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+++ Corona-News aktuell +++ Neuinfektionen auf Rekordniveau: Inzidenz erstmals bundesweit über 1000

Nicht nur in Testzentren sondern auch in Betrieben sollen Beschäftigte bald von geschultem Personal getestet werden. Quelle: dpa

Das RKI registriert Höchststände bei Corona-Neuinfektionen und Inzidenz. Ein Abflauen der Pandemie ist noch nicht in Sicht. Alle Corona-News im Überblick.

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Donnerstag, 27. Januar

Neuinfektionen auf Rekordniveau

Exakt zwei Jahre nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland befindet sich die Zahl der Neuinfektionen auf einem Rekordniveau. Dem Robert Koch-Institut wurde nach Angaben vom Donnerstagmorgen binnen eines Tages 203.136 Neuinfektionen übermittelt, so viele wie nie zuvor. Die Sieben-Tages-Inzidenz, also die Ansteckungen je 100.000 Einwohner und Woche, kletterte auf den Rekordwert von 1017,4.

Am 27. Januar 2020 war bei einem Mann aus Bayern erstmals das Coronavirus hierzulande bestätigt wurden. Seitdem wurden mehr als neun Millionen Infektionen registriert, mehr als 117.000 starben an oder unter Beteiligung einer Infektion. Seit Ende Dezember 2020 werden Impfungen gegen das Coronavirus vorgenommen. Gut drei Viertel der Bevölkerung haben mindestens eine Dosis erhalten, geringfügig weniger haben den vollständigen Grundschutz und gut die Hälfte eine Auffrischungsimpfung.

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    Die hochinfektiöse Omikron-Variante, die aber meist zu milderen Krankheitsverläufen führt, hat in den vergangenen Wochen die Infektionszahlen explodieren lassen. Das führt nun auch zu Personalengpässen in der medizinischen Versorgung. „Je stärker die Inzidenzen steigen, desto mehr Praxen werden auch vorübergehend krankheitsbedingt schließen müssen“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, betonte in den Funke-Zeitungen ebenfalls, medizinisches Personal könne knapp werden. „Die Quarantäne wird zum Problem werden in den kommenden Wochen“, sagte Gassen.

    Heftig debattiert wird, ob es eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland geben soll. Im Bundestag berieten dazu am Mittwoch die Abgeordneten in einer „Orientierungsdebatte“ frei von Fraktionszwängen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verteidigte die Impfpflicht am Mittwochabend im ZDF-„heute journal“ und betonte, es handele sich um eine ethische Debatte. Deshalb sprach Lauterbach im Parlament auch nicht als Minister, sondern als Abgeordneter. Ein Impfregister hält Lauterbach nicht für nötig und hinderlich, da eine Einführung zu lange dauern würde.

    Dagegen fordert der Deutsche Städte- und Gemeindebund die Einführung eines solches Registers. „Um eine allgemeine Impfpflicht wirkungsvoll umsetzen zu können, braucht es daher eine belastbare und einfach nutzbare Datenbasis“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). „Der einfachste und beste Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist ein nationales Impfregister, in dem die Informationen zum Corona-Impfstatus und zu weiteren Impfungen gespeichert werden“, betonte Landsberg. Lauterbach hielt dem im ZDF entgegen, die Kontrolle eines Impfnachweises könne am Arbeitsplatz oder bei der Nutzung bestimmter Verkehrsmittel erbracht werden oder auch bei Arztbesuchen. Es könnte auch einfach sporadische Kontrollen geben wie in Österreich.

    Lesen Sie dazu auch das Interview mit FDP-Fraktionschef Christian Dürr: „Jede Impfpflicht ist ein Eingriff in die Freiheit“

    Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans räumte ein, dass viele Menschen nach zwei Jahren Einschränkungen „pandemiemüde“ seien. „Dass die Kritik an einzelnen Maßnahmen oder der Corona-Strategie als Ganzem zunimmt, ist deshalb auch völlig nachvollziehbar und damit müssen die politischen Entscheidungsträger auch leben: Denn es gab und gibt in dieser Situation auch nie die eine perfekte Lösung, die für niemanden Nachteile hat“, sagte Hans der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Insgesamt sei es aber recht gut gelungen, „die persönliche Freiheit jedes einzelnen und die berechtigten Interessen der Wirtschaft mit dem Schutz unserer Gesundheit in der Corona-Pandemie umsichtig in Einklang zu bringen“.

    Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil gestand ebenfalls zu: „Natürlich sind viele Menschen nach zwei Jahren Pandemie auch erschöpft.“ Der SPD-Politiker fügte aber in der „Rheinischen Post“ mit Blick auf sein Bundesland hinzu: „Dennoch erleben wir nach wie vor viel Zustimmung für unseren vorsichtigen und zugleich verhältnismäßigen Kurs in Niedersachsen.“

    Corona-Impfung und weiblicher Zyklus: Studien „geben Sicherheit“

    Eine Corona-Impfung kann zwar Einfluss auf den weiblichen Zyklus haben, die Schwankungen sind aber gering und vorübergehend. Zu diesem Schluss kommt ein Überblicksartikel in der Fachzeitschrift BMJ. Die Reproduktionsmedizinerin Victoria Male vom Imperial College London hat sich dafür unter anderem Studien aus den USA und Norwegen angesehen.

    In der US-Studie wurde die Regel von tausenden Frauen sechs Zyklen lang mit einer Perioden-App überwacht. 2400 der knapp 4000 Probandinnen waren geimpft, der Rest war ungeimpft. Die erste Dosis hatte keinen Einfluss auf die Monatsblutung. Nach der zweiten Dosis kam die Regel im Schnitt einen halben Tag später.

    Am stärksten war die Verzögerung bei den 358 Frauen, die beide Impfungen innerhalb desselben Zyklus bekamen – nach dem deutschen Impfschema unmöglich. Bei ihnen setzte die Blutung mehr als zwei Tage später ein. Innerhalb dieser Gruppe dauerte sie bei elf Prozent auch deutlich länger. Bei allen Frauen normalisierte sich das nach zwei Zyklen.

