegen. Am Wochenende wird sie nicht veröffentlicht.

    Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 6.963.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115.619.

    Samstag, 15. Januar

    Die Virusvariante Omikron treibt die Corona-Zahlen weiter steil nach oben – aus Sicht von Experten könnte sie aber der Anfang vom Ende der Pandemie in Deutschland sein. Am Samstagmorgen erreichte die Sieben-Tage-Inzidenz mit 497,1 nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erneut einen Höchstwert. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 78.022 neue Infektionen. Notfallmediziner rechnen damit, dass sich das auch bald in den Krankenhäusern niederschlägt. Zugleich macht der von der Bundesregierung berufene Corona-Experte Lars Kaderali allerdings Hoffnung.

    „Ich würde das tatsächlich so sehen, dass Omikron die Tür sein könnte“, sagte der Greifswalder Bioinformatiker der Deutschen Presse-Agentur. Einen lockereren Umgang mit dem Coronavirus, wie er in Spanien erwogen wird, hält er hierzulande zwar nicht für ratsam. Spanien habe eine deutlich höhere Impfquote und eine deutlich höhere Zahl an durchgemachten Infektionen als Deutschland. Dennoch könne das Virus für den kommenden Herbst an Schrecken verlieren.

    Omikron ist nach Erkenntnissen des RKI auch hierzulande inzwischen vorherrschend. Erwartet wird laut Gernot Marx von der Fachgesellschaft der Intensiv- und Notfallmediziner, dass gegenüber der Delta-Variante, bei der etwa 0,8 Prozent der Infizierten intensivmedizinisch versorgt werden mussten, deutlich weniger positiv Getestete einen so schweren Verlauf nehmen. Zuletzt sank die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Corona-Infizierten erstmals seit Mitte November wieder knapp unter die 3000er-Marke.

    Trotzdem gilt es den Experten zufolge eine Überlastung in den Krankenhäusern zu vermeiden. Noch sei die Omikron-Welle auf den Intensivstationen nicht angekommen, sagte Intensivmediziner Christian Karagiannidis am Samstag im Deutschlandfunk. Er rechne aber damit, dass es in der nächsten oder übernächsten Woche deutlich mehr Corona-Patienten in den Notaufnahmen gebe werde. Der Experte leitet das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und ist Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung.

    Das RKI gab die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen am Freitag mit 3,23 an. Sie ist damit erstmals seit einigen Tagen wieder gestiegen. Am Wochenende wird die Kennziffer nicht veröffentlicht.

    Derzeit infizierten sich noch hauptsächlich jüngere Menschen im Alter bis 35 Jahre, die seltener schwere Verkäufe hätten, sagte Karagiannidis. Zugleich sehe man aber vermehrt bereits Infektionen in der kritischen Infrastruktur. Krankenhäuser müssten sich darauf vorbereiten, dass Ärzte und Pflegekräfte ausfielen.

    Nach Ansicht von RKI-Präsident Lothar Wieler tritt Deutschland mit der Ausbreitung der hochansteckenden Variante und den stark steigenden Infektionszahlen in eine „neue Phase der Pandemie“ ein. „Die reinen Fallzahlen werden weniger entscheidend sein. Wichtiger ist, wie viele Menschen schwer an Covid-19 erkranken und wie stark das Gesundheitssystem dann belastet sein wird“, hatte Wieler am Freitag gesagt. Zuletzt wurden binnen 24 Stunden 235 Todesfälle verzeichnet.

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mahnte im „Münchner Merkur“ zielgenaue Maßnahmen an. Bisher berichteten Experten über eine geringere Anzahl Patienten in den Krankenhäusern und mildere Verläufe. „Omikron ist nicht Delta. Das heißt: Wir müssen genau justieren, welche Regeln zwingend nötig, aber auch verhältnismäßig sind.“ Es werde nicht mehr ausreichen, die Lage nur medizinisch und virologisch zu betrachten. „Wir müssen auch auf die gesellschaftliche und soziale Komponente stärker achten.“ Der CSU-Chef hat sich bislang als Verfechter besonders strenger Corona-Maßnahmen positioniert.

    Karagiannidis warnte vor zu frühen Lockerungen. „Wenn wir das ganze Infektionsgeschehen jetzt extrem laufen lassen und ganz hohe Inzidenzen akzeptieren, dann akzeptieren wir auch, dass das Virus ganz sicher die Ungeimpften findet“, betonte er. Bereits jetzt seien 62 Prozent der Corona-Patienten auf den Intensivstationen ungeimpft, nur 5 Prozent hätten eine Auffrischungsimpfung.

