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+++ Corona-Update +++ USA lassen Biontech/Pfizer-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige zu

Biontech und Pfizer untersuchen momentan zudem die Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschließlich elf Jahren weiter. Quelle: REUTERS

Die Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen gilt als immens wichtig für das Erreichen der Herdenimmunität. Jetzt haben die USA den Impfstoff von Biontech und Pfizer ab 12 Jahren zugelassen. Corona-News im Überblick.

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Dienstag, 11. Mai 2021

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Corona-Impfstoff des deutschen Impfstoffherstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung für Menschen ab 16 Jahren sei entsprechend angepasst und erweitert worden, teilte die FDA am Montag mit. Anfang April hatten Biontech und Pfizer einen entsprechenden Antrag bei der FDA eingereicht.

FDA-Chefin Janet Woodcock sprach von einem „wichtigen Schritt“ im Kampf gegen die Pandemie. „Die heutige Aktion ermöglicht es, eine jüngere Bevölkerung vor Covid-19 zu schützen, was uns der Rückkehr zu einem Gefühl der Normalität und der Beendigung der Pandemie näher bringt.“ Eltern und Erziehungsberechtigte könnten sicher sein, dass die Behörde eine strenge und gründliche Überprüfung aller verfügbaren Daten vorgenommen habe.

Zuvor hatte bereits unter anderem Kanada als eines der ersten Länder der Welt den Impfstoff auch für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Auch bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA liegt ein entsprechendes Gesuch, die Prüfung könnte noch bis Anfang oder Mitte Juni dauern. In der EU ist das Mittel von Biontech/Pfizer bislang nur für Menschen ab 16 Jahren zugelassen.

Die Unternehmen hatten vor einigen Wochen mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei zudem auch gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen. Laut der FDA wurden den US-Behörden in den vergangenen Monaten etwa 1,5 Millionen Corona-Infektionen von Personen im Alter zwischen 11 und 17 gemeldet.

Die Impfung von Minderjährigen gilt dabei für die Annäherung an die Herdenimmunität als sehr wichtig. Viele Experten zweifeln wegen der weit verbreiteten Impf-Skepsis in den USA allerdings mittlerweile daran, dass diese überhaupt erreicht werden kann. 46 Prozent der Amerikaner haben mindestens eine Dosis eines Vakzins erhalten - die Nachfrage nimmt stetig ab. Wieviele für die Herdenimmunität geimpft sein müssen, ist umstritten. Schätzungen variieren zwischen etwa 70 und 90 Prozent.

Biontech und Pfizer untersuchen momentan zudem die Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschließlich elf Jahren weiter. Biontech geht nach eigenen Angaben davon aus, dass belastbare Daten daraus bis September verfügbar sein werden. Auch andere Corona-Impfstoffe werden derzeit an Kindern und Jugendlichen getestet.

RKI registriert 6125 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz sinkt weiter

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6125 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 7534 Neuansteckungen gelegen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 115,4 (Vortag: 119,1; Vorwoche: 141,4).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 283 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 315 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3 533 376 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 196 900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85 112.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,88 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Montag, 10. Mai 2021

Die EU-Kommission will erneut juristisch gegen AstraZeneca wegen verspäteter Impfstoff-Lieferungen vorgehen. Der Fall soll am Dienstag vor Gericht gebracht werden, wie ein Sprecher der Behörde mitteilt. Die Europäische Union (EU) könnte damit möglicherweise finanzielle Strafen verhängen, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Im April sei es darum gegangen, die Impfstoff-Lieferungen des schwedisch-britischen Pharmakonzerns zu beschleunigen. Diesmal würden die eigentlichen Argumente geprüft.

Laut einem EU-Vertreter hat AstraZeneca bis zum 7. Mai knapp 50 Millionen Impfstoffdosen geliefert. Diese Zahl sollte ursprünglich bereits im Januar erreicht werden.

Habeck fordert Impfungen an Supermärkten
Grünen-Co-Chef Robert Habeck fordert kreative Lösungen, um Impfstoffe jetzt zu den Menschen zu bringen. „Corona hat eine starke soziale Dimension.“ Impfungen müsse es auch an Supermärkten, auf Marktplätzen und in Schulen geben.

Bund und Länder haben derweil die Priorisierung für den Impfstoff von Johnson & Johnson aufgehoben. Allerdings empfehle die Ständige Impfkommission (Stiko) den Einsatz des Impfstoffes nur für Menschen ab 60 Jahren, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Grund seien sehr seltene, aber ernsthafte Hirnvenenthrombosen. Jüngere sollen das Vakzin aber nach Aufklärung durch einen Arzt weiter nutzen dürfen. Mit der Aufhebung der Priorisierung gebe man wie bei dem Impfstoff von AstraZeneca allen die Möglichkeit nach einer ärztlichen Aufklärung mit dem J&J-Impfstoff geimpft zu werden. „Genauso wie wir es bei AstraZeneca machen, werden wir es auch bei Johnson & Johnson machen.“

Bei dem Impfstoff von J&J war es zu Fällen von seltenen Thrombosen nach der Impfung gekommen, die vor allem bei Frauen unter 60 Jahren auftraten. Die USA hatten die Impfungen mit dem Vakzin deshalb vorübergehend ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte dem J&J-Impfstoff nach einer Überprüfung wegen der Thrombosefälle grünes Licht gegeben. Ihrer Ansicht nach überwiegen die Vorteile die Risiken, auch wenn es eine mögliche Verbindung zwischen der Impfung und sehr seltenen Fällen von ungewöhnlichen Blutgerinnseln gibt.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Gesundheitsminister beschlossen, dass Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca künftig für alle möglich sind, wenn sich Impfwillige mit ihrem Arzt dafür entscheiden. Die Priorisierung mit einer festen Vorrangliste wurde auch für diesen Impfstoff damit schon voll aufgehoben.

Von den 34,4 Millionen verabreichten Impfdosen stammen bisher nur rund 18.000 von Johnson & Johnson. Die Lieferungen sollten nun zunehmen. Bis zum Wochenende wurden 7,6 Millionen oder 9,1 Prozent aller Bundesbürger voll geimpft. Bald jeder Dritte hat mindestens eine erste Spritze bekommen: 32,3 Prozent.

Lolli-Tests beginnen Montag in allen Grund- und Förderschulen in NRW
Nordrhein-Westfalen führt an diesem Montag als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Mit dem Test sollen alle mehr als 730.000 Schülerinnen und Schüler der knapp 3800 Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Testung geschieht zunächst gruppenweise. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen.

„Die Lolli-Tests werden uns dabei helfen, Infektionen frühzeitiger als mit Selbsttests zu entdecken und Infektionsketten von vornherein in Schulen zu unterbrechen“, hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gesagt. Die Tests werden Lolli-Tests genannt, weil die Schülerinnen und Schüler auf dem Teststäbchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen müssen. Die Proben werden in PCR-Testverfahren von Laboren untersucht. Täglich soll es NRW-weit rund 35.000 Pooltestungen geben. Zwölf Labore sollen sich darum kümmern.

RKI registriert 6922 Corona-Neuinfektionen
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6922 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.15 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 9160 Neuansteckungen gelegen. An Montagen sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 119,1 (Vortag: 118,6; Vorwoche: 146,9).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 54 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 84 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.527.251 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.175.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84 829.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagnachmittag bei 0,90 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Sonntag, 9. Mai 2021

Die EU-Kommission verzichtet auf eine Verlängerung ihres Impfstoff-Liefervertrags mit AstraZeneca über Juni hinaus. Das teilt Binnenmarktkommissar Thierry Breton mit. Die Kommission befindet sich in einem Rechtsstreit mit dem Unternehmen wegen Lieferverzögerungen: Vor zwei Wochen hatte die Europäische Union ein rechtliches Verfahren gegen AstraZeneca wegen Nichteinhaltung der Bedingungen seines Vertrags mit der EU eingeleitet. AstraZeneca hat in der Vergangenheit argumentiert, dass der Vertrag nur Lieferziele und keine festen Zusagen enthalte und dass das Unternehmen wegen anfänglicher Probleme bei der raschen Ausweitung der Produktionskapazität nicht in der Lage gewesen sei, diese zu erreichen.

Das Vakzin von AstraZeneca war zunächst ein zentraler Pfeiler der Impfkampagne in der EU. Auch weltweit wird es gern genutzt, da es preiswerter und leichter zu lagern ist als die Produkte von Biontech/Pfizer und Moderna. Allerdings geriet der Impfstoff von AstraZeneca wegen seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen vor allem bei jüngeren Frauen in die Kritik. In mehreren europäischen Ländern wird das Vakzin deshalb nur noch mit Alterseinschränkungen oder nach einem ärztlichen Aufklärungsgespräch verwendet. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hält aber nach wie vor an ihrer Empfehlung des Vakzins für alle Altersstufen fest.

Bereits am Samstag kam der EU-Vertrag zum Kauf von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Dosen Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer unter Dach und Fach. Die Menge soll bis 2023 geliefert werden. 900 Millionen Dosen sollen fest bestellt werden, weitere 900 Millionen Dosen sind eine Option. Der Vertrag hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein Volumen von bis zu 35 Milliarden Euro und bedeutet weitere Investitionen in Deutschland und Belgien. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte den Vertrag. Mit ihm werde sowohl für die notwendigen Nachimpfungen gesorgt als auch für die Anpassung des Impfstoffs an neue Virusvarianten.

Indien hat wieder mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen
Indien hat den vierten Tag in Folge mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 403.738 auf 22,3 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Experten befürchten jedoch eine weitaus höhere Dunkelziffer. Erst am Freitag war mit mehr als 414.000 Neuinfektionen ein Höchstwert verzeichnet worden. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus erhöhte sich um 4092 auf 242.362.

Zum zweiten Mal in Folge hat Indien einen weltweiten Höchststand an Corona-Neuinfektionen von mehr als 400.000 Fällen registriert. Quelle: dpa

In Südafrika sind erste Fälle der neuen Coronavirus-Variante aus Indien aufgetreten. Wie das Gesundheitsministerium bestätigt, haben sich insgesamt vier Personen mit der neuen Mutante angesteckt. Die Infizierten waren zuvor in Indien auf Reisen.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland sinkt auf 118,6
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 12.656 neue Positiv-Tests. Vor einer Woche meldete das RKI 16.290 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 118,6 von 121,5 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 127 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 84.775. Insgesamt wurden bislang mehr als 3,5 Millionen Fällen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.

Gewerkschaft der Polizei warnt vor Täuschungsversuchen
Nachdem am Sonntag die von der Bundesregierung beschlossenen Lockerungen für Geimpfte und Genesene in Kraft getreten sind, warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor Täuschungsversuchen. „Es gibt keine Standards für die Ausstellung von Attesten für Corona-Genesene. Dies lässt Spielraum für Täuschungsversuche“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, Jörg Radek, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagausgaben) laut einem Vorabbericht. Es sei entscheidend, dass Impfausweise künftig besser mit technischen Mitteln gegen Fälschungen absichert würden: „An den Grenzen können Beamtinnen und Beamte mit speziellen Scannern Dokumente einlesen. Das geht mit Impfbüchern bisher nicht. Hier muss zügig nachgerüstet werden“, so Radek.