    In der anderen Studie wurden 5688 Norwegerinnen gefragt, ob sie Veränderungen vor oder nach der Impfung bemerkt haben. 38 Prozent berichteten von Unregelmäßigkeiten vor der Impfung, 39 Prozent nach der ersten Dosis, 41 Prozent nach der zweiten Spritze. Die häufigste Veränderung, über die berichtet wurde, war eine stärkere Blutung.

    „Die Ergebnisse beider Studien geben Sicherheit“, fasst Male zusammen: „Veränderungen bei der Menstruation kommen nach der Impfung vor, aber sie sind gering im Vergleich zur natürlichen Schwankung und gehen schnell wieder weg.“ Dass das überhaupt ein Thema ist, liegt Male zufolge an der widerlegten Falschinformation, dass Corona-Impfungen unfruchtbar machen soll.

    Mittwoch, 26. Januar

    Der Bundestag hat am Mittwoch mit der ausführlichen Debatte über eine allgemeine Impfpflicht als Weg zur Überwindung der Corona-Pandemie begonnen. Als erste Rednerin plädierte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Dagmar Schmidt, für eine Impfpflicht ab 18 Jahren. „Die Impfpflicht ist ein milderes Mittel als die Gefährdung der Gesundheit durch Durchseuchung und auch als weitere Einschränkungen, die vor allem Kinder und Jugendliche, aber viele andere mehr treffen mit harten Folgen.“

    Eine Alternative sei, die Pandemie laufen zu lassen, sagte Schmidt. „Das führt irgendwann zu einer Grundimmunität. Vorher aber führt es zu vielen Toten, Kranken und Long-Covid-Patienten.“ Die zweite Alternative seien neue Kontaktbeschränkungen und andere Maßnahmen bis hin zum Lockdown. Die dritte Alternative sei eine sehr hohe Impfquote. „Davon sind wir trotz aller Bemühungen noch sehr weit entfernt. Und deswegen brauchen wir für den Weg aus der Pandemie eine allgemeine Impfpflicht.“

    Der Orientierungsdebatte lag kein konkreter Gesetzentwurf zugrunde. Bislang zeichnen sich drei Modelle ab: eine allgemeine Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren, eine Impfpflicht ab 50 Jahren und der Verzicht auf eine Impfpflicht.

    Der CDU-Abgeordnete Tino Sorge warf Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ein Versteckspiel bei der Impfpflicht vor. Er habe sich geweigert, einen eigenen Vorschlag zu unterbreiten, auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gebe keine Richtung vor. „Man spielt so lange Verstecken und hofft, dass irgendjemand ein Konzept zur Impfpflicht vorlegt, wenn man nur lange genug darauf wartet.“ Eigene Argumente für oder gegen eine Impfpflicht brachte Sorge nicht vor, betonte aber, Impfen sei der Weg aus der Pandemie. Er kritisierte, viele fachliche und auch verfassungsrechtliche Fragen hätten eigentlich vor der Debatte beantwortet werden müssen.

    Auch die Grünen-Abgeordnete Kirsten Kappert-Gonther warb für eine allgemeine Impfpflicht. „Impfen ist der Weg aus der Pandemie“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag.

    Die AfD bekräftigte ihre generelle Ablehnung einer Impfpflicht. Man lehne diese sowohl für einzelne Berufsgruppen als auch allgemein „vollständig“ ab, sagte Fraktionschef Tino Chrupalla. Man sei an einem Punkt angelangt, an dem Impfstoffe schon fast eine religiöse Stellung erhielten. „Wer nicht glaubt und von seinem Grundrecht auf Selbstbestimmung gebraucht macht, ist automatisch ausgeschlossen.“ Chrupalla kritisierte zudem die verschärften Corona-Regeln im Bundestag und die Corona-Politik der Bundesregierung. Er forderte „Antworten zu den Wirkungen und Nebenwirkungen der Impfung“.

    Österreich beendet Lockdown für Ungeimpfte

    In Österreich wird am Montag der seit Wochen geltende Lockdown für Ungeimpfte beendet. Trotz steigender Neuinfektionszahlen sei die Lage in den Krankenhäusern stabil und es drohe unmittelbar keine Überlastung der Intensivkapazitäten, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch vor der Kabinettssitzung der konservativ-grünen Regierung. Die Maßnahme habe über Weihnachten und Silvester gewirkt, werde nun aber von dem zur Pandemiebekämpfung eingesetzten Expertengremium als nicht mehr unmittelbar zielführend erachtet, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

    Ungeimpfte durften in Österreich seit dem 15. November nur aus wenigen Gründen ihr Haus verlassen, etwa weil sie zur Arbeit oder lebensnotwendige Einkäufe erledigen mussten. Defacto ändert sich für Ungeimpfte aber nicht viel, da der Lockdown faktisch nicht überprüfbar war und weiterhin Einschränkungen bestehen bleiben. So muss in der Gastronomie, im allgemeinen Handel sowie bei Veranstaltungen weiterhin ein 2G-Nachweis erbracht werden. Zutritt erhalten somit nur Geimpfte oder Genesene.

    Derzeit seien landesweit weniger als 200 Betten auf den Intensivstationen belegt. Die Neuinfektionen kletterten zuletzt allerdings erstmals auf über 30.000 Fälle. In den kommenden zwei Wochen werde ein Anstieg auf bis zu 40.000 positive Tests pro Tag erwartet, sagte der Gesundheitsminister. „In rund 14 Tagen werden wir den Höhepunkt der Omikron-Welle sehen“.

    Um die Pandemie zu bekämpfen und für künftige Wellen gewappnet zu sein führt Österreich als erstes Land in Europa ab Februar eine allgemeine Impfpflicht ein. Das Vorhaben der Regierung erreichte in der vergangenen Woche breite Zustimmung bei den Parlamentariern. Auch der Großteil der Opposition stimmte der Impfpflicht ab 18 Jahren zu. Ungeimpften drohen dann ab Mitte März Geldstrafen.

