30-Stunden-Woche für junge Eltern Ihr Kinderlein kommet - die SPD hat eine neue Idee

Das darf man vermutlich als Totgeburt bezeichnen. Um Elternschaftverweigerer zwischen 25 und 40 Jahren fürs Kinderzeugen zu erwärmen, fordert SPD-Generalsekretärin Andreas Nahles staatlich geregelte 30 Stunden-Wochen für Mütter und Väter. Steuerzahler und Unternehmen sollen es richten.  

Die familienfreundlichsten Unternehmen
Bergmann Klaus Wuestenberg beobachtet den Abraumbagger SRs1541 waehrend des offiziellen Starts zum Aufschluss des neuen Kohlefeldes Quelle: AP
Blick auf das Logo der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) Quelle: dpa
Das Logo des TÜV Nord Quelle: dpa
Carina Sarstedt von Caritas International in Freiburg richtet Spendendosen Quelle: AP
Das Logo der Postbank Quelle: dpa
Ein Mitarbeiter der Eckes-Granini Deutschland GmbH steht inmitten der neuen PET-Produktionsanlage und kontrolliert eine Kunststoffflasche. Quelle: dpa
Ein Kunde greift in einem REWE City-Markt in Koeln nach einem Einkaufswagen Quelle: dapd

Der Plan: Damit nicht der Vater als Familienernährer Überstunden mache und derweil die Mutter als Hüterin von Herd und Kind ganz aus dem Job verschwinde, sollen beide Elternteile künftig je 30 Stunden die Woche werktätig bleiben und sich in der freigeschlagenen Zeit daheim die Familienarbeit teilen.

Einen Teil des dann fehlenden Lohns soll der Staat, also der Steuerzahler, den Eltern überweisen. Arbeitgeber sollen bundesweit entsprechende Arbeitszeitmodelle anbieten.

Das tut schon beim Lesen weh. Wer bitte erklärt sich nur deshalb zur mühsamen Aufzucht eigener Brut bereit, weil er offiziell 30 statt wie bisher 38,5 Stunden arbeiten wird?

Auch wer 30 Stunden die Woche schafft, braucht für sein Kind/seine Kinder eine Ganztags-Betreuung in einem Hort, einer Kindertagesstätte oder einer Ganztagsschule. Ob Eltern den Platz an drei, vier oder fünf Wochentagen benötigen, spielt vor allem bei staatlichen Angeboten so gut wie keine Rolle. Bezahlt werden muss meist der volle Platz, falls man ihn überhaupt ergattern konnte.

Wo es die beste Kinderbetreuung gibt
Frauen tragen am Donnerstag (09.02.2012) bei einer Demonstration vor dem Rathaus in Wiesbaden Schilder mit der Aufschrift
Eine Passantin geht am Mittwoch (21.12.2011) mit einem Kinderwagen, an dem ein Regenschirm hängt, an der Alster in Hamburg spazieren. Quelle: dpa
Kinder einer Charlottenburger Kita besichtigen in Berlin den Plenarsaal des Deutschen Bundestages Quelle: dpa/dpaweb
Kinder der AWO-Kindertagesstätte «Käthe Kollwitz» Quelle: dpa
Eine Mutter geht mit ihrem Kinderwagen durch Soemmerda Quelle: dapd
Spaziergänger gehen vor Schloss Rheinsberg mit einem Kinderwagen am Grienericksee spazieren Quelle: dapd
Die einjährige Laureen spielt am Donnerstag (28.06.2012) am Strand von Warnemünde. Quelle: dpa

Und wieso schließt der SPD-Wahlgag Frauen bis 24 Jahre und ab 41 Jahre von der staatlichen Fürsorge aus?

Wo sind die Firmen, die sich auf 30-Stunden-Modelle einlassen? 30 Stunden sind zu viel, um für die fehlenden Stunden eine andere Person einzustellen. Wer dieses Modell praktiziert hat, weiß: Der freie Tag fürs Kind wird durch Mehrarbeit an den vier Tagen im Job herausgeholt. Die To-Do-Liste für die meisten Angestellten und Selbstständigen wird schlicht in vier, hochkonzentrierten bis erschöpfenden Tagen abgearbeitet. Oder aber die lieben Kollegen müssen mehr arbeiten – auf Dauer auch keine Lösung. Zudem müssten beide Arbeitgeber der Elternteile entsprechende Angebote machen. Das klingt utopisch.

 

Und wo im verschuldeten Staatshaushalt versteckt sich denn bisher das Geld für die Ausgleichszahlungen?

Kinder bekommt, wer ein Leben mit Kindern will. In Deutschland fehlt es  – und das tut weh beim Schreiben – immer noch an qualifizierter, bezahlbarer Kinderbetreuung. Das ist die Lösung.

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