Samstag, 8. Mai 2021

Der Impfstoffhersteller Biontech hält eine Patentfreigabe für nicht zielführend, will armen Ländern aber beim Preis entgegenkommen. „Wir werden weiterhin Länder mit niedrigem oder unterem mittleren Einkommen mit unserem Impfstoff zu einem nicht gewinnorientierten Preis versorgen“, teilte das Unternehmen am Samstag in Mainz mit. Man sei überzeugt, dass der kontinuierliche Ausbau der Produktionskapazitäten dazu beitragen werde, diese Pandemie zu beenden. „Um dies zu erreichen, müssen Regierungen, Hersteller sowie internationale und nationale Organisationen gemeinsam die Versorgung von Ländern mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen aus den bereits bestehenden Produktionsstätten unterstützen und helfen, neue zertifizierte Standorte zu identifizieren.“
Patente seien „nicht der begrenzende Faktor für die Produktion oder Versorgung mit unserem Impfstoff“, sagte eine Sprecherin. Die Herstellung von Impfstoffen sei ein komplexer Prozess. Wenn die Anforderungen nicht erfüllt seien, könnten Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs leiden. Eine Meldung, wonach Biontech vorübergehend auf den Patentschutz für den Corona-Impfstoff verzichte, sei nicht zutreffend. Um den Patentschutz war eine politische Debatte entbrannt. Die Weltgesundheitsorganisation spricht sich dafür aus, ihn generell auszusetzen, um die Bevölkerung ärmerer Länder günstig mit Impfstoff versorgen zu können. Die US-Regierung hat sich dieser Forderung angeschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich dagegen ausgesprochen, auch die EU sieht darin „kein Wundermittel“.

Fläschchen mit dem Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer stehen in den Produktionsstätten von Allergopharma in Reinbek bei Hamburg Quelle: dpa

EU schließt bislang größten Vertrag für Impfstoffdosen
Die EU hat ihren bislang größten Vertrag für Impfstoffdosen gegen das Coronavirus beschlossen. Sie ging ein Geschäft mit Biontech und Pfizer für bis zu 1,8 Milliarden Dosen des Impfstoffs der beiden Unternehmen ein, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag bei Twitter mitteilte. Es sei ein „Vertrag für garantierte 900 Millionen Dosen (+900 Millionen Optionen) genehmigt“ worden. Der Vertrag soll für Lieferungen bis 2023 gelten.

Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland schwächt sich ab
Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland schwächt sich im Wochenvergleich weiter ab: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag 15.685 Neuinfektionen. Das sind 3250 Fälle weniger als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 121,5 von 125,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen angesteckt haben. 238 weitere Menschen starben im Verbindung mit dem Virus. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Todesfälle auf 84.648. Insgesamt wurden bislang mehr als 3,5 Millionen Ansteckungen in Deutschland bestätigt.

Die regionalen Unterschiede bei den Corona-Fallzahlen sind weiter groß. Thüringen ist mit einer Inzidenz von 183,7 das Bundesland mit dem höchsten Wert. Kein Bundesland liegt aber mehr über der Schwelle von 200. Schleswig-Holstein registriert mit 52,1 erneut den niedrigsten Wert. Daneben verzeichnen zudem mit Niedersachsen, Hamburg, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin sechs Bundesländer einen Wert unter 100 – Rheinland-Pfalz und das Saarland liegen nur knapp darüber. Über dieser Schwelle müssen etwa Kontaktbeschränkungen verschärft werden – darunter sind in Landkreisen und Städten mit entsprechend niedrigeren Zahlen Öffnungsschritte möglich.

Lauterbach für Aussetzen der Patente
Der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, spricht sich in der Debatte um Lockerungen des Patentschutzes von Corona-Impfstoffen für Lizenzproduktionen in anderen Ländern aus. „Anders als Teile der Bundesregierung bin ich der festen Überzeugung, dass es jetzt ein befristetes Aussetzen aller Patente für Corona-Impfstoffe braucht“, sagte der Politiker der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Das befristete Aussetzen der Patente sei als humanitäre Pflicht dringend geboten, weil sonst Impfstoffe aus den USA oder Europa nicht schnell genug in Indien sowie afrikanischen und südamerikanischen Ländern ankämen.

Wieder über 400.000 Neuinfektionen in Indien
Indien hat den dritten Tag in Folge mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen und mit 4187 Todesfällen in Verbindung mit dem Virus so viele wie noch nie gemeldet. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 401.078 auf 21,9 Millionen, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilt. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Erst am Freitag war mit mehr als 414.000 Neuinfektionen ein Höchstwert verzeichnet worden. Zudem zählen die Behörden nun fast 240.000 Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind.

Freitag, 7. Mai 2021

Die Briten dürfen ab 17. Mai wieder ins Ausland reisen. Allerdings stehen nur zwölf Länder auf der Liste der Ziele, für die Großbritannien keine Quarantäneregelungen vorsieht. Wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag sagte, können die Briten ohne Einschränkungen unter anderem nach Portugal, Israel, Neuseeland, Australien und Singapur reisen, aber nicht ins beliebte Reiseländer wie Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und die USA. Alle drei Wochen solle die Liste überarbeitet werden. Reisende müssen allerdings zwei Tests machen: einen vor der Rückreise nach Großbritannien, einen weiteren innerhalb von zwei Tagen danach.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erteilt dem Impfstoff des chinesischen Pharmaunternehmens Sinopharm eine Notfallzulassung. Damit ist es das erste Vakzin eines nicht-westlichen Landes mit einer Notfallzulassung der WHO. In China und anderen Ländern sind bereits hunderte Millionen Menschen damit geimpft worden. Mit dem grünen Licht der WHO kann das Mittel auch in die Covax-Impfinitiative aufgenommen werden, die einen weltweit gleichmäßigen und gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen garantieren soll.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bekräftigt, dass Kinder und Jugendliche nach Zulassung von Corona-Impfstoffen für ihre Altersgruppe beim Impfen schnell an die Reihe kommen sollen. „Wir wollen ja sowieso dann ab Anfang Juni die Priorisierung aufheben. Aber wir werden auch mit den Ländern darüber sprechen: „Wie können wir möglichst sicherstellen, dass dann die jungen Leute auch schnell drankommen?“, sagte Merkel am Freitag bei einer Online-Diskussion im Rahmen von sogenannten Jugendpolitiktagen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bedankte sich bei Kindern und Jugendlichen für Solidarität in der Pandemie. Quelle: AP

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten kürzlich bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Präparats für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt. Merkel zeigte sich sehr zuversichtlich: „Das wird sicherlich sehr zeitnah passieren.“

Gerade junge Menschen hätten „eine große Mobilität und einen berechtigten Anspruch darauf, sich zu bewegen und auch sicher zu sein“, betonte die Kanzlerin. „Deshalb werden wir alles daran setzen – in Abhängigkeit natürlich von den verfügbaren Impfdosen –, diese Gruppe nicht aus dem Auge zu verlieren.“ Merkel warnte aber auch davor, Ältere zu vergessen, die noch nicht geimpft sind.

Die CDU-Politikerin bedankte sich bei Kindern und Jugendlichen für Solidarität in der Pandemie. „Das sind große, große Einschränkungen, die da sind, das Lernen, das Alleinsein“, sagte sie mit Blick auf die Kontaktbeschränkungen. Trotz großer Löcher im Haushalt und hoher Ausgaben durch Corona mahnte sie, „die Bedürfnisse von jungen Leuten, von Kindern, nicht zu vergessen, sondern im Mittelpunkt zu behalten“.

Aus Vorsicht: Briten unter 40 bekommen Alternative zu AstraZeneca

Wegen der Gefahr seltener Blutgerinnsel sollen Menschen unter 40 Jahren in Großbritannien künftig bevorzugt eine Alternative zum Corona-Impfstoff von AstraZeneca erhalten. Das teilten die britische Impfkommission JCVI und die Arzneimittelbehörde MHRA am Freitag mit.

Jüngsten Zahlen zufolge sind in Großbritannien bis Ende April 49 Menschen infolge von seltenen Blutgerinnseln in Verbindung mit einer geringen Zahl an Blutplättchen nach einer AstraZeneca-Impfung gestorben. Insgesamt traten die Symptome bei 242 Menschen nach einer ersten Impfung mit AstraZeneca auf. Bis Ende April erhielten laut Behördenangaben in Großbritannien 22,6 Millionen Menschen eine erste Impfung mit AstraZeneca.

Wie die Arzneimittelbehörde weiter mitteilte, gibt es nun auch in Großbritannien Hinweise, dass Frauen stärker von den Blutgerinnseln betroffen sind als Männer. Auch dort zeigt sich nun, dass die Fälle häufiger bei jüngeren Menschen auftreten als bei Älteren. Das müsse berücksichtigt werden beim Einsatz des Mittels, hieß es in einem MHRA-Bericht. Ihre grundsätzliche Empfehlung für den Impfstoff für alle Altersgruppen änderten die britischen Behörden jedoch nicht. Die Vorteile einer Impfung überwiegen demnach weiterhin die Risiken für die Mehrzahl der Menschen.

In Deutschland wird AstraZeneca nur für die Altersgruppe der über 60-Jährigen empfohlen. Jüngere Menschen können sich das Mittel aber auf eigene Gefahr spritzen lassen, eine Priorisierung für stärker von Covid-19 gefährdete Gruppen gibt es hier nicht mehr.

Pfizer/BionTech bringen regulären Zulassungsprozess in USA auf den Weg

Der US-Pharmakonzern Pfizer und sein deutscher Partner BionTech haben nach eigenen Angaben in den USA die Beantragung einer vollständigen regulären Zulassung ihres gemeinsamen Corona-Impfstoffs auf den Weg gebracht. Bislang wurde von der US-Arzneimittelbehörde FDA nur eine Notfallzulassung erteilt, also eine Art Ausnahmegenehmigung aufgrund der Dringlichkeit der Lage.

„Spiegel“ – Stiko will J&J-Vakzin nur für über 60-Jährige empfehlen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will laut einem „Spiegel"-Vorabbericht den Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson nur noch für Personen ab 60 Jahren empfehlen. Jüngere sollen demnach das Vakzin aber nach Aufklärung durch einen Arzt weiter nutzen dürfen. Beim RKI hieß es, von der Stiko werde kommende Woche eine Stellungnahme erwartet. Weiter wollte man sich nicht äußern. Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson waren in einigen wenigen Fällen Thrombosen aufgetreten. Die USA hatten Impfungen mit dem Vakzin deshalb vorübergehend ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde befand nach einer Prüfung, dass es zwar eine mögliche Verbindung zwischen der Impfung und sehr seltenen Fällen von ungewöhnlichen Blutgerinnseln gebe. Insgesamt überwögen aber die Vorteile die Risiken.