    Omikron treibt Infektionszahlen in Mittel- und Osteuropa auf Höchststände

    Die hochansteckende Corona-Variante Omikron treibt die Infektionszahlen in Mittel- und Osteuropa auf neue Höchststände. Russland meldete am Mittwoch den sechsten Tag in Folge einen Rekord: 74.692 positive Fälle. Einen Tag zuvor waren es noch 67.809. Der Arbeitsgruppe der Regierung zufolge gab es 657 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Polen rechnet am Mittwoch erstmals seit Beginn der Pandemie mit mehr als 50.000 Neuinfektionen. „Die Wucht der fünften Welle nimmt zu“, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Waldemar Kraska. Die Infektionszahlen würden in den kommenden Tagen noch weiter steigen. Omikron mache inzwischen etwa 40 Prozent der neuen Fälle aus.

    Auch in Ungarn mit über 20.000 Neuinfektionen, Rumänien mit rund 34.000, Bulgarien mit über 12.000 und Tschechien mit knapp 40.000 schossen die Zahlen auf neue Höchststände. Allerdings steigt die Belastung der Krankenhäuser nicht in dem gleichen Maße. Politiker in den Ländern fordern die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen. Im EU-Land Bulgarien sind weniger als 30 Prozent der sieben Millionen Einwohner geimpft. In Rumänien liegt die Quote bei etwa 41 Prozent.

    Corona-Inzidenz in Deutschland auf Höchststand

    Erstmals in der Coronapandemie sind binnen eines Tages mehr als 150.000 Neuinfektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Mittwochmorgen 164.000 Fälle in 24 Stunden. Am 19. Januar hatte die Zahl erstmals über 100.000 gelegen. Vor einer Woche waren es 112.323 erfasste Neuinfektionen.

    Die Sieben-Tage-Inzidenz überschritt erstmals die Schwelle von 900: Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 940,6 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 894,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 584,4 (Vormonat: 220,7). Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.

    Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 166 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 239 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 9.035.795 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

    Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 4,07 (Montag 3,87) an.

    Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 7.387.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 117.126.

    Bundestag debattiert über Corona-Impfpflicht

    Der Bundestag debattiert am Mittwoch erstmals ausführlich über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland. Ihre Befürworter sehen darin eine nötige Maßnahme, um im Kampf gegen das Coronavirus die Impfquote deutlich zu erhöhen und damit die Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Gegner bezweifeln die Notwendigkeit einer solchen Pflicht und verweisen darauf, dass führende Politiker aller Parteien bis kurzem unisono erklärt haben, es werde keine Impfpflicht geben.

    Die Beratungen beginnen um 15.00 Uhr und sind auf drei Stunden angesetzt. Es handelt sich um eine sogenannte Orientierungsdebatte. Dieser liegt noch kein konkreter Gesetzentwurf zugrunde. Wie aus einer Rednerliste der SPD-Fraktion hervorgeht, wird Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in der Debatte als SPD-Abgeordneter das Wort ergreifen – Kanzler Olaf Scholz dagegen nicht.

    SPD, Grüne und FDP haben vereinbart, dass die Abgeordneten in freier Abstimmung ohne übliche Fraktionsvorgaben beraten und entscheiden sollen. Scholz begründet die offene Debatte auch damit, dass dies einen befriedenden Konsens ermöglichen soll. Offenkundig gibt es in der Ampel-Koalition aber auch keine gemeinsame Linie dazu. Die oppositionelle Union spießt das als mangelnde Führung auf und verlangt einen Gesetzentwurf der Regierung. Scholz und Lauterbach haben sich als Abgeordnete klar für eine Impfpflicht ab 18 ausgesprochen.

    Lesen Sie dazu auch das Interview mit FDP-Fraktionschef Christian Dürr: „Jede Impfpflicht ist ein Eingriff in die Freiheit“

    Lonza will neue Produktionslinien für Moderna hochfahren

    Der Schweizer Pharma-Auftragshersteller Lonza will die neuen Produktionslinien für den Wirkstoff des Corona-Impfstoff des US-Biotechnologiekonzerns Moderna im Laufe des ersten Quartals in Betrieb nehmen. „Wir sind fristgerecht, um dieses Quartal mit der Verdopplung der Produktionskapazität zu starten“, sagte Lonza-Chef Pierre-Alain Ruffieux am Mittwoch. Lonza baut in seinem Werk in Visp im Kanton Wallis drei zusätzliche Produktionslinien und verdoppelt damit die Kapazität.

    Ruffieux wollte nicht sagen, wie viel Impfwirkstoff Lonza an Moderna liefern soll. Auf einer Produktionslinie könne pro Jahr Wirkstoff für 100 Millionen Impfdosen hergestellt werden, erklärte er.

    Lonza betreibt für Moderna auch eine Produktionslinie im amerikanischen Portsmouth. In Europa wird der Moderna-Impfstoff dann von der spanischen Laboratorios Farmaceuticos Rovi in Madrid fertiggestellt, abgefüllt und ausgeliefert.

    Dienstag, 25. Januar

    Abgeordnete erarbeiten Antrag für Impfpflicht ab 50 Jahren

    Mehrere Abgeordnete von FDP und Grünen schlagen eine Impfpflicht gegen Corona für Über-50-Jährige vor. „Wir möchten bei der Impfpflichtdebatte für den Mittelweg werben und diesen mehrheitsfähig machen“, teilten sie am Dienstag gemeinsam mit. Ihr Vorschlag beinhalte zwei Maßnahmen: ein verpflichtendes, professionelles und persönliches Beratungsgespräch für alle volljährigen Ungeimpften und eine Pflicht zum Nachweis einer Impfung ab 50 Jahren. So solle „mit einem milderen staatlichen Eingriff eine maximale Wirkung“ erzielt werden.

