15,8 Milliarden Euro Sozialversicherung erwirtschaftet starken Überschuss

Die Sozialversicherung profitiert kräftig von der guten Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Im vergangenen Jahr wurde ein Überschuss von 15,8 Milliarden Euro erreicht. Alle Bereiche schrieben schwarze Zahlen.

Was der deutschen Wirtschaft Mut und Angst macht
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Angstmacher: EurokriseSie hat sich dank dem Einschreiten der Europäischen Zentralbank (EZB) merklich beruhigt. Seit ihr Chef Mario Draghi Ende 2012 den unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder angekündigt hat, hat nach Ansicht der Finanzmärkte die Gefahr einer Staatspleite in Spanien und Italien deutlich abgenommen. Doch die Ruhe könnte sich als trügerisch erweisen. So reagieren die Börsianer zunehmend nervös auf die Umfrageerfolge von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der bei der Parlamentswahl kommende Woche in Italien wieder kandidiert. Berlusconi will viele Reformen seines Nachfolgers Mario Monti wieder zurücknehmen und beispielsweise die Immobiliensteuer wieder abschaffen. Quelle: REUTERS
Angstmacher: Euro-StärkeDie Gemeinschaftswährung steht unter Aufwertungsdruck. Seitdem die japanische Notenbank ihre Geldschleusen geöffnet hat, ist der Euro um 20 Prozent im Verglich zum Yen gestiegen. Dort sitzen einige der größten Konkurrenten der deutschen Exporteure, darunter Autokonzerne wie Toyota und viele Maschinenbauer. Sie können ihre Produkte dank der Yen-Abwertung billiger anbieten. Quelle: dpa
Auch im Vergleich zu anderen Währungen ist der Euro teurer geworden. Experten warnen bereits vor einem Abwertungswettlauf. Noch können die deutschen Exporteure mit dem Wechselkurs gut leben. Die größere Sorge ist, dass weniger konkurrenzfähige Euro-Länder wie Frankreich oder Italien darunter leiden. Das würde am Ende auch Deutschland treffen, das fast 40 Prozent seiner Waren in die Währungsunion verkauft. Quelle: dpa

Die gute Konjunktur hat der deutschen Sozialversicherung den höchsten Überschuss seit Jahren beschert. Er lag 2012 bei 15,8 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Das sind 1,9 Milliarden Euro mehr als 2011. "Ein größeren Plus gab es zuletzt 2006 mit rund 21,3 Milliarden Euro", sagte ein Statistiker. Die positive Bilanz sei "maßgeblich bedingt durch die positive Lohn- und Beschäftigungsentwicklung" aufgrund der guten Konjunktur.

So lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Ende 2012 um 353.000 über dem Vorjahreswert, während sich die Tarifverdienste im Gesamtjahr um 2,6 Prozent erhöhten. Dadurch stiegen die Beitragseinnahmen um 2,0 Prozent auf 536,5 Milliarden Euro. Die Ausgaben legten um 1,7 Prozent auf 520,7 Milliarden Euro zu.

Geringerer Überschuss erwartet

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Alle Bereiche der Sozialversicherung schrieben schwarze Zahlen - von der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung über die knappschaftliche Rentenversicherung, die Alterssicherung für Landwirte bis hin zur sozialen Pflegeversicherung und der Bundesagentur für Arbeit.

Die Bundesbank geht davon aus, dass die Überschüsse in diesem Jahr schmelzen. "Zum einen entfällt der positive Konjunktureinfluss", erklärte die Bundesbank. "Zum anderen wird sich die hohe Rücklage der Rentenversicherung schrittweise reduzieren." Grund dafür sei zum einen der mit Jahresbeginn von 19,6 auf 18,9 Prozent gesenkte Beitragssatz, zum anderen seien höhere Ausgaben zu erwarten. "Auch im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen sind eher wieder Defizite angelegt", so die Bundesbank.

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