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Allensbach-Umfrage 42 Prozent der Ostdeutschen fühlen sich als Bürger zweiter Klasse

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Ostdeutsche zweifeln an der Marktwirtschaft

Historische Prägungen sitzen jedoch tief und wirken oft viele Jahrzehnte nach. Die Teilung und das Trennende spielen im ostdeutschen Bewusstsein auch 20 Jahre nach dem Fall der Mauer eine weitaus größere Rolle als in Westdeutschland. Nach wie vor dominiert in Ostdeutschland ein partikulares Identitätsgefühl.

Die Mehrheit fühlt sich nicht in erster Linie als Deutsche, sondern als Ostdeutsche, ganz anders als in Westdeutschland, wo sich nur 25 Prozent in erster Linie mit Westdeutschland identifizieren. In Ostdeutschland sind auch 63 Prozent überzeugt, dass die Unterschiede zwischen Ost und West größer sind als der Vorrat an Gemeinsamkeiten.

Unsicherheit herrscht weiter vor

Das Empfinden, Bürger zweiter Klasse zu sein, haben 42 Prozent der Ostdeutschen, 46 Prozent halten diesen Eindruck für unberechtigt. Viele sind enttäuscht, dass Ostdeutschland bei den Einkommen und bei der Produktivität noch nicht völlig aufgeschlossen hat, die Arbeitslosigkeit höher ist und ganze Landstriche aufgrund der Abwanderung junger Leute überaltern. Gleichzeitig fällt jedoch die Bilanz der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland überwiegend positiv aus. 49 Prozent der Ostdeutschen werten sie als Erfolg, nur 21 Prozent als Misserfolg.

Trotzdem kommt die Akzeptanz des wirtschaftlichen wie des politischen Systems nur langsam voran. Zwar glaubt in Ostdeutschland nur jeder Fünfte, dass es eine überlegene Alternative zur Marktwirtschaft gibt; weitaus weniger Menschen als im Westen sind jedoch sicher, dass die Marktwirtschaft allen anderen denkbaren Systemen überlegen ist.

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