    Der Bundestag kommt am Mittwoch zu einer ersten Debatte über eine Impfpflicht zusammen. Im Wesentlichen gibt es bisher drei Ansätze: Parlamentarier aller drei Ampelfraktionen bereiten einen Entwurf für eine Impfpflicht ab 18 Jahre vor, für die sich auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ausgesprochen hat. Und eine Gruppe um FDP-Vize Wolfgang Kubicki will eine Impfpflicht generell verhindern. Neu ist der Vorstoß mehrerer Politiker um den FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann für eine Impfpflicht ab 50.

    Das Gesundheitssystem müsse vor Überlastung geschützt werden, argumentiert die Gruppe. Das Alter sei ein einfach zu messender Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf. Daher sei eine Impfpflicht für alle ab 50 Jahre verfassungsrechtlich einfacher zu rechtfertigen. Unterstützt wird der Vorschlag der Mitteilung zufolge von den FDP-Abgeordneten Gyde Jensen und Konstantin Kuhle sowie den Grünen-Abgeordneten Dieter Janecek, Paula Piechotta und Kordula Schulz-Asche.

    Linke-Politikerin warnt vor Nachteilen im Job durch PCR-Priorisierung

    Die Vize-Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Susanne Ferschl, befürchtet Nachteile für Arbeitnehmer, wenn PCR-Tests zum Nachweis einer Corona-Infektion künftig nur noch für bestimmte Gruppen kostenlos zugänglich sein sollen. „Wenn PCR-Tests priorisiert werden, drohen abhängig Beschäftigte das Nachsehen zu haben. Es wäre nicht hinnehmbar, wenn sie künftig selbst dafür aufkommen müssten, einen Ansteckungsnachweis zu erbringen“, schrieb Ferschl am Dienstag in einer Stellungnahme zu den aktuellen Plänen von Bund und Ländern, den Einsatz von PCR-Tests künftig auf bestimmte Gruppen zu begrenzen, etwa auf Menschen aus Corona-Risikogruppen oder bestimmte Berufsgruppen im Gesundheitssektor.

    Ferschl befürchtet, dass durch einen solchen Schritt auch die Anerkennung von Corona als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall erschwert werden könne, da Arbeitnehmer für einen Nachweis bislang einen PCR-Test brauchten. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil müsse „schleunigst Regelungen erlassen, die sicherstellen, dass Corona auch ohne PCR-Nachweis als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt“ werden könne, forderte Ferschl.

    Wie das Bundesarbeitsministerium auf seiner Webseite erläutert, kann eine Covid-19-Erkrankung unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkannt werden. Möglich ist eine solche Anerkennung etwa, wenn Arbeitnehmer im Gesundheitsdienst oder in der Wohlfahrtspflege tätig sind. Für andere Arbeitnehmer, deren Infektion laut Ministerium „auf einem situativem beruflichen Kontakt zu einem infizierten Menschen beruht“, kommt den Angaben zufolge auch eine Anerkennung als Arbeitsunfall infrage.

    Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ist die Voraussetzung für eine Anerkennung von Covid-19 als Berufskrankheit bislang ein positiver PCR-Test. Es gibt laut Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege aber auch Fälle, in denen dieser Nachweis nicht zwingend erforderlich ist.

    Biontech und Pfizer starten klinische Studie zu Omikron-Impfstoff

    Biontech und Pfizer haben ihre erste klinische Studie zur Untersuchung eines speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoffs begonnen. Dabei sollen die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten geprüft werden, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitteilten. Die Studie soll bis zu 1420 Testpersonen umfassen, die in drei Gruppen unterteilt werden.

    Die erste Gruppe umfasst gut 600 Teilnehmer, die zwischen 90 und 180 Tagen vor Beginn der Studie bereit zwei Impfdosen des bisherigen Vakzins erhalten haben und nun eine oder zwei Dosen des Omikron-Impfstoffs erhalten sollen. Die zweite, fast ebenso große Gruppe besteht aus geboosterten Menschen, die eine weitere Dosis des herkömmlichen Impfstoffs oder eine Dosis des Omikron-Vakzins erhalten. Die dritte Gruppe mit gut 200 Probanden setzt sich aus ungeimpften und bislang nicht an Covid-19 erkrankten Menschen zusammen, die dann drei Dosen des Omikron-Vakzins bekommen.

    „Die Studie ist Teil unseres wissenschaftlichen Ansatzes zur Entwicklung eines variantenbasierten Impfstoffs, der vor Omikron einen ähnlichen Schutz bietet, wie wir ihn bei vorherigen Varianten beobachtet haben, der aber gleichzeitig länger anhält“, erklärte Biontech-Chef Ugur Sahin. Impfstoffe böten nach wie vor einen hohen Schutz vor schweren Verläufen durch Omikron.

    Das Mainzer Pharmaunternehmen und sein US-Partner hatten vor rund zwei Wochen bekannt gegeben, dass sie bereits mit der Produktion eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für eine spätere kommerzielle Nutzung begonnen haben. Biontech hatte erklärt, dass die beiden Unternehmen „bis März für eine Belieferung des Marktes bereit sind, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen“. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bislang noch nicht erklärt, ob sie einen an Omikron angepassten Impfstoff mit einer anderen Zusammensetzung als bei dem derzeit verwendeten Vakzin für notwendig hält.

    Berlin mit höchstem Inzidenzwert in Deutschland

    Die Corona-Inzidenz in Berlin ist weiter gestiegen und hat den höchsten Wert aller Bundesländer erreicht. In den vergangenen sieben Tagen infizierten sich rechnerisch rund 1593 von 100.000 Menschen. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen hervor. Vor einer Woche betrug der Wert noch 962,8. Auch in Hamburg erreichte die Inzidenz am Dienstag mehr als 1500, der Durchschnitt in ganz Deutschland lag bei rund 894.

    13.212 neue Corona-Infektionen wurden in Berlin registriert. Die Gesamtzahl lag bei knapp 468.000. 3 neue Todesfälle kamen dazu, so dass bislang 4088 Tote im Zusammenhang mit Corona-Infektionen gezählt wurde.