    Der Münchner Experte Clemens Wendtner mahnte zur zügigen Vorbereitung einer vierten Corona-Impfung. „Für mich wäre eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme“, sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies zugleich jedoch darauf, dass es aufgrund mangelnder Daten noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Viertimpfung gibt.

    Die Debatte um eine allgemeine Impfpflicht schwelt unter diesen Voraussetzungen weiter. Der designierte Generalsekretär der FDP, Bijan Djir-Sarai, kritisierte das Verhalten der Union. Anstatt sich mit eigenen Vorschlägen sachlich einzubringen, schlachte sie das Thema parteipolitisch aus, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dass die Union erst einen Antrag ankündige, diese Ankündigung dann wieder zurücknehme und auf einen Regierungsentwurf dränge, sei dem Ernst der Lage nicht angemessen.

    Die Durchsetzung der umstrittenen Impfpflicht wäre aus Sicht von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer kein Problem. „Jede Kommune in Deutschland ist über ihre Bußgeldstelle und Einwohnermelderegister in der Lage das umzusetzen“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Das gehe innerhalb weniger Wochen – auch ohne Impfregister. Die Kommunen könnten etwa alle Bürger über 18 Jahren anschreiben und sie auffordern, innerhalb von vier Wochen einen Nachweis zumindest für ihre Erstimpfung schriftlich vorzulegen. Falls sie dem nicht nachkämen, könne ein Strafgeld angedroht werden. Palmer bot an, das in Tübingen zu erproben.

    72,6 Prozent vollständig geimpft 650 000 Impfungen am Freitag

    In Deutschland sind inzwischen mindestens 60,4 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht mindestens 72,6 Prozent der Bevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin vom Samstag hervorgeht. Demnach hatten bis einschließlich Freitag 38,7 Millionen Menschen bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten (46,6 Prozent). Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron. Das RKI gab die Zahl der Impfungen für Freitag mit gut 650.000 an.

    Die Bundesregierung strebt eine Quote von 80 Prozent vollständig Geimpfter bis Ende Januar an. Als solcher gilt, wer zweifach geimpft oder die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten hat. Den höchsten Anteil hat bei diesem Wert im Vergleich der Bundesländer Bremen mit einer Quote von 85,1 Prozent. Bei den Auffrischungsimpfungen liegt das Saarland mit 55,5 Prozent vorne. Beide Male bildet Sachsen mit 61,7 Prozent beziehungsweise 37,1 Prozent das Schlusslicht.

    Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, „da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann“. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

    Freitag, 14. Januar

    Der Impfstoff von Novavax wird nach Angaben von Gesundheitsminister Karl Lauterbach am 21. Februar in Deutschland verfügbar sein. Die Firma habe am Donnerstag zunächst die Lieferung von 1,75 Millionen Impfdosen zugesagt, sagt Lauterbach. Weitere 3,25 Millionen seien gekauft. „Ich kann nicht sagen, wann sie geliefert werden.“ Er hoffe aber, dass dies noch im Februar der Fall sein werde.

    Niederlande beenden Lockdown - Aber Cafés und Kultur bleiben dicht

    Die Niederlande beenden nach fast vier Wochen und unter starkem Druck von Unternehmern den strengen Corona-Lockdown. Aber strenge Maßnahmen bleiben. Geschäfte, Friseure und Sportclubs sowie Hochschulen dürfen ab Samstag wieder öffnen. Das kündigte Premier Mark Rutte am Freitagabend in Den Haag an. Geschlossen aber bleiben weiter Gaststätten, Museen, Theater und Kinos. Gastwirte und der Kultursektor sind empört.

    Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen könnten nicht mehr Sektoren zugleich geöffnet werden, sagte Rutte. „Alles zugleich geht nicht, das Risiko ist zu groß.“ Ende des Monats werde es möglicherweise neue Lockerungen geben.

    Gesundheitsminister Ernst Kuipers sprach von einer „neuen Phase der Pandemie“. Die Not bei Bürgern und Unternehmern sei groß. „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“ Das Risiko einer Überlastung des Gesundheitssystems bleibe aber hoch.

