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Abgaben Der deutsche Fiskus langt kräftig zu

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Die wichtigsten Änderungen

  • Der Beitragssatz in der Rentenversicherung sinkt 2015 um 0,2 Punkte auf 18,7 Prozent. Gleichzeitig klettert der Obolus für die Pflegeversicherung um 0,3 Punkte auf 2,35 Prozent; so will Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Leistungsverbesserungen finanzieren. Wie jedes Jahr hat die Bundesregierung zudem die Beitragsbemessungsgrenze in der Sozialversicherung erhöht. Dies ist der Maximalbetrag des Bruttoeinkommens, bis zu dem Beiträge erhoben werden. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung klettert dieser Wert im Westen um 100 Euro auf 6050 Euro im Monat. Im Osten steigt das versicherungspflichtige Einkommen sogar um 200 Euro auf nunmehr 5200 Euro. In der Kranken- und Pflegeversicherung erhöht sich die Bemessungsgrenze bundeseinheitlich um 75 Euro auf 4125 Euro. Besserverdiener müssen wegen der neuen Obergrenzen zum Teil mehr als 200 Euro im Jahr zusätzlich zahlen.

Wie Staat und Sozialversicherung bei Singles (Göttingen) zulangen

  • In der gesetzlichen Krankenversicherung hat die Koalition den Arbeitnehmerzuschlag von 0,9 Prozentpunkten abgeschafft. Die Kassen können nun selbst über Zusatzbeiträge entscheiden. Maximilian Gaßner, Präsident des Bundesversicherungsamtes, erwartet 2015 unter dem Strich ein Niveau „leicht unterhalb des derzeitigen Beitragssatzes“. Bei vielen großen Anbietern, etwa der AOK Rheinland-Hamburg oder der DAK, bleibt der Beitragssatz bei den bisherigen 15,5 Prozent. Eine Übersicht können sich Versicherte unter www.gkv-zusatzbeitraege.de verschaffen.
  • In der Lohn- und Einkommensteuer erhöht sich der Grundfreibetrag voraussichtlich um 118 auf 8472 Euro. Auch beim Kinderfreibetrag muss es nach oben gehen, um die verfassungsmäßig gebotene steuerliche Freistellung des Existenzminimums zu gewährleisten. Über beides will das Bundeskabinett noch im Laufe dieses Monats entscheiden.
  • Beiträge zur Alterssicherung sind 2015 zu 80 Prozent als Sonderausgaben absetzbar (2014:78 Prozent). Hier gilt allerdings die in der Politik beliebte Linke-Tasche-rechte-Tasche-Regel: Im Gegenzug steigt der steuerpflichtige Anteil der späteren Rente.

Deutschland



  • Erstmals seit ihrer Einführung sinkt die EEG-Umlage für Strom – allerdings nur in homöopathischer Dosis (minus 0,07 Cent pro Kilowattstunde).
  • Wie in den Vorjahren langt der Staat bei der Tabaksteuer stärker zu: Diesmal wird eine Kippe um rund zwei Cent teurer.
  • Vielen Haushalten drohen zudem steigende Kommunalabgaben, wenn auch die Erhöhungen im Schnitt moderat ausfallen dürften. Bei der Abwassergebühr etwa erwartet Bernd Düsterdiek, Abgabenexperte beim Deutschen Städte- und Gemeindebund, „einen Anstieg von maximal 1,5 Prozent“, der Wasserpreis werde nach einem Plus von 1,4 Prozent 2014 in diesem Jahr „um weniger als ein Prozent“ zulegen. Allerdings sind die Gebührenunterschiede zwischen den Kommunen zum Teil gravierend. Düsterdiek warnt zudem, dass es demografiebedingt in den nächsten Jahren wieder spürbar nach oben gehen könnte – weil „die hohen Fixkosten im Ver- und Entsorgungsbereich auf immer weniger Verbraucher umgelegt werden müssen“.
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