    In den vergangenen sieben Tagen kamen rund 15 von 100.000 Einwohnern zur Behandlung ins Krankenhaus, wie die Gesundheitsverwaltung mitteilte. Die entsprechende Ampel im Warnsystem des Senats stand auf Rot. Sie zeigt bei der Belegung der Intensivstationen noch ein gelbes Signal – ihre Belegung mit Corona-Patienten ist seit Wochen relativ konstant und betrug am Dienstag 17,5 Prozent.

    Bund und Länder ändern Teststrategie

    Die Bund-Länder-Vereinbarung zur Änderung der Corona-Teststrategie hinterlässt viele offene Fragen und stößt auch auf Kritik. Der Vorwurf von Fachleuten, Verbänden und Oppositionspolitikern nach den Beratungen von Kanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder vom Montag: unausgegoren, in den Details unklar, womöglich zu leichtsinnig.

    Was sagen die Labore dazu?

    Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) rief die Politik zu Gesprächen über die angestrebte Ausweitung der PCR-Testkapazitäten auf. „Wir müssten wissen, um wie viel die Kapazität erhöht werden soll und in welchem Zeitraum“, sagte der Vorsitzende Michael Müller der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um Geräte, um Mitarbeiter und auch die Frage, was passiere, wenn die höhere Kapazität aufgebaut und dann im Zweifel nicht benötigt werde. Beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärte er: „Wir können die Kapazitäten nicht beliebig von heute auf morgen ausbauen.“ Der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, sagte der „Welt“, der Mangel an Laborpersonal lasse sich vorerst auch nicht beheben.

    Gibt es PCR-Alternativen?

    Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Janosch Dahmen, hat bereits vorgeschlagen, PCR-Tests künftig im Pool-Verfahren auszuwerten. Deutschland hinke wegen seiner Strategie der Einzelauswertung anderen Staaten hinterher, sagte er derselben Zeitung. Beim Pool-Verfahren werden mehrere Proben gleichzeitig geprüft, wenn der Befund positiv ist, werden alle Tests nochmal einzeln ausgewertet. Das bindet weniger Kapazitäten.

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte dazu in der ARD mit Blick auf die Vorgängerregierung: „Dieses Verfahren ist vor einem Jahr nicht vorbereitet worden, darum können wir darauf jetzt nicht zurückgreifen.“

    Der Deutsche Städtetag schlug vor, zur Erweiterung der PCR-Kapazitäten auf sogenannte POC-PCR-Tests zu setzen, die ohne Labor auskommen und schnelle Ergebnisse liefern sollen. „Dafür müsste dann aber auch die Finanzierung für diese Test verbessert werden“, sagte Städtetagspräsident Markus Lewe der Deutschen Presse-Agentur.

    Was haben Bund und Länder beschlossen?

    Wegen der sprunghaft steigenden Infektionszahlen reichen die derzeitigen Kapazitäten für die besonderes genauen PCR-Tests nicht mehr aus. Bund und Länder haben deshalb vereinbart, deren Einsatz auf Menschen aus Corona-Risikogruppen und Beschäftigte zu konzentrieren, die sie betreuen und behandeln – in Kliniken, Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Zum Freitesten aus der Kontaktpersonen-Quarantäne oder Infizierten-Isolation sollen zertifizierte Antigen-Schnelltests reichen, die jedoch als weniger zuverlässig gelten.

    Sind Schnelltests denn ausreichend sicher?

    Lauterbach sagte: „Wenn zwei Antigentests hintereinander positiv sind, dann ist das fast so sicher wie ein PCR-Test.“ Es komme nur „ganz selten“ vor, dass sie ein falsches Ergebnis lieferten.

    Der Laborärzte-Vertreter Müller sieht das anders: „Antigen-Schnelltests bieten zum Freitesten nicht genügend Sicherheit. Wir sehen in unserem Laboralltag zu viele falsche Schnelltestergebnisse und empfehlen daher das konsequente Freitesten im PCR-Verfahren.“

    Auch der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb liegt auf dieser Linie. „Es ist problematisch, dass sich Klinik- und Pflegepersonal in Zukunft mit einem Antigentest nach sieben Tage freitesten kann“, sagte er dem RND. „Ich halte es für sinnvoll, dass in diesen sensiblen Bereichen weiterhin PCR-Tests verwendet werden.“

    Lesen Sie auch: Bund und Länder wollen kostenlose PCR-Tests nur noch bestimmten Gruppen zugänglich machen, weil Labore an Kapazitätsgrenzen kommen. Unverständlich, sagt Christoph Neumeier, einer der größten Teststellenbetreiber.

    Was sagt die Opposition?

    Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus besteht sogar für alle Bürger auf PCR-Testmöglichkeiten, trotz der Engpässe. „Alle Bürger müssen bei Corona-Verdacht oder Infektion, aber auch nach überstandener Corona-Infektion die Möglichkeit haben, durch einen PCR-Test Gewissheit zu bekommen“, verlangte er in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nannte es „nicht befriedigend“, dass die PCR-Testkapazitäten nicht ausreichen. Die jetzt beschlossene Priorisierung bedeute, dass ab diesem Zeitpunkt „wir keine Ahnung haben, wie hoch die Infektionszahl wirklich ist“, sagte er in den ARD-„Tagesthemen“.

    Für Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch ist die neue Teststrategie „kein Durchbruch zur wirksamen Bekämpfung der Pandemie, sondern ein einziges Kommunikationschaos“, wie er den Funke-Zeitungen sagte.

    RKI registriert 126.955 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 894,3

    Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 894,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 840,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 553,2 (Vormonat: 242,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 126.955 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 74.405 Ansteckungen.

    Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind.

    Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 214 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 193 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.871.795 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

    Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 3,87 an (Freitag: 3,77).

    Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 7.331.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.960.