    Der Widerstand gegen die harten Maßnahmen hatte in den vergangenen Tagen stark zugenommen. Gastwirte kündigten bereits Proteste für Samstag an und wollen trotz des Verbots ihre Cafés und Restaurants öffnen. Sie werden vielfach von Bürgermeistern unterstützt. In der südlichen Stadt Valkenburg bei Aachen waren am Freitag bereits zahlreiche Geschäfte und Gaststätten geöffnet.

    Nach der Entscheidung der Regierung dürfen Geschäfte wieder bis 17 Uhr täglich Kunden empfangen. Bürger dürfen zu Hause vier Besucher empfangen, das waren bisher zwei. Die Quarantänepflicht entfällt für diejenigen, die eine Booster-Impfung bekommen haben oder in diesem Jahr infiziert waren. Bisher waren nur Supermärkte oder Apotheken geöffnet.

    Der Lockdown ab dem 19. Dezember sollte den Krankenhäusern Luft verschaffen. Trotz täglicher Höchstwerte bei Neuinfektionen sinkt die Anzahl der Patienten in den Krankenhäusern. Am Freitag wurden mehr als 35.000 Neuinfektionen registriert - so viel wie nie zuvor. Das sind mehr als 1300 Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert bei 470.

    Österreich wird Hochrisikogebiet - Pflichtquarantäne trifft Urlauber

    Die erneute Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet erschwert die Reiseplanung deutscher Urlauber vor den Winterferien. Die Regelung gilt von Sonntag an - und hat konkrete Folgen: Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist und nicht mindestens den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze hat oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Für Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Absonderung fünf Tage nach der Einreise automatisch.

    Vor allem für Familien mit schulpflichtigen Kindern, die keinen vollständigen Impfschutz haben, dürfte die am Freitag verkündete Entscheidung eine Hürde darstellen. Sie laufen Gefahr, dass der Nachwuchs nach einem Schneevergnügen in den Alpen den Wiederbeginn des Unterrichts verpasst und stattdessen zu Hause in Quarantäne festsitzt. In manchen Bundesländern beginnen die Winterferien schon Ende Januar, in anderen erst Anfang oder Mitte Februar.

    Die Hochstufung aufgrund hoher Corona-Infektionszahlen betrifft fast ganz Österreich, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Ausgenommen davon sind die grenznahen Gemeinden Mittelberg und Jungholz sowie das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee. Damit stehen fortan alle neun Nachbarländer Deutschlands auf der Risikoliste. Dänemark, Polen, Tschechien, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande sind schon seit längerem als Hochrisikogebiete ausgewiesen.

    Neben Österreich kommen ab Sonntag mehr als 30 andere Länder auf die Liste, viele davon in Afrika und in der Karibik. Insgesamt werden damit fast 140 der rund 200 Länder auf der Welt auf der Risikoliste stehen. Von der Liste gestrichen wurde diesmal kein Land.

    Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist neben strikten Quarantäne-Auflagen eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

    Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems und auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

    Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger befürchtet, dass die erneute Einstufung ihres Landes als Hochrisikogebiet der Tourismusbranche schadet. Sie kritisierte die deutsche Regelung, nach der auch ungeimpfte Kinder unter zwölf Jahren bei der Rückkehr aus Österreich künftig mindestens fünf Tage in Quarantäne bleiben müssen - wies aber auf eine recht einfache Lösung des Problems hin: „Wer geimpft ist, kann jederzeit einen sicheren und erholsamen Urlaub in Österreich verbringen“, meinte Köstinger.

    Wegen hoher Inzidenzen ist in den beliebten Tiroler Skiorten Kitzbühel, Ischgl und St. Anton in Österreich eine verschärfte Maskenpflicht im Freien eingeführt worden. Im Zentrum von Kitzbühel müssen seit Freitag FFP2-Masken getragen werden. Die Regel gilt bis zum 23. Januar - dem letzten Tag der traditionellen Herren-Skirennen, die trotz hoher Corona-Zahlen vor 1000 Zuschauern abgehalten werden sollen.

    In Ischgl und St. Anton gilt eine ähnliche Regelung seit Donnerstag. Die beiden Orte liegen im Bezirk Landeck, wo die Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche zuletzt bei rund 2900 stand. Im Bezirk Kitzbühel lag der Wert bei ungefähr 3400. Damit liegen diese Regionen weit über dem österreichischen Gesamtwert, der wegen der sich stark ausbreitenden Omikron-Variante zuletzt auf die 1000er Marke zusteuerte.

