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20 Jahre Deutsche Einheit: Welke Landschaften, blühende Inseln

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Bevölkerungsentwicklung

Von diesen positiven Daten und frohgestimmten Prognosen gibt es viele. Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner ist in Ostdeutschland von 33 Prozent (1991) auf 70 Prozent (2009) des westdeutschen Niveaus gestiegen, die Einkommen haben sich – obwohl der Niedriglohnsektor in der Tariflohnwüste Ostdeutschland deutlich größer ist als im Westen – weitgehend angeglichen (siehe Grafik). Und auch die Arbeitslosigkeit ist deutlich auf dem Rückmarsch, seit der demografische Wandel für Entspannung sorgt. „Schon in fünf Jahren“, schätzt Joachim Ragnitz, der stellvertretende Geschäftsführer des ifo Instituts in Dresden, „könnte sie auf Westniveau gefallen sein.“

Gleichzeitig, ergänzt Ulrich Blum, der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH), werde die Wirtschaft Ostdeutschlands ihren Aufholprozess fortsetzen: Im Jahre 2020 rechnet Blum mit einer Wirtschaftskraft der fünf neuen Bundesländer, die zwischen 85 und 90 Prozent des Westniveaus liegt.

Genosse Trend hilft

Tatsächlich ist der Trend ein Freund der ostdeutschen Bundesländer. Beim diesjährigen Dynamikranking der WirtschaftsWoche, das die Veränderung ökonomischer Kennziffern zwischen 2006 und 2009 misst (Heft 36/2010), liegen sie allesamt auf vorderen Plätzen: Brandenburg an der Spitze, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Im Niveauranking der Bundesländer, das Ist-Werte vergleicht, hängt der Osten zwar noch zurück.

Niedrige Exportquote

In diesem Jahr aber schaffte es erstmals seit Beginn des Rankings 2003 ein ostdeutsches Bundesland, einen westdeutschen Rivalen zu überholen: Thüringen zog dank seiner Wohlstandszuwächse am Stadtstaat Bremen vorbei. Und damit nicht genug: Auch die Rückstände von Brandenburg und Sachsen sind zuletzt so stark geschrumpft, dass in den nächsten Jahren mit weiteren Überholmanövern zu rechnen ist.

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Standort erkennen

    Der Osten punktet mit den niedrigsten Gewerbesteuerhebesätzen und Baulandpreisen, mit konkurrenzfähigen Löhnen und einer stark gestiegenen Pro-Kopf-Arbeitsproduktivität – und nicht zuletzt mit weichen Standortfaktoren wie einer hohen Frauenerwerbsquote und flächendeckender Kita-Versorgung. Dass die Ostländer die Wirtschaftskrise weitgehend unbeschadet überstanden haben, hat aber auch einen Grund, der bei Ökonomen zwiespältige Gefühle hervorruft. Es geht um die – trotz jüngster Steigerungen – immer noch niedrige Exportquote.

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