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2012 Staat verbucht Rekord-Steuereinnahmen

T rotz der Konjunkturabkühlung hat der Staat Ende 2012 noch einmal Rekord-Steuereinnahmen verbucht. Das Gesamtaufkommen von Bund und Ländern stieg im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent.

So viel Steuern haben Sie 2012 bezahlt
Auf einem Kassenbon sind die Mehrwertsteuersätze von 7 und 19 Prozent zu sehen Quelle: dpa
Die Erklärung zur Festsetzung der Einkommenssteuer beim Finanzamt Quelle: dpa
 Ein Stromzaehler Quelle: dapd
Euro-Geldscheine liegen am 04.10.2006 neben einem Elektrostecker und einer Steckdosenleiste in Schwerin Quelle: dpa
Eine Besucherin raucht am Dienstag, 10. Juni 2008, eine Zigarette vor einer Kneipe in Tuebingen Quelle: AP
Zwei Frauen gehen an einem aus der Wendezeit stammenden verwitterten Wandbild mit dem Schriftzug "Gemeinschaftswerk Aufschwung Ost" entlang Quelle: dapd
Ein Gebaeudereiniger putzt am Freitag, 17. Juni 1999, die Fenster an einem Buerogebaeude in Koeln. Quelle: AP

Bund und Länder haben im vergangenen Jahr so viele Steuern eingenommen wie nie zuvor. Insgesamt verbuchte der Fiskus knapp 552 Milliarden Euro in den Kassen, wie aus Daten hervorgeht, die das Bundesfinanzministerium am Donnerstag veröffentlichte. Zu dem Rekordergebnis haben vor allem die dank der hohen Beschäftigung stark gestiegenen Lohnsteuereinnahmen beigetragen. Sie allein legten um 6,7 Prozent auf knapp 150 Milliarden Euro zu. Die Umsatzsteuereinnahmen kletterten dank der guten Binnenkonjunktur um 2,4 Prozent auf fast 195 Milliarden Euro. Reine Gemeindesteuern sind in der Aufstellung noch nicht enthalten.

Der Bund allein verbuchte 2012 mit 256 Milliarden Euro 3,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Länder strichen 236 Milliarden Euro ein, was einem Plus von 5,4 Prozent entspricht.

Wo Unternehmen und Bürger die höchsten Steuern zahlen
Platz 10: KolumbienDie gesamte Steuerrate liegt in diesem südamerikanischen Land bei 74,4 Prozent. Die Studie von PricewaterhouseCoopers zählt zur gesamten Steuerrate: Steuern auf Unternehmensgewinne, Arbeit, Sozialabgaben und andere Abgaben, sowie andere Steuern. Quelle: PWC, Doing Business database Quelle: Reuters
Platz 9: PalauRein landschaftlich könnte dies ein Steuerparadies sein. Doch insgesamt 75,7 Prozent werden auf dem pazifischen Inselstaat erhoben. Für die Region ist das außergewöhnlich: Das pazifische Asien erhebt Steuern in der Regel unterhalb des Weltdurchschnitts. Der liegt bei 44,7 Prozent. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 8: BolivienDas Andenland erhebt Steuern in Höhe von insgesamt 83,4 Prozent. Südamerika ist nach wie vor die Region der Welt, wo Steuerzahler und Unternehmen am meisten Zeit investieren müssen, um die Zahlung an den Fiskus vorzubereiten: durchschnittlich 619 Stunden im Jahr (Global: 216 Stunden) Eine Vielzahl an undurchsichtigen Regeln und ständige Änderungen durch den Gesetzgeber machen das Zahlen von Steuern zu einer zeitaufwändigen Aufgabe. Quelle: Reuters
Platz 7: TadschikistanBürger und Unternehmen werden hier mit Steuern in Höhe von 84,5 Prozent belastet. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 6: EritreaDas afrikanische Land liegt gleich auf mit Tadschikistan: insgesamt zahlen Firmen und Bürger hier 84,5 Prozent Steuern. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 5: UzbeksitanDie gesamte Steuerlast liegt hier bei 98,5 Prozent. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 4: ArgentinienDas Land erhebt Steuern in Höhe von insgesamt 108,3 Prozent.

Die starken Steuereinnahmen waren maßgeblich verantwortlich für den positiven Jahresabschluss in den deutschen Staatskassen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen hatten 2012 2,2 Milliarden Euro mehr eingenommen als sie ausgaben. Damit lag der gesamtstaatliche Haushalt gemessen an der deutschen Wirtschaftsleistung des vergangenen Jahres 0,1 Prozent im Plus.

Nach dem Konjunktureinbruch am Jahresende rechnet das Finanzministerium mit einer Frühjahrsbelebung. Die Konjunktur werde im zweiten Quartal "deutlich an Schwung gewinnen". Im vierten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt mit 0,5 Prozent so stark geschrumpft wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Für das erste Quartal erwarten Ökonomen ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent.

Belastend wirken dürfte aus Sicht der Beamten zunächst noch die schwache Weltkonjunktur. "Das weltwirtschaftliche Umfeld dürfte insgesamt kurzfristig noch dämpfend auf die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland - und hier insbesondere auf die Exporttätigkeit der Unternehmen - wirken", schrieb das Ministerium. "Erst im Verlaufe dieses Jahres wird die globale Wirtschaftsaktivität wieder allmählich anziehen."

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