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AfD "Junge Alternative" will die AfD bewegen

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Schluss mit "Kuschelpädagogik"

„Ich sehe eine Abkehr vom Leistungsprinzip. Das kann nicht sein“, findet Ritz. Schulen sollten mehr Freiheiten bekommen, die Länder in einen „Wettbewerb der Ideen treten“. So sollte man nicht eine Schulform festlegen, verschiedene System (Gemeinschaftsschule vs. dreigliedriges Schulsystem) sollten um die Schüler konkurrieren. Und: Die Verbeamtung von Lehrern sollte gestoppt werden, findet die „JA“. „Wir haben da kontrovers drüber diskutiert. Auch mit Mitgliedern der AfD, die das anders sehen. Uns geht es nicht um pauschale Kritik an Lehrern, sondern um die Frage, ob wir nicht mehr Leistungsanreize brauchen“, sagt Ritz. Es gebe zahlreiche gute Pädagogen, die gute Arbeit leisten und hart arbeiten würden. Doch es gebe eben auch unmotivierte Lehrer, die mit Ende 20 Jahren verbeamtet werden. Dabei sei der Bildungsbereich kein hoheitlicher Dienst.

„Um den Wohlstand zu erhalten, müssen wir gute Bildungsmöglichkeiten schaffen. Wir brauchen qualitativ gute, hoch bezahlte Jobs. Die gibt es nur für gut und hoch Qualifizierte“, sagt Ritz. Da Bildung nicht umsonst zu haben sei, könne er sich persönlich auch die Wiedereinführung von Studiengebühren vorstellen. „Ich fände es besser, wenn wir den Kindergarten beitragsfrei machen würden, als Studenten zu subventionieren“, so der Bundesvorsitzende der „JA“. Die Gebühren müssten natürlich bei Bedarf mit Studentenkrediten finanziert werden können.

Die wichtigsten Köpfe in der AfD

Das dritte wichtige Thema aus Sicht der jungen AfD-Sympathisanten ist die innere Sicherheit. Dafür seien junge Leute besonders empfänglich. Schließlich würden sie oft Kriminalität erleben, in der Disko, in der Straßenbahn, sagt Ritz. Die Forderung der „JA“ sei unter anderem, dass die Justiz schneller handelt. „Wir brauchen zeitnah zum Verbrechen eine Verurteilung“, so Ritz. Es könne nicht sein, dass zwischen Straftat und Verurteilung ein Jahr liege. Und: Kriminalität müsse früh bekämpft werden, „Kuschelpädagogik“ helfe nicht. Einbrüche würden nur  noch abgewickelt, und wie ein Versicherungsfall bewertet. Echte Strafverfolgung gäbe es kaum noch.

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Auch die AfD versuchte, kurz vor der Bundestagswahl 2013 mit „Law & Order“ zu punkten. „Wir sind eine Partei, die Wert auf Recht und Ordnung legt", konkretisierte Lucke im September in Düsseldorf. Die Zahl der Einbrüche sei „viel zu hoch“, hier müsse endlich „was passieren“. Die etablierten Parteien seien taub geworden für die Probleme und Sorgen der Bürger." Die AfD stehe für eine "Null-Toleranz-Politik" gegenüber Serientätern. Selbst mit Rockerbanden wollte sich Lucke damals anlegen. Es gäbe, so der AfD-Chef, viele Banden, „die sich nicht an bestimmte Regeln im Alltag halten“. „Gruppen, die auffällig werden, müssen verboten oder zerschlagen werden“, befand Lucke. „Die Hells Angels sind ein gutes Beispiel.“

Unmittelbar nach der Wahl ist das Thema von der Tagesordnung der Euro-Kritiker verschwunden. Die „JA“ will dafür sorgen, dass die AfD in Bewegung bleibt, nicht nur beim Thema Innere Sicherheit.

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