Sachsen-Anhalt öffnet unter Auflagen Gastronomie, Sport und Kultur

Sachsen-Anhalt lockert ab dem Wochenende die Corona-Regeln für Landkreise und kreisfreie Städte, deren Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt. Die Außengastronomie soll dann wieder öffnen können, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Freitag mitteilte. Bestimmte Veranstaltungen im Freien sollen ebenso wie touristische Aufenthalte möglich sein. Maßgabe ist ein negativer Corona-Test, dazu kommen Hygieneregeln und Zugangsbegrenzungen.

Die Verordnung trete am Samstag in Kraft und ende am 24. Mai – somit falle in Magdeburg zum Sonntag bereits die Bundes-Notbremse, erläuterte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Die Landeshauptstadt weist seit fünf Tagen eine Inzidenz unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf. Konkret ergeben sich so eine Vielzahl an Öffnungen wie im Falle von Schwimmbädern und Badeanstalten (Außenbereich) oder auch Training mit bis zu 25 Menschen im Freien. In der geöffneten Außengastronomie ist die Zahl der Gäste an einem Tisch auf sechs begrenzt.

Spahn: Kommende Woche eine Million AstraZeneca-Dosen ohne Priorität

In der kommenden Woche sollen eine Million AstraZeneca-Dosen an die Arztpraxen in Deutschland geliefert werden, die dann ohne Priorisierung vergeben werden. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin an. Am Vortag hatten Bund und Länder die Priorisierung mit einer festen Vorrangliste für diesen Impfstoff aufgehoben. Künftig ist es dem Arzt in Absprache mit dem Impfling auch freigestellt, den Abstand für eine AstraZeneca-Zweitimpfung von zwölf auf bis zu vier Wochen zu verkürzen.

Spahn betonte: „Die Wirksamkeit ist umso höher, desto länger der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung ist.“ Die Wirksamkeit einer zweimaligen Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen liegt laut Studien bei 50,4 Prozent, bei zwölf und mehr Wochen bei bis zu 82,4 Prozent. Auf die Frage, ob mit einer Verkürzung des Intervalls die Urlaubsplanung von Impfwilligen zulasten der Wirksamkeit unterstützt werden soll, verteidigte Spahn den Schritt: Viele wollten sich augenscheinlich derzeit nicht mit AstraZeneca impfen lassen, weil sie dann erst im August den vollen Impfschutz bekommen. Da auch die Erstimpfung schon gegen das Virus schütze, sei so eine geringere Akzeptanz aber für die Pandemiebekämpfung insgesamt nicht gut. „In dieser Phase der Pandemie haben wir ein großes Interesse daran, dass viele Menschen sich impfen lassen.“

Die Freigabe von AstraZeneca sei besonders für diejenigen attraktiv, „die nicht so schnell an eine Impfung kommen würden.“ Aber angesichts der beschränkten Liefermengen gelte auch weiter: „Es können nicht innerhalb von drei oder fünf Tagen oder auch von zwei Wochen alle geimpft werden.“ Bei den Über-60-Jährigen seien je nach Bundesland nun rund 70 Prozent der Bevölkerung geimpft. Empfohlen wird das AstraZeneca-Präparat nach Bekanntwerden von sehr seltenen schweren Nebenwirkungen vor allem bei jüngeren Frauen für Menschen ab 60. Aber auch Jüngere können sich damit impfen lassen.

Tourismusverbände begrüßen Öffnungen – einheitliche Pläne gefordert

Deutsche Tourismusverbände begrüßen die einzelnen Länderinitiativen zur Öffnung und fordern bundeseinheitliche Konzepte für die touristischen Betriebe. „Wir begrüßen, dass die Politik endlich erkannt hat, dass verantwortungsvoller Tourismus mit Sicherheitskonzepten selbst bei einem Inzidenzwert bis 100 möglich ist“, sagten Michael Buller und Petra Thomas, die Sprecher des Aktionsbündnisses Tourismusvielfalt, am Freitag.

Ein „Flickenteppich“ aus sechzehn unterschiedlichen Verordnungen sei allerdings keine Lösung, kritisiert Buller. „Wenn in Hessen andere Regeln gelten als in Bayern, ist das für Gäste, Gastgeber und Reiseunternehmen nicht nachvollziehbar. Urlauber wollen jetzt wissen, ob sie ihren Urlaub sicher buchen können.“ Das Aktionsbündnis fordert daher eine einheitliche bundesweite Regelung. Mittels sinnvoller Teststrategien, Impfungen und Corona-Schutzmaßnahmen lasse sich bereits eine hohe Sicherheit im Urlaub gewährleisten.

Dem Aktionsbündnis gehören 28 Tourismusverbände an, darunter der Deutsche Ferienhausverband, der Bundesverband der Campingwirtschaft und der Verband Internet Reisevertrieb (VIR)

Neuer Corona-Infektionshöchststand in Indien

Zum zweiten Mal in Folge hat Indien einen weltweiten Höchststand an Corona-Neuinfektionen von mehr als 400.000 Fällen registriert. In den vergangenen 24 Stunden waren es 414.188, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums am Freitag zeigen. In dem gleichen Zeitraum starben 3915 Menschen mit oder an Corona.

Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen – auch weil es in Teilen des Landes schwer ist, getestet zu werden. Insbesondere in ländlichen Regionen sterben viele Menschen zu Hause, und sie tauchen dann nicht immer in der Statistik auf.

In der größten Demokratie der Welt nehmen zudem Forderungen nach einem landesweiten Lockdown zu. Auch US-Gesundheitsexperte und Präsidentenberater Anthony Fauci sprach sich schon für einen Lockdown in Indien aus.

Darauf wollte Indiens Premierminister Narendra Modi zunächst verzichten. Stattdessen setzt er eher auf Lockdowns in besonders betroffenen Gebieten. Hintergrund: Ein harter landesweiter Lockdown im vergangenen Jahr hatte zu einer Massenwanderung von Millionen von Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeitern aus den Städten in ihre Heimatdörfer geführt. Damit dürften sie das Virus verbreitet haben. Auch die Wirtschaft wurde stark getroffen.

In absoluten Zahlen ist Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mit insgesamt mehr als 21 Millionen erfassten Corona-Infektionen hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) machten vergangene Woche die in Indien erfassten Corona-Fälle fast die Hälfte alle weltweit gemeldeten Corona-Fälle aus.

Corona-Notstand in Tokio wenige Monate vor Olympischen Spielen verlängert

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen hat die japanische Regierung nur gut zwei Monate vor den Olympischen Sommerspielen den Notstand in Tokio und drei weiteren Regionen bis zum 31. Mai verlängert. Zudem solle er zusätzlich in den Präfekturen Fukuoka und Aichi ausgerufen werden, sagt Ministerpräsident Yoshihide Suga. Die Regierung habe gehofft, dass ein „kurzer und starker“ Notstand ausreichen würde, um die vierte Infektionswelle in Japan einzudämmen, aber die Neuinfektionen in Großstädten wie Tokio und Osaka seien immer noch auf hohem Niveau. In Tokio sowie den Präfekturen Osaka, Hyogo and Kyoto gilt der Notstand bereits seit dem 25. April. Die Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli beginnen. Sie waren im vergangenen Jahr wegen der Pandemie verschoben worden.

Spahn – Planen bereits mit Ländern Impfungen für Jugendliche

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist zuversichtlich, dass es wahrscheinlich im Juni eine Zulassung für den BioNTech-Impfstoff auch für über Zwölfjährige geben wird. Deswegen müsse die Umsetzung jetzt schon mit den Ländern geplant werden. Denkbar seien Massenimpfungen in Impfzentren oder Schulen bis Ende August.

Lambrecht – Erleichterungen für Geimpfte ab Sonntag

Vollständig Geimpfte und von einer Corona-Erkrankung Genesene genießen ab Sonntag wieder mehr Freiheiten. „Die Verordnung kann jetzt am Sonntag in Kraft treten“, sagt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), nachdem auch der Bundesrat der entsprechenden Regelung der Bundesregierung zugestimmt hat. „Geimpfte und Genesene brauchen dann keinen negativen Test mehr, wenn sie zum Beispiel einkaufen oder zum Friseur gehen oder einen botanischen Garten besuchen“, erklärt Lambrecht. „Wer geimpft oder genesen ist, kann sich im privaten Rahmen ohne Einschränkungen treffen.“ Für sie gelten auch nicht mehr die Ausgangsbeschränkungen, die laut Bundesnotbremse in Regionen mit einer Ansteckungsrate über 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen greift. Auch eine Quarantäne könne für sie nur noch in Ausnahmefällen angeordnet werden.

Spahn warnt vor zu schnellen Öffnungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor Sorglosigkeit aufgrund der sinkenden Corona-Infektionszahlen gewarnt. „Die dritte Welle scheint gebrochen“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Wegen des umsichtigen Verhaltens der Bürgerinnen und Bürger und der Wirkung der Bundesnotbremse sänken die Infektionszahlen. Aber sie befänden sich noch immer auf hohem Niveau. Nun müsse der Abwärtstrend verstetigt und ein Wiederanstieg der Zahlen verhindert werden. „Das geht aber nicht mit vorschnellen Lockerungen. Zu viele öffnen gerade ziemlich viel bei relativ hoher Ausgangsinzidenz“, sagte Spahn.

Der Minister mahnte: „Jetzt geht's darum, in den nächsten Wochen noch gemeinsam durchzuhalten. Wir reden tatsächlich ja jetzt noch eher über Wochen oder wenige Monate.“ Spahn betonte: „In dieser Phase der Pandemie geht es tatsächlich darum, das Erreichte nicht zu verspielen.“ Es gebe Grund zu Optimismus und Zuversicht. „Zuviel Ungeduld dagegen würde nur dem Virus helfen.“

Spahn rief dazu auf, dass dort, wo Lockerungen stattfinden, diese im Außenbereich gemacht würden. Im Fall von Kulturveranstaltungen in Regionen mit Inzidenzen unter 100 sollten diese etwa draußen vorgesehen werden – und mit Test als Zugangsvoraussetzung.

Bundesweit sank die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Freitag weiter auf nun 125,7. Vor einer Woche waren es 153,4. Es gab 18.485 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages.

„Unser Gesundheitswesen ist zwar stark gefordert, aber zu keinem Zeitpunkt überfordert gewesen“, so Spahn. Zugleich machten die Impfungen deutliche Fortschritte. 26,2 Millionen Menschen seien nun mindestens einmal geimpft – 31,5 Prozent der Bevölkerung. Kommende Woche werde jeder Dritte einmal geimpft sein. 8,8 Prozent hätten den vollen Schutz. Am Vortag seien rund 200.000 Zweitimpfungen dazugekommen. Mit Blick auf die Beschleunigung nach anfangs schleppendem Impftempo sagte Spahn, „dass Deutschland eher gut ist im Elfmeterschießen“.