    Lauterbach setzt auf Verlangsamen der Omikron-Welle

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erwartet eine weiter steigende Omikron-Welle - sieht aber vorerst keinen Grund für neue schärfere Alltagsauflagen im Kampf gegen das Coronavirus. „Ich glaube, dass wir jetzt in ein schwieriges Fahrwasser kommen“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Kliniken und Labore würden an ihre Belastungsgrenzen kommen. Aktuell reiche das Paket mit Gegenmaßnahmen aber aus. Die Strategie sei, die Infektionswelle zu verlangsamen und zu strecken und in dieser Zeit so viele Menschen wie möglich mit Auffrischimpfungen zu boostern. Der Bundesrat billigte den Rechtsrahmen für neue Quarantäneregeln.

    Die Zahl der an einem Tag erfassten Neuinfektionen überschritt jetzt erstmals die Schwelle von 90.000. Die Gesundheitsämter meldeten 92.223 Fälle in 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekannt gab. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte einen Höchststand von 470,6 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

    Lauterbach sagte, er rechne mit noch stärker steigenden Zahlen. Das Ziel sei jetzt, „aus der sonst zu erwartenden steilen Wand der Infektionszahlen möglichst einen Hügel zu machen oder dass die Wand nicht so hoch ist“. Es sei aber ein Sonderproblem Deutschlands, dass es in der gefährdeten Gruppe älterer Menschen viele Ungeimpfte gebe.

    Aus Sicht von RKI-Präsident Lothar Wieler tritt Deutschland in eine „neue Phase der Pandemie“ ein. „Die reinen Fallzahlen werden weniger entscheidend sein. Wichtiger ist, wie viele Menschen schwer an Covid-19 erkranken und wie stark das Gesundheitssystem dann belastet sein wird.“ Der Virologe Christian Drosten sagte, Omikron sei nach derzeitigem Kenntnisstand zwar milder im Krankheitsverlauf. Weil es aber zu viele Fälle seien, werde dieser Gewinn „wieder ausgelöscht“. Er stellte in Aussicht, dass gegen Omikron wahrscheinlich noch einmal bei der Impfung nachgesteuert werden müsse. Drosten bekräftigte seinen Appell an Ungeimpfte, sich dringend immunisieren zu lassen.

    Lauterbach sagte, die schon geltenden Beschränkungen zeigten Wirkung - etwa mit einer längeren Verdoppelungszeit der Infektionszahlen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern. Hinzu kämen nun noch verschärfte Zugangsregeln auch für Geimpfte und Genesene mit zusätzlichen Tests (2G plus) in der Gastronomie. Aus seiner Sicht sei zur jetzigen Zeit „das richtige Maßnahmenpaket am Platz“.

    Sollten die Fallzahlen aber noch deutlich steigen und eine Überlastung der medizinischen Versorgung zu erwarten sein, müsse auch mit anderen Maßnahmen gegengesteuert werden. „An dem Punkt sind wir nicht“, sagte Lauterbach. Nötig seien aber Kontrollen und flächendeckende Umsetzung bestehender Beschränkungen.

    Der Minister erläuterte, dass die Kapazitäten für PCR-Labortests sich der „Volllast“ näherten. Mangel gebe es derzeit nicht. Mit Blick auf Freitestungen aus der Quarantäne habe er nun veranlasst, dass es für Gesundheitspersonal einen Vorrang bei der PCR-Test-Auswertung in den Laboren gebe.

    Noch schlägt sich die Omikron-Welle nicht auf den Intensivstationen nieder. Die Zahl der dort behandelten Corona-Infizierten sank erstmals seit Mitte November wieder knapp unter die 3000er-Marke, wie aus Daten des Divi-Intensivregisters hervorgeht (Stand: Donnerstag). Seit dem Höhepunkt der vierten Welle im Dezember mit rund 5000 Corona-Intensivpatienten gleichzeitig sinkt die Zahl stetig. Auch bei den gemeldeten Erstaufnahmen ist der Trend rückläufig. Experten sehen aber noch keinen Grund zur Entwarnung für die nächsten Wochen.

