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Alte Heizung raus, Fördermittel rein Austausch der Heizung – diese Fördermittel gibt es

Eine moderne Heizungssteuerung. Quelle: ddp images

Annegret Kramp-Karrenbauer fordert eine Abwrackprämie für alte Heizkessel. Das ist noch Zukunftsmusik. Schon jetzt haben Hauseigentümer beim Austausch der Heizungsanlage Anspruch auf Fördermittel. Die wichtigsten Regeln im Überblick.

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Noch ist die von der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer ins Spiel gebrachte Abwrackprämie für alte Ölheizungen Zukunftsmusik. Theoretisch ist die Zielgruppe aber groß. In Deutschland sind laut Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks rund die Hälfte der rund 32 Millionen Heizungsanlagen älter als 20 Jahren. Bei einem Anteil von 28,9 Prozent für Ölheizungen wären dies hochgerechnet 9,2 Millionen.

Viele davon ließen sich auf Gas umstellen. Laut Studie des Heizungsbranchenverbands BDEW liegen 2,1 von 5,8 Millionen Wohngebäude mit Ölheizungen in einem Gebiet mit Gasnetz. Mit der Umstellung von Öl auf Gas ließen sich bei diesen Häusern 14 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Würden alle Ölheizungen durch moderne, umweltfreundliche Anlagen ausgetauscht, wären es 30 Millionen Tonnen CO2 jährlich weniger, so der BDEW. Das klingt viel, ist aber gemessen an den gesamten Emissionen von 869 Millionen Tonnen in Deutschland im vergangenen Jahr überschaubar.

Auch der Klimaeffekt einer Abwrackprämie wäre begrenzt. Denn tatsächlich hätten Immobilieneigentümer wohl bei weniger als 9,2 Millionen Ölheizungen Anspruch auf eine Prämie. Denn nach der Energiesparverordnung Enev müssen Öl- und Gaskessel, die 30 Jahre oder älter sind, ohnehin ausgetauscht werden. Ausgenommen sind Häuser und Wohnungen, die die Eigentümer seit dem 1. Februar 2002 oder schon vorher selbst bewohnen. Nur wenn der Besitzer der Immobilie wechselt, müssen bei diesen Häusern die alten Kessel raus. Wer gesetzlich verpflichtet ist, die Heizung auszutauschen, hat nach jetzigem Recht keinen Anspruch auf Fördermittel.

Alle anderen Immobilieneigentümer können beim Austausch der Heizungsanlage Fördermittel von der KfW in Anspruch nehmen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Die KfW hat verschiedene Förderpakete aus Darlehen oder Investitionszuschüssen geschnürt. Sie gelten sowohl in Kombination mit gedämmten Effizienzhäusern als auch für Einzelmaßnahmen. Dabei fördert die KfW Heizungsanlagen mit und ohne erneuerbare Energien unterschiedlich.

Hauseigentümern, die nur den Heizkessel austauschen und dabei beispielsweise von Öl auf Gas umsteigen, zahlt die KfW zehn Prozent der Investition als Zuschuss für eine Einzelmaßnahme, maximal 5000 Euro. Im Verbund mit Effizienzhäusern, die bestimmte Energiestandards erfüllen müssen, sind es bis zu 30.000 Euro Zuschuss. Geld gibt es aber nur für Häuser, die vor dem 1. Februar 2002 eine Baugenehmigung hatten. Wer den Austausch seiner Heizung über Kredit finanziert, erhält von der KfW ein günstiges Darlehen über bis zu 50.000 Euro sowie einen Tilgungszuschuss von maximal 27.500 Euro. Bei Effizienzhäuser liegt der maximale Darlehensbetrag bei 100.000 Euro. Bei Zuschüssen und Darlehen müssen sich die Immobilieneigentümer zuvor von einem Energieeffizienz-Experten beraten lassen.

Sich fachmännischen Rat einzuholen, ist meist sinnvoll. Denn wer erst die Heizung austauscht und später dämmen will, hat ein Problem: Die Größe der Heizung sollte auf den Energiestandard des Hauses abgestimmt sein. Anderenfalls kauft sich der Hauseigentümer eine zu große, und damit eine zu teure Heizung ein. Besser ist es, die Sanierung des Hauses von einem Fachmann durchrechnen zu lassen und sich dann für die wirtschaftlichste Lösung zu entscheiden. Ob sich der Austausch einer Heizung für Hauseigentümer rechnet, hängt davon ab, wie stark sich die Energiekosten über die Lebensdauer der neuen Anlage im Verhältnis zur Investition verringern.

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