Mehr als 31 Prozent der Bürger gegen Corona erstgeimpft

In Deutschland haben 31,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Verweis auf das Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 8,8 Prozent der Bevölkerung.

Am Donnerstag wurden nach Angaben des RKI (Stand: 7. Mai, 10.10 Uhr) 932.495 Impfungen gemeldet. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am Mittwoch vergangener Woche mit 1.116.608 Impfungen erreicht worden.

Insgesamt verabreichten alle Impfstellen bislang knapp 33,6 Millionen Dosen, davon etwas mehr als 26,2 Millionen bei Erstimpfungen und weitere fast 7,4 Millionen bei Zweitimpfungen.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 35,4 Prozent. Brandenburg liegt mit genau 28 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Von etwa 35,7 Millionen gelieferten Impfdosen wurden bislang 94 Prozent verbraucht. Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen.

Indischer Konzern Biological E. peilt Vakzin-Produktionsstart im August an

Der indische Pharmakonzern Biological E. Ltd beginnt nach eigenen Angaben in Kürze mit der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie seines Corona-Impfstoffs. Das Unternehmen stellt in Aussicht, ab August 75 bis 80 Millionen Dosen pro Monat herzustellen. Regierungsvertreter haben sich ebenfalls zuversichtlich geäußert, dass das Vakzin ab August in Indien ausgeliefert werden könne. Das Land ist derzeit den Brennpunkt in der Corona-Pandemie, das Gesundheitssystem ist schwer unter Druck. Etwa zehn Prozent der 1,35 Milliarden Einwohner haben bislang mindestens eine Impfdosis erhalten. Zur Anwendung kamen das Mittel des schwedisch-britischen Konzerns AstraZeneca und das in Indien hergestellte Vakzin Covaxin. Außerdem liegt der russische Impfstoff Sputnik V vor, er wurde aber in Indien noch nicht auf den Markt gebracht. Indien hofft zudem, sich mit den Vakzinen von Pfizer/BioNTech sowie Moderna eindecken zu können.

Merkel telefonierte mit BioNTech-Gründer wegen Patenten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einem Medienbericht zufolge mit BioNTech -Gründer Ugur Sahin über die Frage von Impfstoff-Patenten gesprochen. Bei dem Telefonat am Donnerstag soll es darum gegangen sein, was das Mainzer Unternehmen und die Regierung für die Corona-Impfstoff-Versorgung ärmerer Länder tun könnten, berichtet der „Spiegel“. Die Bundesregierung hatte am Donnerstag die von US-Präsident Joe Biden angeregte Freigabe der Impfstoff-Patente abgelehnt. Das eigentlich Problem liege in der Ausweitung der Produktion.

Auch Bundesrat stimmt Lockerungen für Geimpfte und Genesene zu

Für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene werden die Pandemie-Regeln gelockert. Einen Tag nach dem Bundestag passierte die entsprechende Verordnung am Freitag auch den Bundesrat. Wenn sie nun zügig im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird, könnten die Lockerungen bereits am Wochenende gelten.

Laut Verordnung fallen nun etwa Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene weg. Bei Treffen mit anderen Personen werden sie nicht mitgezählt. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl Geimpfter treffen. Geimpfte müssen zudem in Läden oder beim Friseur keinen Test mehr machen.

Abendliche Ausgangsbeschränkungen fallen für beide Gruppen ebenfalls weg, nach Reisen oder nach Kontakt zu Infizierten müssen sie in der Regel auch nicht mehr in Quarantäne - außer man hat sich mit einer in Deutschland noch nicht verbreiteten Virusvariante angesteckt oder man reist aus einem Virusvarianten-Gebiet ein. Auch Geimpfte und Genesene müssen aber weiter Masken an bestimmten Orten und in Gebäuden tragen und Abstandsregeln befolgen.

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte am Donnerstag im Bundestag betont, rechtsstaatliche Grundsätze müssten gerade auch in Krisenzeiten gelten. Grundrechte könnten eingeschränkt werden, um Leben und Gesundheit zu schützen und die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sicherzustellen. Da nach wissenschaftlicher Expertise des Robert Koch-Instituts (RKI) Geimpfte und Genesene andere Menschen zumindest in deutlich geringerem Maße infizieren könnten, falle der Grund für Grundrechtseinschränkungen aber weg.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte die Geimpften zu einem „verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Glück“ auf. Sie sollten sich nicht zu überschwänglich verhalten, um Frustration und Neid derer vorzubeugen, die sich noch nicht impfen lassen können.

England will Maskenpflicht in Schulen aufheben

Trotz Warnungen von Wissenschaftlern und Gewerkschaften will die britische Regierung die Maskenpflicht in Schulen in England aufheben. Dies sei möglich aufgrund sinkender Corona-Infektionszahlen und dem Erfolg des Impfprogramms, sagte Bildungsminister Gavin Williamson der Zeitung „The Telegraph“ (Freitag). Die Maßnahme solle am 17. Mai in Kraft treten, wenn auch andere Corona-Restriktionen wie das Verbot von nicht notwendigen Auslandsreisen aufgehoben werden, wie das Blatt berichtete.

„Das Entfernen von Gesichtsmasken wird die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern erheblich verbessern, während alle anderen Sicherheitsmaßnahmen für Schulen bestehen bleiben, um das Virus aus den Klassenzimmern fernzuhalten“, sagte Williamson.

Ein Ministeriumssprecher betonte, die Virusübertragung zwischen Schülern, Lehrern und Mitarbeitern sei deutlich gesunken. Im Vereinigten Königreich sind Gesundheitsfragen Sache der einzelnen Landesteile, die britische Regierung entscheidet nur für England.

Hingegen forderten Wissenschaftler, Gesundheitsexperten und Gewerkschaften in einem Brief an Premierminister Boris Johnson, die Maskenpflicht frühestens am 21. Juni aufzuheben, wenn die Regierung alle Corona-Restriktionen beenden will. Die Maßnahme sei ein „zentraler Teil“ der Virus-Kontrolle in Schulen. Diese „notwendigen Schutzmaßnahmen“ aufzuheben, werde Konsequenzen „für die Gesundheit unserer Kinder, ihrer Eltern sowie ihrer Gemeinden“ haben.

Altmaier stimmt aus Versehen für Patentfreigabe von Impfstoffen

Als einziges Mitglied seiner Fraktion und der Bundesregierung hat der CDU-Abgeordnete und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Donnerstag für die Patentfreigabe bei Impfstoffen gestimmt – und damit gegen eine Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses. Wie Altmaier am Freitagmorgen auf Twitter mitteilte, handelte es sich dabei um ein Versehen. „Richtigstellung: Es handelt sich offenbar um einen Irrtum. Ich teile in dieser Frage die einhellige Haltung meiner Fraktion“, schrieb der Bundeswirtschaftsminister auf Twitter. Anträge der Linken lehne er grundsätzlich ab. „Möglicherweise habe ich eine falsche Karte in die Urne geworfen“, schrieb Altmaier weiter. Er werde den Vorgang klären.

Australien schwächt umfassendes Einreiseverbot aus Indien ab

Australien wird sein umstrittenes Einreiseverbot für Rückkehrer aus Indien voraussichtlich am 15. Mai wieder aufheben. Dann sei das Ziel der Maßnahme erreicht, eine Verlängerung sei wohl nicht mehr nötig, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag. Angesichts der schnellen Ausbreitung des Coronavirus in Indien hatte die Regierung in Canberra vor einer Woche einen Einreisestopp auch für seine eigenen Bürger erlassen – unter Androhung von Haftstrafen von bis zu fünf Jahren bei Zuwiderhandlung.

Morrison kündigte an, dass zunächst drei Rückführungsflüge „für die dringendsten Fälle“ geplant seien. Die Maschinen würden in der Region Northern Territory landen, wo die aus Indien kommenden australischen Staatsbürger auch die Quarantäne verbringen sollen. Das absolute Reiseverbot und speziell die Androhung von Gefängnis- und Geldbußen bei Verstößen hatten der Regierung viel Kritik eingebracht. Gegner monierten, der Premierminister lasse die eigenen Bürger im Stich.

Seit Tagen verzeichnet Indien immer wieder weltweite Höchstwerte an Corona-Neuinfektionen. Zuletzt lag die Marke bei mehr als 400.000 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden. Die Dunkelziffer dürfte aber noch deutlich höher liegen. Die Lage verschärft sich weiter, weil vielen Krankenhäusern der medizinische Sauerstoff ausgeht.

Tourismusbeauftragter optimistisch zu Sommerurlaub in Deutschland

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung hat sich optimistisch gezeigt, dass im Sommer in Deutschland wieder Urlaub möglich sein wird. „Ich denke, dass ab Juni ganz, ganz viele Menschen geimpft sein werden“, sagte Thomas Bareiß (CDU) am Freitag im „ZDF“-Morgenmagazin. Mit der Menge der zur Verfügung stehenden Impfdosen könnte dann fast jeder Mensch in Deutschland zumindest einmal geimpft sein. „Insofern hoffe ich, dass da im Juni viel passiert und der Sommerurlaub dann auf alle Fälle möglich sein wird“, sagte der CDU-Politiker.

Grundsätzlich werde in diesem Jahr aber der Deutschland-Tourismus im Mittelpunkt stehen, sagte Bareiß. Er glaube, „dass die große Fernreise noch ausfallen wird“.

An Pfingsten werde es auch in Deutschland in vielen Regionen mit dem Urlaub aber „wahrscheinlich noch etwas schwierig werden“. Bareiß stellte klar, dass nach der aktuellen Regelung bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, Hotels und Gastronomie geöffnet werden können.

US-Forscher schätzen Corona-Todesfälle weltweit auf 6,9 Millionen

Forscher der Universität Washington im gleichnamigen US-Bundesstaat gehen von erheblich mehr Corona-Toten weltweit aus als offizielle Zahlen wiedergeben. Schätzungen des Uni-Instituts IHME hätten ergeben, dass weltweit 6,9 Millionen Menschen durch eine Infektion mit dem Coronavirus gestorben sein dürften, erklärte dessen Direktor Christopher Murray am Donnerstag (Ortszeit). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab die Zahl der weltweiten Coronatoten am selben Tag mit rund 3,2 Millionen an.

In fast jedem Land der Welt gebe es signifikante Lücken bei der Erfassung der Todesfälle, es gebe aber deutliche Unterschiede zwischen den Ländern, erklärte das Institut. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Deutschland rund 120.700 Menschen infolge einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 starben. Die WHO gibt die Zahl mit über 84.000 an. Global betrachtet stehe Deutschland mit Blick auf die Erfassung nicht schlecht da, sagte Murray.

