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AKK-Nachfolge Von Kandidaten und Königsmachern an der CDU-Spitze

Kramp-Karrenbauers Tage als Parteichefin sind gezählt. Das sind die möglichen Kanzlerkandidaten der Union. Quelle: imago images

Bei den Christdemokraten streben drei Männer nach der Macht, ein kleiner Kreis an der Unionsspitze wird bei der Entscheidung um den CDU-Parteivorsitz und den Kanzlerkandidaten mitreden. Eine Analyse.

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Es wird ein Mann und er wird nicht aus dem Osten der Republik stammen. Diese Unterschiede zur jetzigen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer Nachfolgerin als Parteivorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, stehen schon mal fest. Offen sind noch die genauen Abläufe bei der Kandidaten-Bestimmung. AKK legte bisher lediglich fest, dass beide Aufgaben von einer Person ausgefüllt werden sollten. Das Tandem-Modell Merkel und AKK hat offensichtlich nicht funktioniert. Beide werden aber maßgeblich bei der Auswahl ihres Nachfolgers mitmischen.

Gemunkelt wird in der Union, dass die drei aussichtsreichsten Anwärter gebeten wurden, sich möglichst untereinander zu einigen und nicht auf offener Bühne gegeneinander anzutreten. Es sind NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der als derjenige unter den Anwärtern gilt, der am wenigsten Gegner hat und am meisten auf Ausgleich bedacht ist, Friedrich Merz, der zurzeit nur im unionsnahen Wirtschaftsrat aktiv ist und vor gut einem Jahr bei der Kampfabstimmung um den CDU-Vorsitz knapp unterlegen war, sowie Jens Spahn, der Bundesgesundheitsminister, der auch bereits kandidierte und früh durchblicken ließ, dass er mal Kanzleramt wolle.

Minister mit Machtanspruch, Mann der Mitte und der Mann an der Seitenlinie: Bei den Christdemokraten streben drei Männer nach der Macht. Quelle: dpa

Manche CDU-Politiker rechnen allerdings damit, dass es beim CDU-Parteitag im Herbst oder eher früher doch zu einer Kampfabstimmung kommt. CSU-Chef Markus Söder hat schon abgewunken und durchblicken lassen, dass er gerade lieber Bayerns Ministerpräsident bleibt.

Hier ein Überblick, wer sich mit Erfolg um die Kandidatur bemühen könnte und wer dabei ein entscheidendes Wort mitredet:

Die Kandidaten

Mann der Mitte: Armin Laschet
58 Jahre, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Vorteil: Der Regierungschef im bevölkerungsreichsten Bundesland ist von Amts wegen Anwärter auf das höchste Regierungsamt. Laschet verbindet ziemlich viele Interessen in der Union: Als Ministerpräsident ist er Wirtschaftspolitiker, er steht dem Sozialflügel nahe und ist auch für die christlich geprägten Anhänger vermittelbar. In Düsseldorf führt er relativ geräuschlos und zielorientiert eine schwarz-gelbe Regierung. Im Bund hat er an den dann gescheiterten Jamaika-Verhandlungen mit FDP und Grünen teilgenommen. Er kann also mit allen möglichen Koalitionspartnern und ist gut vernetzt. Gegen die extreme AfD und die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen fand er früher als andere klare Worte.

Nachteil: Laschet gilt als Merkelianer und hat die Kanzlerin, nicht zuletzt in der Flüchtlingspolitik, immer wieder verteidigt. Diese Nähe könnte ihm bei der Union, die sich nun nach Wechsel sehnt, etwas schaden. Sein größter Vorteil, dass er die wenigstens Gegner hat, könnte auch zum Nachteil werden: Aufbruch und klare Konturen werden anderen eher zugeschrieben.

Wirtschaftspolitik: Laschet hat für die Braunkohleregionen im Strukturumbruch einiges herausgeholt. Beim geplanten Kohleausstieg für den Klimaschutz profilierte er sich als Kämpfer für Regionalinteressen und großzügige finanzielle Förderung für Regionen in NRW. Sein Eintreten für die Braunkohle-Branche könnte ihm auch in Ostdeutschland Unterstützung bringen, wo einige Gegenden ebenfalls stark vom Umbruch betroffen sind. Laschet kritisierte die Bundesregierung, die für die noch notwendigen Gesetze viel länger brauche als Industrie, Gewerkschaften und Umweltverbände für eine grundlegende Einigung. Die Infrastruktur wie Straßen und andere Verkehrswege ist in NRW allerdings unter Laschet immer noch überlastet und teils marode.

Minister mit Machtanspruch: Jens Spahn
39 Jahre, Bundesgesundheitsminister

Vorteil: Spahn hat im Gesundheitsressort so viele Gesetze eingebracht und durchgebracht wie kaum ein Vorgänger in vergleichbarer Zeit. Allerdings kommt ihm zu Gute, dass die Krankenkassen wegen der guten Konjunktur Geld einnehmen wie nie. Das Geld verteilt Spahn. Er kennt sich in der Gesundheitspolitik gut aus und ist unter Interessenvertretern geachtet und teils etwas gefürchtet, weil er schonmal ihre Macht beschneidet und den eigenen Einfluss ausbaut. So etwa bei der Gematik, der Organisation, die die Digitalisierung im Gesundheitswesen schaffen soll.

Unter Finanzminister Schäuble war der Westfale schonmal Parlamentarischer Staatssekretär, nachdem er im vorigen Kabinett Merkel nicht zum Zuge gekommen war – wohl weil er und die Kanzlerin nicht so gut miteinander können. Der gelernte Bankkaufmann hat ein Netzwerk in die Länder und zu konservativen Politikern anderer Staaten geknüpft. Diese fleißig gepflegten Kontakte könnten ihm beim Sprung an die Spitze helfen.

Nachteil: Seit Beginn seiner Karriere haftet ihm an, dass er offensichtlich mindestens so sehr an die Vermarktung seiner Taten denkt wie an die Ergebnisse selbst. Nicht alle halten ihn für verlässlich. Als Spahn sich nach dem Rückzug Merkels von der Parteispitze 2018 zügig selbst für den Parteivorsitz ins Spiel brachte, blieb die Unterstützung in der Partei gering.

Wirtschaftspolitik: Spahn gilt als wirtschaftsliberal und ist Mitglied in der Mittelstandsunion MIT. Dass er sich auch in der Sozialpolitik auskennt, schadet da nicht. Er drängt im Gesundheitswesen auf eine Digitalisierung und hat dafür auch einige Entscheider entmachtet.

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