    Montag, 24. Januar

    Wirtschaftsverbände haben die Bundesregierung zu einer schnellen Entscheidung über längere Coronahilfen sowie eine Ausweitung der Unterstützung aufgefordert. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer betonte am Montag nach den Beratungen von Bund und Ländern: „Die Betriebe brauchen eher heute denn morgen Planungssicherheit. Die absehbare weitere pandemische Entwicklung spricht eindeutig dafür, diese für viele Handwerksbetriebe existenzsichernde Unterstützung weiter zu verlängern.“ Der Handelsverband HDE forderte eine Anpassung der Corona-Hilfen.

    Die Bundesregierung will prüfen, ob die Corona-Wirtschaftshilfen und die Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld über den März hinaus verlängert werden, wie es im Beschlusspapier zu den Beratungen von Kanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder heißt. Wollseifer sagte, dieser Prüfauftrag müsse zügig umgesetzt werden.

    Tausende demonstrieren für und gegen Corona-Maßnahmen

    In verschiedenen Städten Deutschlands haben am Montagabend erneut mehrere tausend Menschen gegen eine allgemeine Impfpflicht und gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Vielerorts hielten auch Gegendemonstranten mit eigenen Veranstaltungen oder Mahnwachen für die Toten der Pandemie dagegen.

    In Lübeck etwa zogen nach Polizeiangaben mehr als Tausend Gegner der Corona-Politik unter dem Motto „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ durch die Innenstadt. An einer Gegendemonstration unter dem Motto „Für Einhaltung der Regeln und Anerkennung wissenschaftlicher Tatsachen“ beteiligten sich nach Angaben des veranstaltenden Bündnisses von Kirchen, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Gruppen etwa 700 Menschen. Es blieb weitgehend friedlich.

    Berlin setzt Präsenzpflicht für Schüler aus

    Berlin setzt nach Angaben von Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey die Präsenzpflicht in Schulen bis Ende Februar aus. Gleichzeitig solle aber das Angebot aufrecht erhalten werden, die Schulen offen zu halten, betont die SPD-Politikerin. Die Eltern sollten in dieser Zeit selbst entscheiden können, ob die Kinder in die Schule gehen.

    Bund und Länder beschließen flexiblen Corona-Kurs gegen Omikron

    Bund und Länder haben einen flexiblen Kurs beschlossen, um auf die steigenden Corona-Neuinfektionen durch die Omikron-Variante zu reagieren. In dem von Kanzler Olaf Scholz nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten am Montag vorgestellten Beschluss wird die Bereitschaft betont, im Notfall weitere Corona-Maßnahmen zu verhängen. Zunächst soll aber der bisherige Kurs fortgesetzt werden. Wenn keine Überlastung des Gesundheitssystems mehr drohe, solle es auch Lockerungen geben. Das Gesundheitsministerium erwartet bisher den Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Februar. Mit Blick auf möglicherweise gravierende wirtschaftliche Folgen können sich Unternehmen nun auch über März hinaus auf staatliche Corona-Wirtschaftshilfen einstellen. Bisher war in Entwürfen dazu nur von einer Prüfung die Rede.

    Die begrenzten Kapazitäten für PCR-Tests sollen erhöht werden. Dazu müssten alle Anstrengungen unternommen werden, heißt es in einem Beschluss von Bund und Ländern vom Montag. Zugleich wurde festgehalten, dass es bei auftretenden Engpässen unabdingbar sei, Priorisierungen vorzunehmen. Die Länder nahmen den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz zur Kenntnis, die begrenzt verfügbaren PCR-Tests auf besonders gefährdete, vulnerable Gruppen zu konzentrieren sowie auf Beschäftigte, die diese betreuen und behandeln. Es handele sich um das Personal insbesondere in Krankenhäusern, in Praxen, in der Pflege, in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und für Personen mit dem Risiko schwerer Krankheitsverläufe.

    Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte: „Die hohe Zahl von Neuinfektionen führt zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von PCR-Tests.“ Die Gesundheitsminister der Länder hätten daher eine Priorisierung bei den PCR-Tests beschlossen, wonach die PCR-Tests auf Personal in Krankenhäusern, Praxen und Pflege konzentriert werden sollten.

    Es sind allerdings noch viele Fragen offen. Die wichtigsten Antworten im Überblick:

    Was gilt aktuell noch? Wer kann überhaupt einen PCR-Test machen?

    Wer einen positiven Selbsttest hat oder an einer Teststelle ein positives Schnelltestergebnis bekommt, hat laut momentan gültiger bundesweiter Corona-Test-Verordnung Anspruch auf einen PCR-Test. Das gilt laut Bundesregierung auch, wenn die Corona-Warnapp auf Rot steht. Betroffene können sich in so einem Fall an ihren Hausarzt wenden, der dann entweder einen Test selbst macht oder an ein Testzentrum überweist. Auch das Gesundheitsamt kann, wenn es über einen positiven Schnelltest informiert wurde, einen kostenlosen PCR-Test anordnen.

    Ist ein PCR-Test Pflicht?

    In jedem Fall bei einer Anordnung durch das Gesundheitsamt. Positive Schnelltests etwa aus Testcentern sind laut Bundesgesundheitsministerium meldepflichtig. Bekommt das Amt also die entsprechende Information, kann es zur PCR-Nachtestung auffordern. Grundsätzlich schreibt das Gesundheitsministerium auf seiner Webseite, dass bei positivem Schnelltest - auch Selbsttest - ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden „sollte“. Ob das „sollte“ generell eine Pflicht bedeutet, hängt auch von den Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes ab. Zum Teil wird in den Ländern eine Nachtestung per PCR-Test vorgeschrieben, zum Teil reicht bei positivem Selbsttest auch eine Nachtestung per Antigen-Schnelltest in einer Teststelle.

    Was ist geplant?

    PCR-Tests sollen vorrangig für sogenannte vulnerable Gruppen zur Verfügung stehen und für Beschäftigte, die diese betreuen und behandeln. Das hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern bereits vereinbart, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten haben dies nun in ihrem Beschluss „zur Kenntnis“ genommen. Konkret genannt werden ältere Menschen oder andere Risikogruppen, Beschäftigte in Kliniken, Praxen, Pflegeheimen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung.