Im Fall von Russland unterscheiden sich die offiziellen Angaben (WHO: rund 112.000) besonders stark von der Schätzung des Instituts (rund 593.600 Tote). In den USA schätzen die Forscher die Zahl der Toten auf rund 905.300 (WHO: rund 573.000). Im Fall von Indien gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Toten mit rund 654.400 fast dreimal so hoch ist wie erfasst (WHO: rund 230.000).

Die Forscher leiteten ihre Schätzungen aus der Übersterblichkeit ab: Die ergibt sich, wenn man die erwarteten Todesfälle durch alle Ursachen in einem bestimmten Zeitraum vor der Pandemie mit den tatsächlichen Todesfällen in der Pandemie vergleicht. Bei der Betrachtung der Übersterblichkeit wurde berücksichtigt, dass es in der Pandemie eine Verschiebung bei den Todesursachen gab. So kam es wegen der eingeschränkten Mobilität zu weniger Unfällen im Straßenverkehr. Zugleich kam es etwa zu Verzögerungen bei der Behandlung anderer Krankheiten. Nach Berücksichtigung dieser Faktoren schätzten die Wissenschaftler die Zahl der Todesfälle, die nur auf eine Covid-19-Erkrankung zurückzuführen sein dürften, auch wenn diese nicht immer als solche erfasst wurden.

Das IHME (Institute for Health Metrics and Evaluation) hat während der Pandemie laufend Prognosen zu Todeszahlen veröffentlicht und auch veranschaulicht, wie sich Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken auf den Pandemie-Verlauf auswirken könnten. Das Weiße Haus hat Modelle des IHME mehrfach angeführt. Das Institut leitet das Projekt Global Burden of Disease, eine Studie, deren Ergebnisse jährlich im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht werden, und die unter anderem Todesursachen, Krankheiten und Risikofaktoren in Ländern in aller Welt analysiert.

RKI registriert 18.485 Corona-Neuinfektionen und 284 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:10 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche hatte der Wert bei 24.329 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 125,7 (Vortag: 129,1; Vorwoche: 153,4).

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 284 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 306 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.491.988 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.128.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.410.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,88 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

In den USA bereits mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht

Seit Beginn der Corona-Impfkampagne in den USA Mitte Dezember sind bereits mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht worden. Rund 57 Prozent aller Erwachsenen bekamen bislang mindestens eine Impfdosis, 42 Prozent sind bereits vollständig geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag (Ortszeit) zeigten. In der Gruppe der über 65-Jährigen sind demnach bereits 70 Prozent der Menschen abschließend geimpft.

Insgesamt wurden bislang 252 Millionen Dosen verabreicht, wie das CDC berichtete. In den Vereinigten Staaten ist neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen je zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson im Einsatz. Dieser entfaltet bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung.

Am Höhepunkt der Impfkampagne in den USA wurden täglich mehr als drei Millionen Menschen geimpft. Inzwischen verlangsamt sich das Tempo wegen nachlassender Nachfrage vielerorts etwas. Nach den CDC-Daten bekamen bislang knapp 149 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis, 109 Millionen Menschen sind bereits vollständig geimpft.

US-Präsident Joe Biden hat diese Woche als neues Ziel der Impfkampagne erklärt, bis Anfang Juli sollten rund 70 Prozent aller Erwachsenen im Land mindestens die erste Impfung erhalten haben. Zudem sollen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 160 Millionen Menschen bereits vollständig geimpft sein.

Die Regierung bereitet auch bereits die Impfung Jugendlicher im Alter von 12 bis 16 Jahren vor. Experten rechnen damit, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer nächste Woche von der zuständigen Behörde FDA für diese Altersgruppe zugelassen werden dürfte.

Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land zu haben. Die Regierung hat sich ausreichend Impfstoff gesichert, um die Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen schon ab dem Sommer komplett versorgen zu können.

Russland: 20 Millionen weltweit mit Sputnik V gegen Corona geimpft

Im Kampf gegen das Coronavirus sollen inzwischen weltweit mehr als 20 Millionen Menschen mindestens eine Dosis des russischen Impfstoffs Sputnik V injiziert bekommen haben. Das teilte der staatliche Direktinvestmentfonds RDIF am Donnerstag mit, der das Vakzin im Ausland vermarktet. Sputnik V besteht aus zwei Komponenten und ist nach Angaben aus Moskau in mehr als 60 Ländern zugelassen, in denen insgesamt 3,2 Milliarden Menschen leben. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge wurden weltweit bereits mehr als eine Milliarde Dosen verschiedener Impfstoffe verabreicht.

Russlands Staatspräsident Wladimir Putin zeigte sich offen dafür, den Patentschutz auf Impfstoffe auszusetzen. Diese Idee verdiene Beachtung, sagte er der Agentur Interfax zufolge. „Eine Pandemie ist ein Notfall“, wurde er zitiert. Die USA hatten zuletzt die Debatte darüber angeheizt, dass der Patentschutz von Pharmafirmen vorübergehend entfallen soll.

Nach Putins Angaben steht in Russland nun ein weiterer Impfstoff bereit: quasi die „Light-Version“ von Sputnik V, mit der man nur eine Injektion benötigt. Dem Direktinvestmentfonds zufolge hat das Vakzin eine Wirksamkeit von fast 80 Prozent. Nach früheren Angaben soll „Sputnik Light“ zwar weniger lange Schutz bieten, dafür aber schneller wirksam sein. Der Wirkstoff werde dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus durch eine schnellere Immunisierung größerer Bevölkerungsgruppen zu verhindern, teilte das Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie mit.

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Putin beklagte zudem einen Rückgang beim Impftempo in einigen Regionen des Riesenreichs. Die lokalen Behörden müssten mehr impfen, forderte er. Nach Angaben von Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa haben mittlerweile 9,4 Millionen Menschen in Russland beide Spritzen erhalten, das sind 6,4 Prozent der Bevölkerung. Neun Prozent haben demnach die erste von zwei Injektionen erhalten.

Nach Golikowas Angaben sind in Russland bislang 31,9 Millionen Impfdosen hergestellt worden. Ein Großteil davon entfalle auf Sputnik V, das bereits seit neun Monaten auf dem russischen Markt ist. Russland verfügt nun über vier eigene Impfmittel gegen das Virus. Umfragen zufolge wollen sich die meisten Russen aber nicht impfen lassen.

Putin warb einmal mehr für die russischen Vakzine. „Sie sind zuverlässig wie ein Kalaschnikow-Sturmgewehr“, meinte er. „Das sagen nicht wir, das sagte einer der europäischen Experten. Ich denke, er hat zweifellos Recht.“ Auf wessen angebliche Äußerung sich Putin bezog, war zunächst unklar.

Donnerstag, 6. Mai 2021

Bund setzt AstraZeneca-Freigabe durch – Impfungen ab zwölf Jahren geplant

Bund und Länder haben die Priorisierung bei der Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca aufgehoben. Dies teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach Beratungen mit seinen Länderkollegen am Donnerstag in Berlin mit. Impfwillige in Deutschland können sich damit künftig ohne die gültige Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen.

Außerdem soll als Ziel festgeschrieben werden, dass allen 12- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gemacht werden soll. Das geht aus Beschlussentwürfen des Bundesgesundheitsministeriums für Beratungen der Fachministerinnen und -minister von Bund und Ländern hervor. Mit einer Zulassung des bisher erst ab 16 freigegebenen Biontech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige wird im Juni gerechnet. Die Entwürfe lagen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

EU verlängert Exportkontrolle von Corona-Impfstoffen

Die Europäische Union verlängert die Exportkontrolle von Corona-Impfstoffen bis Ende Juni. Die EU-Staaten hätten zugestimmt der Verlängerung zugestimmt, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel. Angesichts knappen Impfstoffs und ausfallender Lieferungen hatte die EU-Kommission den Mechanismus am 1. Februar eingeführt. Seitdem müssen Impfstoff-Exporte aus EU-Staaten in viele Länder angemeldet und genehmigt werden. Im März wurde das Instrument verschärft. In bestimmten Fällen kann die Ausfuhr untersagt werden.

Nach Angaben der Sprecherin ist dies bislang nur einmal geschehen. Anfang März wurde eine Lieferung über 250.000 AstraZeneca-Dosen aus Italien nach Australien blockiert. Zugleich seien bis Anfang der Woche 854 Anträge zur Lieferung von insgesamt 178 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an 45 Länder genehmigt worden. 72 Millionen Dosen seien nach Japan, 18.5 Millionen nach Großbritannien und 18.4 Millionen nach Kanada gegangen.

EU-Kommission will bis Oktober drei neue Medikamente gegen Covid-19 zulassen

Im Kampf gegen Covid-19 will die EU-Kommission die Entwicklung und Zulassung neuer Medikamente zügig vorantreiben. Impfstoffe könnten nicht die einzige Antwort auf die Krankheit sein, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Donnerstag in Brüssel. Es gebe in der Europäischen Union zwar vier zugelassene Corona-Impfstoffe, aber mit Remdesivir nur ein Medikament. „Wir müssen stärker auf Behandlungen setzen, damit die Krankenhäuser weniger Menschen stationär aufnehmen müssen, die Erkrankten schneller genesen und die Sterblichkeit gesenkt wird“, sagte die EU-Kommissarin aus Zypern. Als Ziel nannte sie, dass bis Oktober drei Medikamente entwickelt und zugelassen werden sollten. Bis Ende des Jahres sollten möglicherweise zwei weitere hinzukommen.

Die Strategie der EU-Kommission sieht vor, Studien und klinische Prüfungen mit Millionenbeträgen zu fördern und vielversprechende Vorhaben zu koordinieren. Auch solle Geld bereitgestellt werden, um etwa Produktionskapazitäten und Lieferketten zu analysieren. Bis Juni sollten fünf vielversprechende Therapeutika ermittelt werden. Schon jetzt seien Hersteller von 57 potenziellen Medikamenten in Kontakt mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA gewesen, sagte Kyriakides. Drei Mittel würden seit Anfang des Jahres im sogenannten Rolling-Review-Verfahren geprüft. Danach werden Daten noch vor dem Abschluss der Studien und vor dem formellen Antrag auf Marktzulassung bewertet.

Zudem solle die Bewertung von Covid-19-Medikamenten durch die Behörden schneller werden, heißt es in der Strategie der EU-Kommission. Wie schon die Impfstoffe sollten die Therapeutika gemeinsam auf EU-Ebene angeschafft werden. Bis Ende des Jahres sollten drei Verträge über den Ankauf auf den Weg gebracht werden.