    Für die von Bund und Ländern vereinbarten neuen Quarantäneregeln ist der Weg frei. Der Bundesrat billigte am Freitag einstimmig eine Verordnung, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft. Die neuen Regeln sehen vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Das gilt auch für frisch doppelt Geimpfte oder frisch Genesene. Außerdem werden kürzere Quarantänezeiten ermöglicht, um bei stark steigenden Infektionszahlen wichtige Versorgungsbereiche am Laufe zu halten.

    Corona-Impfungen mit dem Präparat des US-Herstellers Novavax sollen voraussichtlich Ende Februar starten können. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen soll ab dem 21. Februar zur Verfügung stehen, wie Lauterbach mit Verweis auf Firmenangaben sagte. Genaue Termine für weitere 3,25 Millionen Dosen, die gekauft wurden, stünden noch nicht fest. Er hoffe auf Lieferung noch im Februar. Lauterbach erläuterte, das Präparat, das „quasi ein Totimpfstoff“ sei, solle denjenigen besonders zur Verfügung stehen, die diese Art der Impfung bevorzugten. Er selbst könne die Wertigkeit für Omikron nicht gut einschätzen. Er gehe aber davon aus, dass der Impfstoff gut wirke.
    Mehr: Weltweit liefern Pharmakonzerne Medikamente gegen das Coronavirus. Eine aktuelle Analyse zeigt: Nicht alle Präparate helfen gegen die Omikron-Variante. Ein deutscher Kandidat gilt als Geheimtipp.

    Veränderte Quarantäne-Regeln passieren den Bundesrat

    Die neuen Quarantäne-Regeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen können in Kraft treten. Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat einer Verordnung zugestimmt, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft. Sie sieht unter anderem vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Außerdem werden damit kürzere Quarantänezeiten im Fall von Infektionen ermöglicht, um bei stark steigenden Infektionszahlen den personellen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche zu verhindern.

    In der Sondersitzung der Länderkammer sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), die Pandemie sei an einer „Schnittstelle“ angekommen. Man gehe in das dritte Jahr. In diesem stelle sich die Frage, ob es gelinge, die Pandemie so zu entschärfen, dass man in eine endemische Lage mit nur noch sporadischen Ausbrüchen und wenigen Todeszahlen komme – oder ob man diese Gelegenheit ungenutzt passieren lasse. „Wir müssen diese Gelegenheit ergreifen und wir haben die Mittel dafür. Wir haben die Mittel dafür, die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr weitestgehend zu beenden.“ Lauterbach appellierte erneut an alle noch nicht geschützten Bürger, sich jetzt impfen oder boostern zu lassen. „Wenn wir alle für uns in Anspruch nähmen, dass wir es nicht nötig haben oder besser wissen oder nicht mitmachen wollen oder ein anderes Staatsverständnis haben, dann würden wir im Chaos enden.“

    Daher sei er auch für die allgemeine Impfpflicht. Der Gesundheitsminister betonte, niemand solle dazu gezwungen werden, einen bestimmten Impfstoff zu nehmen. Er habe auch den Impfstoff Novavax besorgt, teilte Lauterbach mit. Am 21. Februar werde Deutschland eine erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen bekommen.
    Mehr: Was, wenn Omikron die Belegschaft der kritischen Infrastruktur beutelt? Der Energiekonzern EnBW plant für den Notfall mit Schichten von Infizierten.

    Gastronomie: Jeder vierte Job ist weg

    Während der Coronakrise hat die Gastronomie in Deutschland nahezu jeden vierten Job verloren. Das ergibt sich aus Berechnungen, die das Statistische Bundesamt am Freitag vorgelegt hat. Danach arbeiteten in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres 23,4 Prozent weniger Menschen in der Branche als im gleichen Zeitraum des Vorkrisenjahres 2019. Tiefpunkt war im Februar 2021. Besonders hart hat es die Beschäftigten von Bars und Kneipen getroffen: Hier musste seit 2019 fast die Hälfte (44,7 Prozent) der Belegschaft gehen. Bei Betrieben mit Essensangebot lief es bei einem Rückgang um 22,5 Prozent etwas besser. Am sichersten waren die Jobs bei Caterern, die nur 17,1 Prozent weniger Leute hatten als vor der Krise. Kurzarbeiter wurden weiterhin als Beschäftigte gezählt.