    Die Fragen zur praktischen Umsetzung sind hier aber noch offen, etwa, ab wann das gelten soll, wer genau den PCR-Test-Anspruch haben wird, wie das konkret nachgewiesen werden soll und was mit denjenigen ist, die zum Beispiel einen positiven Schnelltest und/oder Symptome haben. Bund und Länder müsse dafür zunächst die Corona-Testverordnung und die konkreten Bestimmungen zu Tests in den Ländern ändern. Im Zuge dessen wird es mehr Klarheit geben. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums kündigte am Montag „zeitnahe“ Informationen an.

    In welche Richtung könnte es gehen?

    Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich dafür ausgesprochen, dass bei positivem Schnelltest und gleichzeitiger Symptomlosigkeit künftig auf einen PCR-Test verzichtet werden könne. Dafür müsste aber beispielsweise Paragraf 4b der Corona-Testverordnung geändert werden, die momentan noch einen Anspruch auf PCR-Nachtestung bei positiven Schnelltests - auch Selbsttests - gewährt. Auch wenn die Corona-Warn-App eine rote Kachel zeigt, soll nach Ansicht der Gesundheitsminister der Länder nach ein „qualitativ hochwertiger“ Antigentest ausreichen.

    Daneben stellen sich aber noch weitere Fragen, etwa ob eine PCR-Test-Beschränkung auch privat bezahlte Tests betreffen würde, die beispielsweise für Auslandsreisen notwendig sind, oder welche Auswirkungen eine Beschränkung beim Thema Genesenstatus hätte, denn als offiziell genesen gilt nur, wer mit einem positiven PCR-Test nachweisen kann, dass er schon eine Corona-Infektion hatte.

    „Ich gehe derzeit davon aus, dass die privaten Testzentren auch in Zukunft grundsätzlich PCR-Tests für Selbstzahler anbieten werden“, sagte der Vorsitzende des Laborverbands ALM, Michael Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wer nicht zur priorisierten Gruppe gehöre, müsse sich aber darauf einstellen, auf Testergebnisse möglicherweise länger warten zu müssen.

    Wie viele PCR-Tests werden momentan in Deutschland gemacht?

    Zuletzt waren es laut Robert Koch-Institut und dem Laborverband ALM rund zwei Millionen Tests in einer Woche - ein Höchststand in der Corona-Krise. Von den zwei Millionen Tests war etwa jeder vierte positiv. Die Labore waren demnach zu 86 Prozent ausgelastet. Für die vergangene Woche wurde eine Kapazität von etwa 2,5 Millionen Tests gemeldet.

    In der österreichischen Hauptstadt Wien wird so viel PCR-getestet wie bei uns im ganzen Land. Was läuft dort besser?

    Wien hat schon 2020 die Infrastruktur dafür aufgebaut. Mit dem Angebot „Alles gurgelt“ sei ein PCR-Test für Zuhause entwickelt worden, bei dem zur Überprüfung der Ausweis erfasst und das Gurgeln gefilmt werde, so ein Sprecher des Gesundheitsressorts der Stadt. Die Tests können in vielen Drogerien abgeholt und in Hunderten von Geschäften und Tankstellen abgegeben werden. Zweimal am Tag holt die Post die Berge von Proben ab.

    Durchschnittlich erhält nach Angaben der Stadt jeder rund 16 Stunden nach dem Gurgeln sein PCR-Ergebnis. Dafür sorgt ein großes Labor, das mittlerweile rund 1000 Menschen beschäftigt. „Die Kosten liegen mit mittlerweile knapp sechs Euro pro Test nur wenig über den von Antigen-Tests“, so der Sprecher weiter. Sie werden vom Bund übernommen. Die Kapazitäten sind gewaltig. Pro Woche werden rund 2,1 Millionen Tests ausgewertet. Angesichts der Omikron-Variante und den nun rekordhohen Infektionszahlen ist den Angaben zufolge die Kapazität aufgestockt worden: von 500.000 Tests täglich auf 800.000.

    EMA entscheidet noch im Januar über Corona-Pille von Pfizer

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will einem Insider zufolge noch in diesem Monat über eine Zulassung der Anti-Corona-Pille Paxlovid von Pfizer entscheiden. Eine Einschätzung soll Ende des Monats getroffen werden, wie eine mit der Sache vertraute Person sagt. Im Februar solle dann über die Corona-Pille von Merck & Co entschieden werden, die allerdings weniger wirksam ist. Bei der EMA war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Die EU-Behörde hatte vor zwei Wochen erklärt, innerhalb von Wochen über die Pfizer-Pille entscheiden zu wollen. In den USA und dem Vereinigten Königreich haben die Behörden bereits den Weg für beide Medikamente zum Einsatz bei bestimmten erwachsenen Hochrisiko-Patienten frei gemacht.

    Wirtschaftshilfen sollen über März hinaus verlängert werden

    Unternehmen können sich über März hinaus auf Corona-Wirtschaftshilfen des Staats einstellen. „Bund und Länder halten eine Verlängerung und eine Erweiterung des Umfangs der Hilfen und Sonderregelungen über den März 2022 hinaus für erforderlich“, heißt es in einer neuen Beschlussvorlage für die heutigen Beratungen zur Corona-Pandemie. Bisher war in Entwürfen nur von einer entsprechenden Prüfung die Rede. „Die Bundesregierung wird mit den erforderlichen Prüfungen und Vorarbeiten beginnen und sich hierzu eng mit den Ländern abstimmen“, heißt es nun weiter.

    Ministerpräsidenten beraten über Strategie im Kampf gegen Omikron

    Vor dem Hintergrund der rollenden Omikron-Welle haben sich die Ministerpräsidenten am Montag zu ihrer zweiten Corona-Videokonferenz dieses Jahres zusammengeschaltet. Im Vorfeld zeichneten sich weder grundlegende Lockerungen noch Verschärfungen des bisherigen Kurses ab. Am Nachmittag wollten die Regierungschefs und -chefinnen der Länder ihre Beratungen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fortsetzen.