Pfizer und Biontech spenden Corona-Impfstoff für Olympia-Athleten

Das deutsche Unternehmen Biontech und der US-Partner Pfizer spenden Corona-Impfstoff für Athleten, Trainer und Betreuer, die an den Olympischen Spielen und den anschließenden Paralympics in Tokio teilnehmen. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee am Donnerstag mit. Im Rahmen der Vereinbarung werden sich die Unternehmen und das IOC mit den Nationalen Olympischen Komitees auf der ganzen Welt abstimmen, um den lokalen Bedarf an Impfstoffdosen für nationale Olympia-Delegationen zu ermitteln und zu decken, hieß es in der IOC-Mitteilung.

„Die Auslieferung der ersten Dosen an die teilnehmenden Delegationen soll nach Möglichkeit Ende Mai beginnen, um sicherzustellen, dass die Delegationen die zweiten Dosen vor der Ankunft in Tokio erhalten“, teilte das IOC mit. Diese gespendeten Impfdosen würden zusätzlich zu denen bereitgestellt, die im Rahmen von Vereinbarungen mit Regierungen weltweit geliefert werden.

Die Spende von Impfstoffdosen werde die Versorgung der nationalen Bevölkerungen mit Covid-19-Dosen nicht beeinträchtigen. „Diese Impfstoffspende ist ein weiteres Instrument in unserem Maßnahmenkatalog, um die Olympischen und Paralympischen Spiele für alle Teilnehmer sicher zu machen und um Solidarität mit unseren liebenswürdigen japanischen Gastgebern zu zeigen“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach. „Wir laden die Athleten und Delegationen der kommenden Olympischen und Paralympischen Spiele ein, mit gutem Beispiel voranzugehen und den Impfstoff anzunehmen, wo und wann immer es möglich ist.“

Indem sie sich impfen lassen würden, könnten sie eine starke Botschaft aussenden, dass es beim Impfen nicht nur um die persönliche Gesundheit gehe, sondern auch um Solidarität und Rücksichtnahme auf das Wohlergehen anderer in ihren Gemeinschaften, hieß es. Im März hatte IOC-Chef Bach noch angekündigt, für die Sommerspiele vom 23. Juli bis 8. August und die Winterspiele 2022 in Peking Impfstoff in China zu kaufen.

Frankreich weitet Zugang zu Corona-Impfungen deutlich aus

Frankreich beschleunigt seine Impfkampagne und weitet dabei den Zugang zu Impfungen gegen Covid-19 deutlich aus. Ab kommenden Mittwoch könnten alle Erwachsenen einen Impftermin buchen, wenn noch Dosen verfügbar seien, kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag bei der Eröffnung eines neuen Impfzentrums in Paris an.

Geplant sei, dass man online einsehen könne, ob im Wohnort noch Dosen vom Vortag verfügbar und Termine entsprechend nicht gebucht worden seien, so Macron. Wenn das der Fall sei, könne man ohne Altersbeschränkung einen Term buchen. Es handle sich dabei um „ein etwas ungewöhnliches Mittel“, aber es solle keine Impfdosis verschwendet werden.

Macron kündigte außerdem an, dass sich bereits ab kommenden Montag alle Menschen über 50 Jahre impfen lassen könnten. Eigentlich war das erst für den 15. Mai vorgesehen.

Der französische Staatschef sprach sich für eine Aufhebung von Patenten für Corona-Impfstoffe aus. Bei Impfstoff handle es sich um ein globales öffentliches Gut. Was heute die Impfungen erschwere, sei Technologietransfer und die Fähigkeit zu produzieren, sagte er. In Frankreich hat rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung mindestens eine erste Corona-Impfung erhalten.

Macron hatte vergangene Woche bereits weitgehende Lockerungen angekündigt – so sollen ab Mitte Mai Geschäfte, Außenbereiche von Restaurants und Kultureinrichtungen wieder öffnen. Bereits seit Anfang der Woche dürfen die Menschen sich wieder ohne triftigen mehr als zehn Kilometer von ihrer Wohnung entfernen und somit wieder reisen. Zuletzt wurden im Land rund 224 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gezählt. Diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz war in den vergangenen Wochen stetig gesunken.

Bundestag billigt Corona-Erleichterungen für Geimpfte

Für vollständig Geimpfte und genesene Menschen sollen zahlreiche Corona-Beschränkungen entfallen. Der Bundestag billigte am Donnerstag eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung mit großer Mehrheit. Dafür stimmten die schwarz-rote Koalition, Grüne und Linke. Die FDP enthielt sich, die AfD votierte dagegen. Wenn an diesem Freitag auch der Bundesrat zustimmt, könnten die Erleichterungen am Wochenende in Kraft treten.

Für Geimpfte und Genesene sollen auch automatisch die Erleichterungen gelten, die bisher Menschen mit negativen Coronatests vorbehalten sind. Vorgesehen ist, dass sich vollständig geimpfte oder genesene Personen unbeschränkt treffen können. Bei Treffen mit anderen Personen sollen sie nicht mitgezählt werden. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl geimpften treffen.

Auftragsboom in der Industrie – Hoffnung auf Konjunkturaufschwung

Die deutsche Industrie lässt die Corona-Krise zunehmend hinter sich. Die Auftragsbücher füllten sich im März unerwartet kräftig. Ein besonders starkes Plus verzeichneten die exportorientierten Maschinenbauer, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag mitteilte. Ökonomen gehen davon aus, dass die Industrie im zweiten Quartal kräftig zu dem erwarteten Wirtschaftswachstum beitragen wird, auch wenn Betriebe zuletzt wegen Lieferengpässen bei Material Schwierigkeiten hatten, die Orders abzuarbeiten.

Im März gingen nach Angaben des Statischen Bundesamtes 3 Prozent mehr Aufträge bei den Industrieunternehmen ein als im Vormonat. Experten hatten im Schnitt mit einem nur halb so hohen Zuwachs gerechnet. Gegenüber Februar 2020, dem Monat vor dem ersten Corona-Lockdown in Deutschland, lagen die Aufträge 9,1 Prozent höher. Im Vergleich zum März 2020, in dem die Pandemie erste Spuren hinterlassen hatte, stiegen die Bestellungen um 27,8 Prozent.

Bei den Maschinenbauern stehen die Zeichen auf „Aufholprozess“, wie VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann sagte. Im ersten Quartal stiegen die Bestellungen preisbereinigt um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei legten die Auslandsaufträge deutlich um 15 Prozent zu, die Order aus dem Inland blieben unverändert.

Ein besonders kräftiges Auftragsplus von insgesamt 29 Prozent verbuchte die deutsche Schlüsselindustrie im März gegenüber dem Vormonat. Zwar hatte die Corona-Pandemie ein Jahr zuvor erste Spuren hinterlassen, die Vergleichsbasis war daher entsprechend niedrig. „Aber selbst wenn ich das herausrechne, kann ich mit Fug und Recht sagen, dass sich der Auftragseingang im März deutlich beschleunigt hat“, sagte Wortmann.

Mit steigenden Aufträgen verbesserte sich auch die Auslastung der Produktionskapazitäten der Unternehmen. „Gleichzeitig nahmen aber auch Produktionsbehinderungen aufgrund von Engpässen bei wichtigen Zulieferungen zu. Das ist Sand im Getriebe einer ansonsten erfreulichen Belebung“, ergänzte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Im Corona-Jahr 2020 hatten die mittelständisch geprägten Maschinenbauer den heftigsten Auftragsrückgang seit der Finanzkrise verzeichnet. Trotz der im Herbst einsetzenden Erholung verringerten sich die Bestellungen früheren Angaben zufolge insgesamt um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Branche rechnet damit, den massiven Corona-Rückschlag in diesem Jahr zumindest teilweise wieder aufzuholen. Der VDMA sagte zuletzt ein Wachstum der Produktion von 7 Prozent voraus. Im Corona-Jahr 2020 war die Produktion preisbereinigt um rund 12 Prozent eingebrochen.

Bundesnotbremse greift vor allem bei nächtlicher Mobilität

Die mit der Bundesnotbremse eingeführte nächtliche Ausgangssperre in Städten und Kreisen mit einer hohen Zahl von Coronainfektionen zeigt Auswirkungen auf die nächtliche Mobilität. Eine totale Nachtruhe herrscht aber nicht auf den Straßen: Nach Daten des Statistischen Bundesamtes ging die nächtliche Mobilität in der Zeit vom 24. April bis 1. Mai in Kreisen mit Ausgangssperre im Vergleich zum Jahr 2019 durchschnittlich um zwölf Prozentpunkte stärker zurück als in Kreisen ohne Ausgangssperre.

Ehe die Maßnahmen des Bundes in Kraft traten, betrug der Unterschied der nächtlichen Mobilität in Kreisen mit und ohne regionale Ausgangssperre nur drei Prozentpunkte. Vom 24. April an sei der Unterschied mit einem 12 Prozentpunkte stärkeren Rückgang in Kreisen mit Ausgangssperre also viermal so groß wie vorher gewesen.

Der bislang größte Unterschied war den Angaben zufolge am 1. Mai zu beobachten, als der nächtliche Mobilitätsrückgang in Kreisen mit Notbremse rund 20 Prozentpunkte stärker ausfiel als in Kreisen ohne Notbremse. Tagsüber seien hingegen weder vor, noch seit Einführung der Bundesnotbremse nennenswerte Unterschiede zwischen Kreisen mit und ohne nächtliche Ausgangssperren zu erkennen, hieß es.

Insgesamt ging die Mobilität im April im Vergleich zum April 2019 vor der Pandemie um durchschnittlich neun Prozent zurück – im März hatte der Rückgang noch bei fünf Prozent gelegen. Die nächtliche Mobilität in der Zeit von 22 bis 6 Uhr, die etwa sechs bis sieben Prozent der Gesamtmobilität ausmache, ging den Angaben zufolge im April besonders stark zurück: Hatte der Rückgang im Vergleich zu 2019 für den März bei 21 Prozent gelegen, betrug er im April durchschnittlich 30 Prozent. Auch tagsüber sank die Mobilität im April mit einem Rückgang um sieben Prozent wieder etwas stärker als im März, wo der Rückgang bei vier Prozent gelegen hatte.

IWH: Insolvenzwelle nach Rückkehr zur Antragspflicht unwahrscheinlich

Eine Insolvenzwelle nach der Rückkehr zur Insolvenzantragspflicht ist nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) unwahrscheinlich. Die verlängerte Aussetzung habe in erster Linie Branchen betroffen, die für die sogenannten November- und Dezemberhilfen des Bundes antragsberechtigt waren, erklärte Steffen Müller, Leiter der Insolvenzforschung am IWH. Von der Sonderregelung hätten somit insbesondere kleine und mittlere Betriebe der Gastronomie und des Einzelhandels profitiert. Für alle anderen Branchen habe die Antragspflicht bereits seit dem 1. Januar gegolten.

Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht war zum 1. Mai beendet worden. Das habe vielerorts Ängste vor einer Insolvenzwelle geschürt, hieß es in einer IWH-Mitteilung. Die Aussetzung sollte verhindern, dass durch die Pandemie unverschuldet in Not geratene Unternehmen pleite gehen und verschwinden. Normalerweise muss der Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds gestellt werden. Wegen der Pandemie hatte die Bundesregierung die Meldepflichten für überschuldete Firmen ausgesetzt, die beantragte Staatshilfen noch nicht ausbezahlt bekommen hatten.

Zuletzt sank die Zahl der bundesweiten Unternehmensinsolvenzen. Laut IWH-Insolvenztrend wurden im April 769 Personen- und Kapitalgesellschaften als insolvent gemeldet. Nach einer kräftigen Zunahme im März seien somit die Insolvenzzahlen im April im Vergleich zum Vormonat um zehn Prozent gesunken und lägen damit sogar deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Mehr als 30 Prozent erstgeimpft

In Deutschland haben 30,6 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervor (Stand: 6. Mai, 9.45 Uhr). Den vollen Impfschutz erhielten bislang 8,6 Prozent der Bevölkerung.

Am Mittwoch wurden demnach rund 1,1 Millionen (1.092.765) Impfungen gemeldet. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mitteilte, sei das nach dem Start der Impfkampagne in Deutschland der zweite Tag, an dem die Zahl der verabreichten Impfdosen siebenstellig sei. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am Mittwoch vergangener Woche mit 1.116.608 Impfungen erreicht worden. Insgesamt verabreichten alle Impfstellen bislang knapp 32,6 Millionen Dosen, davon knapp 25,5 Millionen bei Erstimpfungen und weitere gut 7,1 Millionen bei Zweitimpfungen. Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 34,3 Prozent. Brandenburg liegt mit 27,2 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Von etwa 35,7 Millionen gelieferten Impfdosen wurden bislang 91,3 Prozent verbraucht. Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen.

Ausländische Unternehmen wollen Rekordsumme in Deutschland investieren

Trotz Corona-Pandemie wollen ausländische Unternehmen so viel in Deutschland investieren wie noch nie. Im vergangenen Jahr siedelten sich 1684 Unternehmen hierzulande an, wie aus Daten der bundeseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) hervorgeht. Das waren zwar neun Prozent weniger als 2019 und die niedrigste Zahl seit 2014. „Doch gleichzeitig kommen sehr viele große Investitionsvorhaben nach Deutschland“, sagte GTAI-Geschäftsführer Robert Hermann am Donnerstag, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die angekündigten Investitionssumme verdoppelte sich dadurch im Vergleich zu 2019 auf den Rekordwert von 10,4 Milliarden Euro. Auch blieb die Zahl der angekündigten neuen Jobs mit 35.000 hoch: Es ist der bislang zweithöchste Wert überhaupt.

Zu den Großinvestoren gehören beispielsweise die chinesische Honeycomb Energy Technology, die zwei Milliarden Euro in die Batteriefertigung im Saarland steckt und dabei 2000 Jobs schaffen will. Der Autobauer Stellantis, der aus der Fusion der französischen Opel-Mutter PSA Peugeot und dem Fiat-Chrysler-Konzern hervorgegangen ist, wiederum will in Kaiserslautern einen Milliardenbetrag in die Batteriefertigung stecken, was ebenfalls etwa 2000 neue Arbeitsplätze bringen soll. Das Schweizer Unternehmen Meyer Burger plant mir mehr als 700 Millionen Euro in Bitterfeld für die Produktion von Solarzellen, was bis zu 3000 neue Stellen schaffen soll.

„Deutschland hat vorangegangene Krisen wie die Finanzkrise erfolgreich gemeistert, weshalb viele Investoren trotz Corona auf den Standort setzen“, sagte Hermann. „Wir rechnen zudem damit, dass nach Pandemie-Ende viele Projekte nachgeholt werden. Aufgeschoben ist schließlich nicht aufgehoben.“ Fast jedes fünfte der Unternehmen nutze Deutschland als Produktions- und Forschungsstandort. Auch das belege die Attraktivität des hiesigen Standortes.

Wichtigster ausländischer Investor blieben erneut die USA: Von dort kamen allein 254 Projekte. Auf Platz zwei folgt unverändert die Schweiz (219), gefolgt von China (170) und Großbritannien (103). Seit 2016, dem Jahr des Brexit-Referendums, waren die britischen Neuansiedlungen in Deutschland gestiegen und nun erstmals zurückgegangen.

Die ausländischen Firmen bevorzugen vor allem Investitionen im IT- und Software-Sektor, gefolgt von Unternehmens- und Finanzdienstleistungen. Zu den stark wachsenden Bereichen zählt die Elektromobilität. „Das lockt viele Unternehmen nach Deutschland - nicht nur wegen Tesla, sondern weil auch deutsche Autobauer aufholen und immer mehr Elektroautos anbieten“, sagte GTAI-Experte Achim Hartig mit Blick auf den Bau einer Fabrik des US-Elektroautoherstellers bei Berlin. „Das zieht Investitionen nach sich, etwa im Batteriebau, bei Komponentenzulieferern oder der Lithiumverwertung und -veredelung.“

Zu den Neuansiedlungen gesellen sich noch 372 Übernahmen, die von ausländischen Unternehmen in Deutschland getätigt und bei denen mehr als 50 Prozent der Anteile gekauft wurden.

US-Universität Harvard führt Corona-Impfpflicht für Studenten ein

Studierende der US-Universität Harvard müssen sich zum Beginn des neuen Semesters im Herbst gegen Corona impfen lassen. „Um die hohen Impfraten zu erreichen, die zum Schutz unserer Gemeinde erforderlich sind, wird Harvard die Corona-Impfung für alle Studenten vorschreiben, die sich in diesem Herbst auf dem Campus aufhalten werden“, teilte die Hochschule in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts am Mittwoch (Ortszeit) mit. Ausnahmen würden demnach nur aus medizinischen oder religiösen Gründen gewährt. Zuvor hatten eine Reihe anderer US-Universitäten wie Yale, Columbia und Princeton bereits eine solche Impfpflicht eingeführt.

Vor ihrer Rückkehr zum Campus müssen Studenten ihre Impfung mit einem Vakzin abgeschlossen haben, das von der Arzneimittelbehörde FDA oder der Weltgesundheitsorganisation WHO zugelassen ist. Dies bedeute, dass seit der Verabreichung der letzten Impfdosis mindestens zwei Wochen verstrichen sein müssten, hieß es weiter. Internationalen Studierenden und anderen, die vor dem Herbst keinen Zugang dazu haben, will die Universität bei deren Ankunft eine Impfung anbieten.

Die 1636 von britischen Einwanderern gegründete Universität gilt als einer der Eliteschmieden der USA, die unter anderem mehrere Präsidenten und Dutzende Nobelpreisträger hervorbrachte. Mehr als 23.000 Studenten sind derzeit an der privaten Hochschule eingeschrieben, die für ihre strengen Zulassungsbedingungen bekannt ist.

USA unterstützen Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe

Für den Kampf zur weltweiten Eindämmung der Pandemie unterstützt die US-Regierung die Aussetzung von Patenten für die Corona-Impfstoffe. Die USA stünden hinter dem Schutz geistigen Eigentums, die Pandemie sei aber eine globale Krise, die außerordentliche Schritte erfordere, erklärte die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai am Mittwoch. Das Ziel sei, „so viele sichere und wirksame Impfungen so schnell wie möglich zu so vielen Menschen wie möglich zu bringen“, sagte Tai.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sprach von einer „historischen Entscheidung“ der USA. Damit könne der globalen Ungleichheit bei der Verteilung der Impfstoffe begegnet werden, um gemeinsam daran zu arbeiten, „diese Pandemie zu beenden“, schrieb er auf Twitter. Hilfsorganisationen, darunter zum Beispiel Ärzte ohne Grenzen, hatten zuvor vehement eine Aussetzung der Patente gefordert.

Spahn will für AstraZeneca Priorisierung aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca die Priorisierung sofort aufheben. „Wir werden generell – und darüber möchte ich morgen mit Karl-Josef Laumann (NRW) und anderen 15 Landesministerkollegen reden – bei AstraZenca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der Sendung „Aktuelle Stunde“ des WDR-Fernsehens. Unabhängig von Alter oder Vorerkrankung könne dann also jeder, der mit AstraZeneca geimpft werden wolle, auch geimpft werden. Auf die Nachfrage, ab wann das gelten solle, sagte Spahn: „Für AstraZeneca jetzt schon sofort, das ist mein Vorschlag.“

Für die anderen Impfstoffe bekräftigte er die bisherige Aussage, dass die Priorisierung voraussichtlich im Juni beendet werden könne, „wenn die Lieferungen weiter so kommen, wovon ich ausgehe“. Bisher werden Alte, Vorerkrankte sowie besonders gefährdete oder systemrelevante Berufsgruppen vorrangig geimpft. Ihre Reihenfolge ist in drei Vorrangstufen geregelt.

Zugleich plädierte Spahn für mehr zeitliche Flexibilität bei der Verabreichung der nötigen zweiten AstraZeneca-Impfung. „Das Zulassungsintervall, der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung, ist vier bis zwölf Wochen. Wir haben jetzt regelhaft zwölf Wochen gemacht, weil die Wirksamkeit höher ist. Wir werden aber deutlich mehr Flexibilität jetzt möglich machen.“ Er wisse aus Erfahrungen im eigenen Bekanntenkreis: „Die Zweitimpfung haben jetzt viele lieber früher, auch mit Blick auf den Sommer – das geht mit AstraZeneca auch innerhalb der Zulassung.“

RKI registriert 21.953 Corona-Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 21.953 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Donnerstag vor einer Woche hatte der Wert bei 24.736 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 129,1 (Vortag: 132,8; Vorwoche: 154,9)

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 250 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 264 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.473.503 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.107.300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.126.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,83 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Tui: Inlandsurlaub hat nach Öffnung auch an Küsten gute Chancen

Die geplanten stufenweisen Lockerungen im Deutschland-Tourismus könnten nach Einschätzung von Tui noch rechtzeitig für eine stabile Sommersaison auch im Inland kommen. „Insbesondere in den Küstenregionen und in den Bergen wird es einen Run auf Urlaubshotels geben“, glaubt die Managerin Nicole Sohnrey, die bei dem Konzern aus Hannover unter anderem für Auto- und Städtereisen zuständig ist. Für die inländischen Ziele werde aus derzeitiger Sicht ein „starker Sommer“ erwartet.

Wichtigste Urlaubsgegend hierzulande dürfte demnach 2021 wieder die Ostseeküste werden. In den touristischen Modellregionen Schleswig-Holsteins hätten die Buchungen schon zuletzt deutlich angezogen, man liege hier gut 70 Prozent über dem Vorjahr. Aber auch das Interesse an Ferien in Ostfriesland, auf der mecklenburgischen Seenplatte, im Schwarzwald oder in Bayern sei hoch, berichtete Tui.