    Getroffen hat es vor allem geringfügig Beschäftigte, die 2020 mehr als ein Drittel der Gesamtbelegschaft von 1,07 Millionen Menschen ausmachten. Sie sind besonders häufig in den Ausschankbetrieben tätig gewesen, die von der Pandemie besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden. Neben dem Arbeitsplatzabbau bildeten die Betriebe auch deutlich weniger aus. Hier lagen nur Zahlen für das Jahr 2020 vor, in dem knapp 20 Prozent weniger junge Leute eine Kochlehre begannen als im Jahr zuvor. Ausbildungen zum Systemgastronom (-16,1 Prozent) oder zur Restaurantfachkraft (-21,9 Prozent) waren ebenfalls deutlich weniger gefragt.
    Mehr: In Deutschland waren im Dezember wieder deutlich mehr Beschäftigte in Kurzarbeit. Besonders betroffen: Autobranche, Gastronomie und Einzelhandel.

    Australien annulliert Visum des Tennis-Stars Djokovic

    Im Impf-Streit um den Tennis-Star Novak Djokovic hat die australische Regierung das Einreise-Visum des Serben erneut annulliert. Diese Entscheidung habe er aus Gründen des Gesundheitsschutzes getroffen, sie sei im öffentlichen Interesse, erklärte der australische Einwanderungsminister Alex Hawke am Freitag. Djokovic kann die Entscheidung vor Gericht anfechten. Der Streit sorgt seit Tagen für internationales Aufsehen und hat auch zu diplomatischen Spannungen zwischen Serbien und Australien geführt.

    Die Entscheidung der australischen Behörden, ob Djokovic im Land bleiben und ab Montag beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne antreten darf, wurde mit Spannung erwartet. Vorige Woche war dem 34-Jährigen die Einreise ins Land verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte. Weil die Grenzbeamten ihm aber nicht die vereinbarte Zeit zur Klärung zugestanden hatten, wurde die Entscheidung am Montag von einem Richter vorläufig gekippt.

    Corona-Zahlen: Schwelle von 90.000 Neuinfektionen überschritten

    Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat erstmals die Schwelle von 90.000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben vom Freitagmorgen 92.223 Fälle in 24 Stunden. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.35 Uhr wiedergeben. Am Mittwoch war die Zahl erstmals größer als 80.000 gewesen. Vor genau einer Woche waren es 56.335 erfasste Neuinfektionen, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte mit 470,6 einen Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 427,7 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 303,4 (Vormonat: 375,0).

    Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 286 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 264 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.835.451 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

    Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 3,09 an (Mittwoch 3,13; Dienstag mit 3,34). Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitagmorgen mit 6.914.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115.337.
    Mehr: Angesichts steigender Infektionszahlen werden Schulen wohl bald schließen, fürchtet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und fordert schnelle Hilfe.

    Rezessionsgefahr in Deutschland sinkt – Omikron bleibt Risiko

    Das Rezessionsrisiko für die deutsche Wirtschaft ist zu Jahresbeginn gesunken. Das signalisiert der Konjunkturindikator des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), der der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorab vorlag. Das auf aktuell verfügbaren Wirtschaftsdaten basierende Frühwarnsystem des Instituts weist für Januar bis Ende März eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 38,6 Prozent aus – nach 45,2 Prozent im Dezember. Sie liegt nun deutlicher unter der 50-Prozent-Schwelle, was laut IMK eine Fortsetzung des moderaten Aufschwungs signalisiert.

    Doch bleibe die rasche Ausbreitung der hoch ansteckenden Corona-Virusmutante Omikron ein schwer zu kalkulierendes Risiko: „Unser Frühwarnsystem verarbeitet die aktuell verfügbaren Daten auf der Monatsfrequenz, doch mit der Rasanz der aktuellen Infektionsentwicklung kann das kaum Schritt halten“, so IMK-Experte Thomas Theobald. Trotz hoher Unsicherheit wecke die aktuelle Datenlage doch die Hoffnung, dass die Wirtschaft über das Winterhalbjahr von einer Rezession verschont bleibe.

    Zwar dürften Gastronomie, Freizeitwirtschaft und sonstige personennahe Dienstleistungen wieder Umsatzeinbußen zu verzeichnen haben. „Der Anteil an der gesamten Wertschöpfung ist aber deutlich geringer als beim Produzierenden Gewerbe. Und das ist bislang mit deutlich weniger gravierenden Störungen der internationalen Lieferketten konfrontiert als bei vergangenen Infektionswellen“, so der IMK-Ökonom.
    Mehr: Bisher keine Pleitewelle in Deutschland – aber Experten erwarten steigende Zahlen.

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