    Laut einem vorläufigen Arbeitspapier vom Sonntagabend sollen „die geltenden Maßnahmen konsequent fortgesetzt werden“. Entsprechend äußerten sich auch Scholz, der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU), und mehrere andere Länderchefs.

    Manche Politiker von FDP und CSU fordern hingegen bereits einen Plan für künftige Lockerungen. In der Beschlussvorlage heißt es dazu: „Bund und Länder werden Öffnungsperspektiven entwickeln für den Moment, zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann.“ Allerdings ist die Vorlage lediglich eine Diskussionsgrundlage – bis zum Beschluss könnte sich einiges ändern.

    Erwartet wird ein Beschluss, PCR-Tests künftig auf Risikogruppen zu konzentrieren und auf Beschäftigte, die diese betreuen und behandeln. Ziel ist es, Kapazitätsengpässe zu vermeiden. Das Arbeitspapier sieht zudem vor, die Quarantäne- und Isolationsfristen für Klinik- und Pflegepersonal zu verkürzen.

    Die Corona-Neuinfektionsrate erreichte unterdessen einen neuen bundesweiten Höchstwert. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 840,3 an (Sonntag: 806,8). Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Test-Kapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind.

    (Hier finden Sie die vorläufigen Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz als Download. )

    RKI registriert 63.393 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 840,3

    Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 840,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 806,8 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 528,2 (Vormonat: 222,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 63.393 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 34.145 Ansteckungen.

    Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind.

    Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 28 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 30 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.744.840 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

    Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet.

    Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 7.273.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.746.

    Verband: Symptomlos Infizierte in Schlüsselpositionen arbeiten lassen

    Der Verband kommunaler Unternehmen hat angesichts drohender Engpässe in kritischen Infrastrukturen den Einsatz von symptomlosen Infizierten in wichtigen Positionen ins Spiel gebracht. „Wichtig wäre Schützenhilfe von der Politik für den Ernstfall, wie zuletzt der Wegfall der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen“, teilte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing auf Anfrage mit. „Konkret sollte zum Beispiel der Einsatz von symptomlosen Infizierten in Schlüsselpositionen erlaubt sein.“

    Damit knüpft der Verband an jüngere Forderungen von Wirtschaftsverbänden nach einer sogenannten Arbeitsquarantäne an. „Dieses Instrument, bei dem unter Quarantäne stehende Beschäftigte im Rahmen eines besonderen Hygienekonzepts weiter arbeiten können, hat sich bereits in der ersten und zweiten Welle der Pandemie bewährt“, teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) bereits Anfang Januar mit.

    Mehr zum Thema: „Die Infizierten-Schicht könnte das gesamte Netz steuern“

    Bovenschulte: Bund und Länder müssen über Kurzarbeitergeld sprechen

    Bund und Länder müssen sich nach Worten von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) bei ihrem Gespräch am Montag auch über eine mögliche Anpassung der Kurzarbeiter-Regelungen unterhalten. Viele Branchen litten unter einem großen Verlust an Fachkräften, und das werde nach Überwindung der Corona-Pandemie den Neustart gefährden. „Deshalb müssen wir zum Beispiel schauen, ob die Regelungen oder die Verwaltungspraxis beim Kurzarbeitergeld noch einmal angepasst werden müssen“, sagte Bovenschulte der Deutschen Presse-Agentur dpa.

    Es gehe insbesondere um praxisnahe Gestaltung und Vollzug der Antragstellung, um die Verlängerung der maximalen Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds und mittelfristig auch um die Einführung eines Mindestkurzarbeitergelds. Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie müssten am Montag erneut zum Thema gemacht werden. „Nach wie vor sind seit fast zwei Jahren von den Corona-Maßnahmen vor allem Branchen wie die Gastronomie, die Veranstaltungswirtschaft oder der Kulturbereich betroffen, in denen viele Beschäftigte gewiss nicht auf Rosen gebettet sind“, so Bovenschulte.

    Umfrage: Viele Dienstreisen dürften weiter digital ersetzt werden

    Größere Unternehmen in Deutschland rechnen auch auf längere Sicht bei Geschäftsreisen zumeist nicht mit einer Rückkehr auf das Niveau vor der Corona-Pandemie. Laut einer Umfrage des Prüfungs- und Beratungsunternehmens PwC unter gut 150 Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern gehen 61 Prozent davon aus, dass Dienstreisen im Inland in den kommenden fünf Jahren weitgehend durch digitale Formate ersetzt werden. Bei Auslandsreisen erwarten dies 47 Prozent der Befragten. Mehrfachnennungen waren möglich.

    Für das laufende Jahr gehen zwei von drei befragten Firmen von einer Reduzierung ihres Reiseaufkommens um durchschnittlich 36 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau aus. Nur 28 Prozent der Unternehmen erwarteten, das Niveau von 2019 wieder zu erreichen, 7 Prozent rechneten mit einem höheren Wert.

    Neben der Kostenersparnis spielen den Angaben zufolge zunehmend auch Klimaschutzfragen bei den Planungen eine Rolle. Bislang ermittelt nur ein Drittel der befragten Firmen (35 Prozent) den ökologischen Fußabdruck von Geschäftsreisen. Weitere 13 Prozent planen, ein Instrument für die Messbarkeit einzuführen, 45 Prozent der Befragten schließen dies aus. In jedem zweiten Unternehmen gibt es den Angaben zufolge die Vorgabe, dass die günstigste Reisevariante gewählt werden müsse oder dies empfohlen werde. Ökologische Ziele würden unter diesem Aspekt eher als nachrangig betrachtet.

    Allerdings gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie die Nutzung elektrischer Antriebe ausbauen wollen. 35 Prozent setzten auf den Wechsel von Flugreisen hin zur Bahn oder öffentlichen Verkehrsmitteln. 28 Prozent wollten den Anteil von Carsharing und E-Rollern zu erhöhen. Mehrfachnennungen waren möglich.

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