Weitere Öffnungsschritte für das Reise- und Gastgewerbe könnten den Trend auch andernorts festigen. „Sobald Urlaub in Deutschland wieder möglich ist, rechnen wir mit einem sprunghaften Anstieg des Buchungsvolumens“, erklärte Sohnrey. „Die angekündigten Lockerungen in vielen Bundesländern und die für Pfingsten in Aussicht gestellte Möglichkeit auf Urlaub in Deutschland beflügeln die Nachfrage zusätzlich.“ Zunehmend interessierten sich Kunden auch für Aufenthalte auf gut ausgestatteten Campingplätzen oder im Wohnmobil.

Habeck für Lockerungen für Geimpfte und Genesene trotz „gewisser Unfairness“

An den geplanten Lockerungen der Corona-Einschränkungen für Geimpfte und Genesene führt nach Ansicht des Co-Vorsitzenden der Grünen, Robert Habeck, kein Weg vorbei. „Es ist natürlich eine gewisse Unfairness, die da mitschwingt“, sagt er im Deutschlandfunk mit Blick auf diejenigen in der Gesellschaft, für die die Lockerungen zunächst nicht zutreffen werden. Gleichwohl sei die Sache rechtlich eindeutig. Wenn es keinen Nutzen der Beschränkung gebe, müsse sie fallen. „Es gibt eine gewisse Spannung, das räume ich ein. Aber die Rechtsnorm ist klar, und wenn wir alle verständig miteinander umgehen, dann sollten wir uns freuen über diese Menschen, die ein bisschen mehr spazieren gehen können und frei sein dürfen.“ Der Bundestag soll im Laufe des Tages über die Lockerungen entscheiden.

EU verteidigt höhere Zahlung für nächste Biontech-Impfstofflieferung

Die Brüsseler EU-Kommission verteidigt, dass für den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig ein höherer Preis gezahlt werden soll. Der geplante nächste Vertrag unterscheide sich signifikant von den ersten beiden, hieß es am Mittwochabend aus Behördenkreisen. So gebe es beispielsweise strengere Liefervereinbarungen, andere Haftungsregeln und Vereinbarungen zur Anpassung des Impfstoffes an neue Coronavirus-Varianten. Außerdem gestalte sich der Preis je Dosis auch anders, weil die EU künftig kein Geld mehr für Produktionsförderung zahle.

Die „Welt“ hatte zuvor unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages berichtet, dass die EU-Kommission für 900 Millionen Corona-Impfdosen der zweiten Generation einen deutlichen Preisaufschlag zahlen werde.

Demnach verpflichtet sich Deutschland, für die anteilig zustehenden 165 Millionen Dosen aus dem EU-Kontingent 3,83 Milliarden Euro zu zahlen. Statt der bislang abgerechneten 15,50 Euro pro Dosis ergebe sich daraus rein rechnerisch ein Preis von 23,20 Euro pro Dosis. Der dritte Vertrag der Kommission mit Biontech/Pfizer sei fertig verhandelt, heißt es laut „Welt“ in dem Schreiben.

Die EU-Kommission wollte sich zu den Preisangaben nicht äußern. Der bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow hat jüngst von einem neuen Dosispreis von 19,50 Euro gesprochen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte am 14. April angekündigt, dass mit dem deutschen Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer über die Lieferung von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Dosen Corona-Impfstoff verhandelt wird. 900 Millionen Dosen sollten demnach fest bestellt und für weitere 900 Millionen eine Option abgeschlossen werden.

BDI-Präsident kritisiert fehlende Öffnungsperspektive für die Wirtschaft

Der Präsident des Industrieverbandes BDI, Siegfried Russwurm, klagt über fehlende Öffnungsperspektiven für Teile der Wirtschaft. „Lockerungen der Corona-Beschränkungen nur für Geimpfte und Genesene allein reichen nicht aus“, sagte Russwurm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland laut Vorabbericht. Erforderlich seien aus wirtschaftlichen ebenso wie psychologischen Gründen konkrete Öffnungsperspektiven auch für Unternehmen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und um Existenzen zu sichern. Es gebe keine Alternative zu einer konsequenten Öffnungsstrategie, die die Wirtschaft in ihrer ganzen Breite einbeziehe.

Moderna: Impfauffrischung wirkt ersten Daten zufolge gegen Varianten

Eine Auffrischungsdosis des Corona-Impfstoffs von Moderna wirkt ersten Daten des US-Unternehmens zufolge gut gegen Coronavirus-Varianten. Das Unternehmen veröffentlichte am Mittwoch Daten aus einer laufenden Studie zu zwei verschiedenen sogenannten Booster-Dosen – einerseits mit dem bereits in vielen Ländern der Welt zugelassenen Impfstoff und andererseits mit einer auf Basis der zuerst in Südafrika identifizierten Virus-Variante entwickelten Booster-Dosis.

Beide hätten die Entwicklung von Antikörpern gegen diese Virus-Variante und die zuerst in Brasilien entdeckte Virus-Variante bewirkt – die neu entwickelte Booster-Variante in Hinblick auf die Südafrika-Variante noch deutlicher. Zudem seien beide Booster-Dosen gut vertragen worden. Weitere Daten zu der Studie will das Unternehmen demnächst veröffentlichen.

Mittwoch, 5. Mai 2021

Kanada lässt Biontech-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige zu

In Kanada darf der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden. Dies teilte die federführende Gesundheitsbehörde Health Canada am Mittwoch „nach eingehender und unabhängiger wissenschaftlicher Prüfung“ mit. Sie bezeichnete die Genehmigung als wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie. Laut Biontech ist Kanada eines der ersten Länder weltweit, in dem der Impfstoff für diese Altersgruppe eingesetzt werden darf. Zuvor galt für das Vakzin ein Mindestalter von 16 Jahren.

Biontech und Pfizer hatten Mitte April einen Zulassungsantrag bei Health Canada eingereicht. Die nun erteilte Zulassung ist laut der Behörde an die Bedingung geknüpft, dass Pfizer/Biontech nach der Markteinführung weitere Angaben zur Sicherheit, Effektivität und Qualität des Impfstoffs in dieser Altersgruppe nachliefern.

Auch bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA und der Amerikanischen FDA liegen entsprechende Gesuche. In den USA könnte die Zulassung schon in den kommenden Tagen erfolgen. In Europa wird erwartet, dass die Prüfung bis Anfang oder Mitte Juni dauern könnte. In der EU ist das Mittel von Biontech/Pfizer bislang ebenfalls nur für Menschen ab 16 Jahren zugelassen.

Zuvor hatten die Unternehmen mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei zudem auch gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen.

Parallel dazu läuft die klinische Studie von Biontech und Pfizer zur Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschließlich elf Jahren weiter. Biontech geht nach eigenen Angaben davon aus, dass belastbare Daten daraus bis September verfügbar sein werden. Auch andere Corona-Impfstoffe werden derzeit an Kindern und Jugendlichen getestet.

Verfassungsgericht lehnt Eilanträge gegen Ausgangsbeschränkungen ab

Das Bundesverfassungsgericht hat Eilanträge gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Notbremse abgelehnt. „Damit ist nicht entschieden, dass die Ausgangsbeschränkung mit dem Grundgesetz vereinbar ist“, teilte das Gericht am Mittwoch in Karlsruhe aber mit. Diese Frage müsse im Hauptsacheverfahren geklärt werden.

Positive Entwicklung beim Infektionsgeschehen

Weniger Neuinfektionen, eine sinkende 7-Tage-Inzidenz und kein Anstieg mehr bei den Intensivpatienten – beim Infektionsgeschehen hält die positive Entwicklung der vergangenen Tage an. Am Mittwochmorgen (Stand 05.15 Uhr) meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 18.034 registrierte Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – ein Rückgang von 19 Prozent im Vergleich zur Vorwoche (22.231 Neuinfektionen). Auch die Zahl der bundesweit binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sinkt weiter: Sie liegt nun bei 132,8 (Vortag: 141,4; Vorwoche: 160,6).

„Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg“, hatte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, Sandra Ciesek, am Dienstagabend im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“ gesagt. Sie führt die positive Entwicklung auf das Impfen zurück, aber auch auf das veränderte Verhalten der Menschen und den beginnenden Sommer. „Das ist immer ein Zusammenspiel.“

In der vergangenen Woche sank die 7-Tage-Inzidenz erstmals wieder in allen Altersgruppen, wie das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend schreibt. In drei Bundesländern – Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein – liegt die 7-Tage-Inzidenz nun unter 100. Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin sind kurz vor Erreichen dieser Marke.

Auch auf den Intensivstationen, wo positive Entwicklungen erst mit einiger Verspätungen spürbar werden, scheint sich die Lage mindestens zu stabilisieren. Am Dienstag lag die Zahl der versorgten Patienten bei 4955 Fällen, auch hier zeigt die Kurve seit Ende April tendenziell nach unten. „Der Anstieg bei der Zahl an intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten scheint aktuell gestoppt“, schreibt das RKI.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben vom Mittwoch binnen 24 Stunden 285 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 312 Tote. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.876. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie in Deutschland nachgewiesenen Infektionen stieg auf 3.451.550. Die Zahl der Genesenen gab die Behörde mit 3.084.700 an.

Seit über einer Woche liegt auch der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert laut RKI-Lagebericht unter dem kritischen Wert von 1. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Dienstagabend lag der Wert bei 0,82 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken.

Weit über zehn Millionen Menschen zur Corona-Impfung berechtigt

In vielen Bundesländern dürfen sich Angehörige der Priorisierungsgruppe drei für die Corona-Impfung anmelden – alleine aufgrund ihres Alters sind das bundesweit mehr als zehn Millionen Menschen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, gab es Ende 2019 rund 10,5 Millionen Menschen im Alter von 60 bis unter 70 Jahren. Das waren 12,6 Prozent der Bevölkerung.

Zur Gruppe drei mit erhöhter Priorisierung gehören auch Menschen, die in einer kritischen Infrastruktur arbeiten. Allein im Lebensmitteleinzelhandel waren das im Jahr 2018 mehr als 1,3 Millionen Menschen. In der Güterbeförderung sind eine knappe Million, bei Post- und Kurierdiensten mehr als eine halbe Million Menschen zur Impfung aufgerufen. Impfberechtigt sind auch Beschäftigte in Apotheken (248.000 Menschen) und der Pharmaindustrie (140.000 Menschen).

Demnächst dürfen vielleicht auch Jugendliche zwischen 12 und 16 gegen Corona geimpft werden. Den Statistikern zufolge gehörten Ende 2019 knapp drei Millionen Menschen zu dieser Altersgruppe.

Mit Material von dpa und Reuters.

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